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Fernsehkonzern Mediaset rutscht in Verlustzone – TV-Werbegeschäft schwächelt

Rote Zahlen trotz steigender Quoten: Der Konzern von Ex-Regierungschef Berlusconi macht Verluste. Doch die neue Fernsehsaison gibt Hoffnung.

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Laut Management sollen die Werbeumsätze im Juli und August spürbar angezogen haben. Quelle: Reuters

Der Einbruch am TV-Werbemarkt treibt den italienischen Fernsehkonzern Mediaset in die roten Zahlen. Im ersten Halbjahr verbuchte der Konzern nach Angaben vom Mittwoch unter dem Strich einen Verlust von rund 19 Millionen Euro, nach etwa 103 Millionen Euro Gewinn vor Jahresfrist.

Wie die Konkurrenten RTL Group und ProSiebenSat.1 spüren die Italiener trotz steigender Zuschauerzahlen die Zurückhaltung wichtiger Werbekunden, die wegen der Rezession in der Corona-Krise mit Ausgaben knausern. So fielen die Mediaset-Umsätze um 21 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro und sorgten letztlich für einen Rückgang beim operativen Gewinn von 83 Prozent auf 32 Millionen Euro.

Die von der Familie des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi kontrollierte Mediaset setzt auf ein besseres Geschäft im zweiten Halbjahr. Das Management begründete dies mit spürbar anziehenden Werbeumsätzen im Juli und August.

"Mit dem Beginn der neuen Fernsehsaison im September sind die ersten Anzeichen für Werbung in Italien positiv, aber die Marktsituation bleibt äußerst fragil." Zudem fahre man kurz- und mittelfristig auf Sicht. Die Aktien des ProSieben-Großaktionärs lagen gegen Mittag gut drei Prozent im Minus.

Mediaset will derweil Kontakt mit seinem Großaktionär Vivendi aufnehmen, um einen langjährigen Streit zu lösen. Man sei bereit, mit den Franzosen Lösungen zu beraten, die für alle Aktionäre vorteilhaft seien, sagte Mediaset-Finanzchef Marco Giordani. Mediaset-Chef Pier Silvio Berlusconi wolle in den nächsten Tagen mit Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine dazu telefonieren, hatten Insider vor Kurzem gesagt.

Vivendi sieht unter anderem den Zusammenschluss von Mediaset und dem spanischen Arm zur neuen Mediaset-Dachgesellschaft Media for Europe (MFE) skeptisch. Der Streit läuft auch vor Gericht.

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