EZB-Führung Kein Konsens über das Ende der Anleihenkäufe

Wann und wie endet die Zeit des billigen Geldes, das die EZB derzeit in den Markt pumpt? Bei der Notenbank herrscht Uneinigkeit über die Art und Weise, um aus dem Programm auszusteigen. Viel Zeit bleibt jedoch nicht.

Der EZB-Rat hat Insidern zufolge unterschiedliche Auffassung über das Ende der Anleihenkäufe. Quelle: dpa

FrankfurtDie Top-Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) sind Insidern zufolge uneins, ob sie im Oktober ein Enddatum für ihre Anleihenkäufe nennen sollen. Im EZB-Rat prallten unterschiedliche Vorstellungen aufeinander, erfuhr Reuters am Dienstag von mehreren Gewährsleuten, die nicht genannt werden wollten.

Demnach streben einige Vertreter im EZB-Führungsgremium an, für das auf rund 2,3 Billionen Euro angelegte Programm ein verbindliches Abschlussdatum festzulegen. Andere dagegen setzten darauf, eine Reduzierung des Volumens der monatlichen Käufe anzukündigen und den Zeitpunkt der Beendigung offenzulassen.

Damit werde bei dem anstehenden Beschluss der EZB am 26. Oktober eine Kompromisslösung wahrscheinlicher: Diese könne bedeuten, dass sich das Gremium entweder nicht auf ein in Stein gemeißeltes Enddatum einlassen oder aber einen Teil des Beschlusses auf Dezember verschieben werde. Die anhaltende Aufwertung des Euro bereitet den Währungshütern Sorgen. Die starke Gemeinschaftswährung drückt tendenziell auf die ohnehin als zu niedrig empfundene Inflation, da sich Importgüter verbilligen.

Das Wertpapier-Programm ist momentan das schärfste Schwert der Währungshüter im Kampf gegen die niedrige Inflation. Die Käufe im monatlichen Volumen von aktuell 60 Milliarden Euro sollen den bisherigen Planungen zufolge nur noch bis Ende 2017 laufen. Der Euro-Notenbank bleibt somit nur noch relativ wenig Zeit, um zu beschließen, was danach passieren soll.

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