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EZB-Präsidentschaft Macron weicht Frage aus, ob er Weidmann als EZB-Präsident unterstützen werde

Auf die Frage, ob Bundesbank-Chef Jens Weidmann ein guter EZB-Präsident wäre, reagiert der französische Präsident mit einer scherzhaften Bemerkung.

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Brüssel Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat eine Frage danach, ob Bundesbank-Chef Jens Weidmann ein guter EZB-Präsident wäre, ausweichend beantwortet. Weidmann hatte sich am Mittwoch in einem Interview zum umstrittenen Anleihenkaufprogramm OMT („Outright Monetary Transactions“) des Europäischen Gerichtshofs bekannt.

In Bezug darauf sagte Macron am Freitag in Brüssel zu Journalisten, er sei wirklich sehr froh, dass EZB-Ratsmitglieder, die stark gegen OMT gewesen seien, sich nachträglich zu dessen Sicht bekennen würden und fügte scherzhaft hinzu: „Ich denke, das bedeutet, dass wir alle Gutes in uns haben und alle bessere Menschen werden können. Es gibt daher Gründe, optimistisch zu sein hinsichtlich der menschlichen Natur.“ Macron wollte sich nicht dazu äußern, ob er eine Kandidatur Weidmanns unterstützen werde.

Weidmann gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge des EZB-Präsidenten Mario Draghi. In dem Interview am Mittwoch sagte er, dass das umstrittene Anleihenkaufprogramm OMT vom Europäischen Gerichtshof als rechtmäßig eingestuft worden sei und er sich daran gebunden sehe.

Natürlich müsse eine Notenbank im Ernstfall entschlossen handeln. Wegen der Unklarheit, ob er hinter diesem zentralen Instrument der EZB zur Rettung des Euro stehe, gab es insbesondere in Südeuropa Bedenken gegen seine etwaige Nominierung. Draghis Amtszeit endet im Oktober.

Weidmann war 2012 auf dem Höhepunkt der Euro-Krise das einzige EZB-Ratsmitglied gewesen, dass gegen den Beschluss zur eventuellen Auflage des OMT Kaufprogramms gestimmt hatte. Für die stark auf Konsens ausgerichtete Euro-Notenbank war das ein ungewöhnlicher Vorgang.

Das bislang noch nie eingesetzte Rettungsprogramm sieht vor, im Notfall unter bestimmten Bedingungen unbegrenzt Staatsanleihen hochverschuldeter Euro-Länder zu erwerben. Der OMT-Beschluss der EZB gilt inzwischen als wichtiger Faktor, der damals dazu beigetragen hat, die Euro-Krise zu entschärfen.

Mehr: Auf der Notenbankkonferenz in Sintra kritisiert der aktuelle EZB-Präsident indirekt Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Dieser gilt als einer der möglichen Draghi-Nachfolger.

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