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Europäischer Systemrisikorat EU-Risikowächter warnen vor Corona-Risiken für Finanzbranche

Der ESRB fürchtet, dass die Pandemie-Auswirkungen auf die Finanzwirtschaft ausstrahlt, wenn die Krise länger anhält und die Erholung schwächer ausfällt.

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Der Europäische Systemrisikorat warnt vor den Folgen der Corona-Pandemie für den Finanzsektor. Quelle: dpa

Die europäischen Risikowächter warnen vor einem Übergreifen der Coronakrise von der Realwirtschaft auf die Finanzbranche. Je länger die Krise anhalte und je schwächer die Erholung ausfalle umso größer sei die Gefahr, dass Verluste im Unternehmenssektor auch auf die Finanzwirtschaft ausstrahlen werden, erklärte der Europäische Systemrisikorat (ESRB) am Dienstag.

In seinem Bericht beleuchtete der ESRB unter anderem, wie sich die Hilfsmaßnahmen der Regierungen zum Schutz der Wirtschaft auf die Stabilität des Finanzsystems ausgewirkt haben.

Laut ESRB haben die europäischen Staaten bislang fiskalische Hilfen zur Eindämmung der Krise im Volumen von mehr als 2,4 Billionen Euro auf den Weg gebracht. Dazu zählten unter anderem Kreditgarantien, Steuererleichterungen und direkte finanzielle Hilfen für Unternehmen und Haushalte. Bei rund einem Drittel der neuen Firmenkredite kamen laut ESRB solche Stützungsschritte zum Tragen.

Der in Frankfurt ansässige ESRB wurde 2010 in Reaktion auf die Finanzkrise gegründet und soll als Frühwarnsystem auf Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems in der EU hinweisen. Der Verwaltungsrat steht unter dem Vorsitz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Aus Sicht der Risikowächter ist es entscheidend, dass die fiskalischen Hilfen bei den am stärksten betroffenen Sektoren ankommen. Die Politik solle zudem die Tragfähigkeit der Verschuldung im Blick behalten und sich auf zunehmende Notlagen der Unternehmen einstellen.

Außerdem sollten die Behörden für ein transparentes Berichtswesen der Finanzfirmen eintreten. Die Stützungsmaßnahmen zu früh zu beenden, könne die Krise verschlimmern und die Finanzstabilität gefährden. Sollten die Stützungsmaßnahmen dagegen zu lange in Kraft bleiben, nehme der Druck auf die Länderhaushalte zu, was Strukturreformen bremsen könnte, warnten die Risikowächter.

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