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Europawahlkampf Merz sichert AKK Unterstützung zu – die wünscht sich ein stärkeres Europa

Auf einer Wahlkampfveranstaltung mit Friedrich Merz spricht sich die CDU-Chefin für ein stärkeres Europa aus. Doch Brüssel solle nicht alles bis ins Detail regeln.

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„Ich hätte mir auch vorstellen können, dass diese Wahl auch anders ausgeht“, sagte Merz. Quelle: dpa

Eslohe Friedrich Merz hat der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer seine Unterstützung versichert. „Ich stehe dazu. Ich möchte, dass die CDU Deutschlands, dass Annegret Kramp-Karrenbauer als unsere Vorsitzende, erfolgreich ist. Und dazu möchte ich beitragen“, sagte der frühere Unionsfraktionschef am Freitagabend in Eslohe im Sauerland bei einer Veranstaltung im Rahmen des Europawahlkampfs – und kündigte so die Rede von Kramp-Karrenbauer an.

In ihrer Wahlkampfrede wünschte sich die CDU-Chefin eine bessere Zusammenarbeit in Europa in vielen Aspekten. Das gelte etwa bei Sicherheitsfragen und der Kriminalitätsbekämpfung, die nicht nur nationale Fragen sein dürften, sagte sie.

Am 26. Mai gehe es weniger um das Abschneiden einzelner Parteien, sondern darum, Europa stärker zu machen. Das bedeute nicht, dass Brüssel „alles bis ins Kleinste festlegen“ solle. Sie warnte vor realen Gefahren für Europa, die von einem „neuen Nationalismus“ ausgingen und zurückgedrängt werden müssten.

„Wir wollen als Europa in der Welt eine Rolle spielen“, betonte die Parteivorsitzende vor rund 1000 Zuhörern. Kein Land profitiere so deutlich vom gemeinsamen Binnenmarkt wie Deutschland. Zentral seien aber auch „sichere Außengrenzen der Europäischen Union“.

Die CDU stehe zur Bundeswehr, wolle trotz sehr geringer finanzieller Spielräume im Haushalt „Geld in Sicherheit und Verteidigung geben“. Ihre Partei halte auch an der Nato-Zielmarke von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts fest, sagte die Parteichefin – und kritisierte die SPD: „Zumindest in dieser Frage können wir uns auf unseren Koalitionspartner alles andere als verlassen.“ Bei der Veranstaltung im Rahmen des Europawahlkampfs von Peter Liese – Spitzenkandidat der NRW-CDU – war die Parteichefin zunächst mit nur höflichem Applaus empfangen worden, am Ende gab es viel Beifall.

Kramp-Karrenbauer hatte sich bei der Wahl zum CDU-Vorsitz im Dezember nur knapp gegen Merz durchgesetzt. Seitdem hatte es keinen gemeinsamen öffentlichen Auftritt mit Redebeiträgen der beiden Ex-Konkurrenten gegeben. „Ich hätte mir auch vorstellen können, dass diese Wahl auch anders ausgeht“, sagte Merz in einer Schützenhalle in seiner Heimat.

Der CDU-Politiker erinnerte zudem an die Bedeutung der Europawahl und eine funktionsfähige Europäische Union. „Wir brauchen eine offene Union mit Zugängen zu den Weltmärkten“, sagte Merz. Er forderte die Zuhörer auf, für dieses Ziel zu kämpfen und warnte: „Wir nehmen das als viel zu selbstverständlich hin, dass wir so frei und offen in einer freiheitlichen Gesellschaft leben können.“

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