Fernsehkonzern Ausgaben wegen Fußball-WM bremsen Gewinn von Pro Sieben Sat 1

Kosten im Segment Entertainment rund um die Fußball-WM in Katar drücken den Gewinn des Fernsehkonzerns. Für Rückenwind sorgen hingegen Werbeerlöse.

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Der Konzern aus Unterföhring bei München peilt für 2022 einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro an. Quelle: Reuters

Wegen Ausgaben rund um die Fußball-WM ist der operative Gewinn bei Pro Sieben Sat 1 zum Jahresanfang erwartungsgemäß gesunken. Das bereinigte Ebitda fiel binnen Jahresfrist um fast 14 Prozent auf 123 Millionen Euro, wie der Fernsehkonzern am Donnerstag mitteilte. Grund hierfür sei vor allem das geplante Vorziehen von Programmaufwendungen im Segment Entertainment rund um die Fußball-Weltmeisterschaft Ende 2022 in Katar.

Die Konzernumsätze kletterten im ersten Quartal um 1,7 Prozent auf 954 Millionen Euro und profitierten vom Rückenwind durch Werbeerlöse. Vorstandschef Rainer Beaujean sprach von einem guten Jahresstart, der zeige, dass Pro Sieben Sat 1 mit seiner Strategie und breiten Aufstellung auf dem richtigen Weg sei. Im April lagen die Entertainment-Werbeerlöse in Deutschland, Österreich und der Schweiz leicht und in den ersten vier Monaten des Jahres um rund sieben Prozent über Vorjahr.

Unsicherheiten aufgrund des Ukrainekrieges und der Sanktionen wirkten sich laut ProSieben zwar teilweise auf das Branchenumfeld aus, beeinflussten derzeit aber nicht den Ausblick auf die Geschäftsentwicklung. Deshalb halte man an den Zielen für 2022 fest. Der Konzern aus Unterföhring bei München peilt einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro an, der um 100 Millionen Euro nach oben oder unten abweichen könne.

Der operative Gewinn dürfte bei 840 Millionen (plus/minus 25 Millionen) Euro eher stagnieren. Der Konzern senkte im ersten Quartal seine Nettofinanzverbindlichkeiten und reduzierte damit den Verschuldungsgrad weiter.

Beaujean hält den Fernsehkonzern stark genug für eine Zukunft auf eigenen Füßen und hat seinem italienischen Großaktionär MFE und dem deutschen Rivalen RTL jüngst bei der Hauptversammlung die kalte Schulter gezeigt. „Wir schaffen es alleine“, sagte Beaujean vorige Woche.

Die vom ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi dominierte Fernsehholding MFE-Mediaforeurope hat ihren Anteil an Pro Sieben Sat 1 zuletzt stetig erhöht. Sie hält nach eigenen Angaben derzeit mehr als 25 Prozent und setzt auf eine engere Zusammenarbeit.

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