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EZB-Statistik Falsche Fünfziger bei Kriminellen besonders beliebt

Im vergangenen Jahr ging die Zahl der gefälschten Scheine in Deutschland leicht zurück – im Euroraum dagegen leicht nach oben. Dabei ist der 50-Euro-Schein trotz Überarbeitung die am häufigsten gefälschte Banknote.

Der 50-Euro-Schein wird besonders oft gefälscht. Quelle: dpa

FrankfurtZwei verdeckte Ermittlerinnen, drei Dutzend Observationsteams, zwei Staatsanwälte und Agenten des amerikanischen Geheimdienstes CIA: Mit einem mehr als üppigen Aufgebot gelang der Polizei 2007 in Köln einer der größten Schläge gegen Geldfälscher, als sie das Atelier von Hans-Jürgen Kuhl stürmte. Die Beamten fanden kistenweise Dollar-Blüten im Wert von über 16 Millionen Dollar.

Der Dollar ist bei Fälschern besonders beliebt. Im Popularitätsranking folgt danach der Euro. Geldfälscher haben im vergangenen Jahr etwas mehr Euro-Blüten in Umlauf gebracht als 2016. Polizei, Handel und Banken zogen weltweit rund 694.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr. Das waren rund 1,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mitteilte. Fälscher richteten mit Euro-Blüten einen Schaden von rund 36 Millionen Euro an. 2016 waren es noch 40 Millionen Euro. Damals hatte es besonders große Schäden mit 500-Euro-Scheinen gegeben.

In Deutschland wurden rund 73.000 Euro-Blüten sichergestellt – etwa elf Prozent weniger als 2016, wie die Bundesbank mitteilte. Den rechnerischen Schaden durch Fälschungen im vergangenen Jahr bezifferte sie auf insgesamt rund vier Millionen Euro. Am beliebtesten bei Kriminellen waren trotz eines Rückgangs weiterhin 50-Euro-Scheine.

Die EZB erneuert die Banknoten Schritt für Schritt und hat sie mit neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Nach den neuen 5-, 10- und 20-Euro-Banknoten war Anfang April der überarbeitete Fünfziger mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen in Umlauf gebracht worden. „Seit der Einführung der Europa-Serie mit verbessertem Fälschungsschutz ist ein Rückgang der Falschgeldzahlen festzustellen“, sagte Bundesbank-Vorstandmitglied Carl-Ludwig Thiele. „Auch die 50-Euro-Fälschungen sind bereits leicht zurückgegangen.“

Der frühere Geldfälscher Hans-Jürgen Kuhl dagegen hält die neuen Sicherheitsmerkmale für nicht ausreichend. „Ich denke schon, dass ich ihn fälschen könnte“, sagte er der Bild-Zeitung nachdem der neue Fünfziger im April in Umlauf gebracht worden war. „Vernünftige Fälscher brauchen vielleicht vier Wochen länger als vorher, um den neuen Schein zu fälschen.“

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