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Finanzen Cerberus kauft wohl faule Kredite von NordLB

Insidern zufolge wird die Investmentgesellschaft Cerberus der NordLB Schiffskredite im Wert von rund 2,7 Milliarden Euro abkaufen. Darunter könnten zahlreiche notleidende Kredite sein.

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Der Rettungsplan für die NordLB sieht vor, dass die Kernkapitalquote langfristig auf 14 Prozent steigt. Quelle: dpa

Frankfurt Die NordLB verkauft informierten Kreisen zufolge ein Paket fauler Kredite an die Investmentgesellschaft Cerberus Capital Management. Sie erwartet demnach für 2018 einen Verlust von rund 2,7 Milliarden Euro. Die Bank selbst erklärte am Samstag, sie veräußere ein Schiffsfinanzierungs-Portfolio in Höhe von ebenfalls rund 2,7 Milliarden Euro mit einem Anteil notleidender Kredite von 90 Prozent an einen externen Investor.

Reinhold Hilbers, Finanzminister von Mehrheitsaktionär Niedersachsen, hatte am Freitag angedeutet, dass der Verkauf eines zweiten Schiffskreditportfolios vorerst auf Eis gelegt worden ist.

Ende September hatte die Bank noch 7,3 Milliarden Euro an notleidenden Krediten gehabt. Wie die NordLB am Samstag weiter erklärte, wird sie für ihre faulen Kredite eine zusätzliche Risikovorsorge bilden, so dass sich eine Gesamtrisikovorsorge von bis zu 2,5 Milliarden Euro und ein Bilanzverlust von rund 2,7 Milliarden Euro nach Steuern für 2018 ergeben.

Dies wirkt sich auch auf die Kapitalquoten aus. Nach eigenen Angaben wird die harte Kernkapitalquote auf rund 6 Prozent bis 6,5 Prozent absinken und damit aufsichtsrechtliche Schwellen zeitweise unterschritten. Die Aufsicht sei hierüber informiert worden. Die Eigentümer der Bank, zu denen auch Sachsen-Anhalt und einige Sparkassen gehören, hatten vergangene Woche ein gemeinsames Angebot von Cerberus und Centerbridge Partners für eine Minderheitsbeteiligung an der NordLB abgelehnt.

Stattdessen taten sie sich mit der Sparkassengruppe zusammen, um ein 3,7 Milliarden Euro schweres Rettungspaket zu schnüren. „Wir haben unsere Pläne am Freitag mit den Aufsicht besprochen, die signalisierte, dass sie die Pläne als Arbeitsgrundlage akzeptieren werden“, sagte André Schröder, Finanzminister von Sachsen-Anhalt, am Samstag in einem Gespräch mit Bloomberg.

Der Rettungsplan für die NordLB sieht vor, dass die Bilanzsumme von zuletzt 155 Milliarden Euro auf 80 Milliarden Euro bis 100 Milliarden Euro schrumpft und dass die Kernkapitalquote langfristig auf 14 Prozent steigt.

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