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Europäische Zentralbank Österreichs Notenbankchef Nowotny gegen übereilte Anleihekäufe

Ewald Nowotny hat sich gegen eine schnelle Wiederaufnahme des Anleihekaufprogramms der EZB ausgesprochen. Zudem kritisiert er die starke Ausrichtung der Geldpolitik auf die Finanzmärkte.

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„Ich sehe die Gefahr, dass wir manchmal zu marktgetrieben agieren.“ Quelle: Reuters

Ewald Nowotny, scheidender Gouverneur der österreichischen Notenbank, hat sich gegen eine schnelle Wiederaufnahme des Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgesprochen. „Meine persönliche Sicht ist, dass wir uns derzeit in einer Phase der Unsicherheit mit Blick auf den Zustand der Weltwirtschaft befinden, in der es zunächst einmal wichtig ist, sämtliche Informationen zu sammeln“, sagte das EZB-Ratsmitglied der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.) laut Vorabbericht. Dann könne man weitersehen. An den Finanzmärkten wird erwartet, dass die EZB auf ihrer nächsten Sitzung am 12. September beschließen wird, zusätzliche Anleihen zu kaufen.

Nowotny kritisierte auch die starke Ausrichtung der Geldpolitik auf die Finanzmärkte. „Ich sehe die Gefahr, dass wir manchmal zu marktgetrieben agieren. Ich persönlich sehe keinen Nachteil darin, Märkte auch einmal zu überraschen und nicht ihren Erwartungen zu entsprechen.“ Nowotny übergibt sein Amt in der kommenden Woche an Robert Holzmann.

Mehr: Nach Ansicht von Österreichs Notenbank-Gouverneur sind Währungshüter zuletzt zu intensiv den Erwartungen der Märkte gefolgt. Er plädiert für ein eigenständigeres Handeln.

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