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Aktienmarkt "Fata-Morgana der Börsenkurse"

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Langfristig hat sich die Auswahlmethode ausgezahlt. In den vergangenen zehn Jahren legte der weltweite Aktienfonds Global Advantage Major Markets High Value um 5,1 Prozent pro Jahr zu, der MSCI Welt-Index verlor jedes Jahr 1,1 Prozent. Bei der Auswahl von Schwellenländern schlug Kepplers Fonds mit 12,1 Prozent Plus pro Jahr den MSCI Schwellenländer-Aktienindex klar, der nur 7,7 Prozent brachte. Auf kürzere Sicht ist der Vorsprung allerdings nicht mehr ganz so deutlich oder Keppler fällt sogar hinter die Indizes zurück. Dass die Märkte die Unterbewertung erkennen, kann also mitunter länger dauern, daher sollten Anleger ebenfalls mindestens fünf Jahre in dem Fonds investiert bleiben. 

Zu den günstig bewerteten Aktienmärkten der Industriestaaten zählen für Keppler derzeit Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien. Als teuer stuft seine Computerauswahl derzeit Belgien, Kanada, Schweiz, Hongkong und USA ein.

Indien, Mexico und Korea sind teuer

Und hier liegt die Krux der Indexinvestments: Anleger, die einen Indexfonds auf den MSCI Welt-Index kaufen, bekommen gerade mal einen Deutschland-Anteil von 3,8 Prozent ins Depot. Stärker ist der heimische Aktienmarkt in dem globalen Gradmesser der Aktienmärkte nicht gewichtet. Stattdessen fließen US-Aktien mit 48 Prozent in den Aktienkorb ein, Japan mit elf Prozent, Großbritannien mit 9,8 und Kanada mit 4,6 Prozent. Indexanleger kaufen also vielfach die Märkte ein, die ein Value-Investore wie Keppler aussortiert hat, weil sie ihm zu teuer geworden sind.

Unter den Schwellenmärkten hält Keppler  Brasilien, Tschechien, Ungarn, Polen, Russland, Taiwan, Thailand und Türkei für günstig bewertet. Indien, Mexiko und Korea sieht er als teuer an. Auch für Schwellenländer-Investments eigenen sich aktive Ansätze erfahrener Fondsmanager mitunter besser als Indexinvestments. „In den vergangenen Jahren sind etwa zehn Märkte aus den Schwellenländer-Indizes herausgefallen. Davon sind aber nur drei Märkte wie Griechenland, Israel und Portugal in die Indizes der entwickelten Länder aufgestiegen“, sagt Keppler. Argentinien, Simbabwe und Venezuela wurden erst aussortiert nach einem Bankrott oder nach Enteignungen – also nachdem die Kurse bereits stark gefallen waren.

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