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Fahrenschon-Nachfolger Helmut Schleweis soll Sparkassen-Präsident werden

Die Sparkassen-Finanzgruppe hat sich auf einen Nachfolger für den zurückgetretenen Präsidenten Georg Fahrenschon verständigt. Das Amt soll Helmut Schleweis übernehmen, ein Sparkassen-Urgestein.

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Der künftige Sparkassen-Präsident in den Räumen der Sparkasse Heidelberg (Aufnahme aus dem Jahr 2010). Quelle: Bernhard Kreutzer

Berlin Nach Informationen des Handelsblatts aus Sparkassenkreisen soll Helmut Schleweis neuer Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) werden. Schleweis ist ein Sparkassen-Urgestein. Er ist derzeit Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Heidelberg und in Personalunion Bundesobmann, also der ranghöchste Vertreter der Sparkassen im DSGV. Wie es heißt, habe man sich einvernehmlich auf Schleweis verständigt.

Kommissarisch wird das Amt derzeit von DSGV-Vizepräsident Thomas Mang und den beiden Vorstandsmitgliedern Karl-Peter Schackmann-Fallis und Joachim Schmalzl geführt.

Vorgänger Georg Fahrenschon hatte Konsequenzen aus einer Steueraffäre gezogen und angekündigt, sein Amt zum 24. November niederzulegen. Die Sparkassenorganisation hatte ihm dem Vernehmen nach das Vertrauen entzogen, da er über Monate hinweg einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung nicht offengelegt hatte. Erst einen Tag vor seiner geplanten Wiederwahl als Deutschlands oberster Sparkassenmann war bekannt geworden, dass der ehemalige bayerische Finanzminister seine Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2014 mit Verspätung abgegeben hatte.

Ein Hauen und Stechen wie im Vorfeld der Wahl des DSGV-Präsidenten Ende 2011, als der ehemalige westfälische Sparkassenpräsident Rolf Gerlach gegen Fahrenschon den Kürzeren zog, hatte es nicht geben sollen. Fahrenschon wurde damals von Heinrich Haasis, der aus Altersgründen keine zweite Amtszeit als Sparkassenpräsident wollte, zur Bewerbung um das Spitzenamt überredet. Der parteilose Gerlach hatte das Nachsehen und zog seine Kandidatur zurück. Die Nähe zur Union hat Tradition in der Sparkassenwelt. Das Gros der Präsidenten des Sparkassenverbunds nach dem Zweiten Weltkrieg zählte zu CDU oder CSU.

Fahrenschon war aber trotz Parteibuch keine Person, die jedermann zusagte. Das 24-köpfige Wahlgremium stimmte im November 2011 mit 18 gegen sechs Stimmen für den bayerischen Politiker als neuen Sparkassenpräsidenten – ein Affront in der auf Einstimmigkeit ausgerichteten Organisationswelt der Sparkassen. Der neue Präsident startete seinen Job damals mit einer Hypothek.

Fahrenschon hatte bei seinen Steuerangelegenheiten Fehler eingeräumt. Die verspätete Abgabe seiner privaten Steuererklärungen sei falsch gewesen, doch er habe nicht vorsätzlich rechtswidrig gehandelt. Fahrenschon hat seine Steuern inzwischen gezahlt und Widerspruch gegen den Strafbefehl eingelegt. Es ist allerdings unklar, wie lange das Gericht brauchen wird, um die Sache zu klären.

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