Europäische Zentralbank Italienischen Banken fehlen Milliardenbeträge

Laut Berechnung der Europäischen Zentralbank weisen zwei italienische Krisenbanken Kapitallücken in Milliardenhöhe auf. Vor wenigen Wochen beantragten die Institute bereits Staatshilfen. Eine Insolvenz drohe aber nicht.

Das Geldinstitut benötigt finanzielle Unterstützung. Quelle: Reuters

Montebelluna/VicenzaDie Bankenkrise in Italien schwelt weiter: Bei zwei Instituten tut sich nach Berechnungen der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Kapitallücke von insgesamt 6,4 Milliarden Euro auf. Der Banca Popolare di Vicenza fehlen demnach 3,3 Milliarden Euro und der Veneto Banca 3,1 Milliarden Euro, wie die zwei Finanzhäuser in der Nacht zum Mittwoch unter Verweis auf den jüngsten Stresstest der EZB mitteilten.

Den italienischen Banken machen faule Kredite schwer zu schaffen, nachdem die Wirtschaft des Landes nicht in Schwung kommt. Italien hatte deshalb Ende vergangenen Jahres ein Rettungspaket über 20 Milliarden Euro geschnürt, um Problemhäusern unter die Arme greifen zu können. Prominentester Problemfall unter Italiens Banken ist das 1472 gegründete Traditionshaus Monte dei Paschi di Siena.

Die Banca Popolare di Vicenza und die Veneto Banca hatten Mitte März Staatshilfen beantragt. Den jüngsten Daten zufolge sind die Geldhäuser aber grundsätzlich solvent – eine wichtige Voraussetzung für die Gewährung von staatlichen Hilfen, im Fachjargon „vorsorgliche Rekapitalisierung“ genannt. Banken müssen Kapitalpuffer in einer bestimmten Höhe vorhalten, um für Krisenfälle gewappnet zu sein.

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