Faule Kredite bei EU-Banken Italiens Notenbankchef warnt vor harten Vorgaben

Noch immer haben die Banken der Eurozone viele faule Kredite in ihren Bilanzen. Ein Viertel entfällt auf italienische Institute. Nun warnt Italiens Notenbankchef Ignazio Visco vor zu scharfen Vorgaben durch die EZB.

Der Chef der italienischen Notenbank macht sich Sorgen um die Bankenstabilität. Quelle: Reuters

FrankfurtItaliens Notenbankchef Ignazio Visco warnt vor der Einführung zu scharfer Vorgaben zum Abbau fauler Kredite. Jedwedes Vorgehen müsse "einen schwierigen Ausgleich finden zwischen dem Ziel, die Behebung des Problems der faulen Kredite zu beschleunigen, und dem Ziel, die Finanzstabilität zu bewahren", sagte Visco am Montag auf einer Veranstaltung in Madrid. Die EZB-Bankenaufsicht hatte unlängst neue Richtlinien vorgestellt, wie Banken künftig mit neuen Problemdarlehen umzugehen haben. Die Vorgaben der Bankenwächter, zu denen derzeit noch öffentliche Konsultationen laufen, waren in Italien massiv kritisiert worden.

In der Euro-Zone entfällt etwa ein Viertel des etwa 844 Milliarden Euro großen Berges an faulen Krediten auf Institute aus Italien. Visco zufolge sollte die Aufsicht keine Vorgaben machen, die einen Verkauf von Problemdarlehen seitens der Banken zur Folge hätte. Marktpreise für solche Darlehen würden Visco zufolge dann fallen und Ressourcen in die Hände weniger Spezialinvestoren wandern. "Diese Art der Politik würde die Eigenmittel der Banken zu einer Zeit angreifen, in der Kapital aufzunehmen immer noch schwierig sein kann - was die anhaltende Erholung gefährdet," warnte er.

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