EZB Auslaufphase von Anleihenkäufen immer wahrscheinlicher

Frankreichs Zentralbank-Gouverneur Francois Villeroy de Galhau hält ein Auslaufen der Anleihenkäufe für wahrscheinlich. Eine Auslaufphase würde Markterwartungen untermauern.

DublinBei der EZB mehren sich die Stimmen, die eine Auslaufphase bei den billionenschweren Anleihenkäufen für möglich halten. Nach dem Notenbank-Chef der Niederlande, Klaas Knot, äußerte sich am Freitag in Dublin auch Frankreichs Zentralbank-Gouverneur Francois Villeroy de Galhau in diese Richtung. Ob die EZB ihre bis mindestens Ende September geplanten Käufe dann direkt stoppe oder noch graduell auf null herunterfahre – im Fachjargon „Tapering“ genannt – sei keine „sehr existenzielle Frage“, sagte Villeroy. Die EZB habe nicht nur die Käufe in ihrem Köcher, daher solle man sich nicht allein darauf fokussieren. Sie werde mehr und mehr auf das ganze Paket ihrer Geldpolitik zurückgreifen. Dazu zählten der Anleihenbestand, die Reinvestition auslaufender Papiere und auch der Zinsausblick.

Die Aussagen von Villeroy sind vor allem deshalb bedeutsam, weil die Währungshüter bislang Zinsschritte erst weit nach dem Ende ihrer Anleihenkäufe anvisieren. Die Aussicht auf eine Auslaufphase nach September würde Markterwartungen untermauern, nach denen erst ab Mitte 2019 mit ersten Zinsanhebungen zu rechnen ist. Erst vor wenigen Tagen hatte Ratsmitglied Knot eine kurze Zeit des Abschmelzens der Käufe für denkbar gehalten.

Mit ihrem auf 2,55 Billionen Euro angelegten Wertpapier-Kaufprogramm, das in Deutschland umstritten ist, will die Europäische Zentralbank (EZB) die Konjunktur unterstützen und die aus ihrer Sicht zu niedrige Teuerung anheizen. Ein konkretes Enddatum für das Programm hatte sie nicht genannt.

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