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Albert H. Savelberg im Interview "Ehe auf Zeit"

Berater Albert H. Savelberg über die Bildungsbranche als Ziel von Finanzinvestoren.

Albert H. Savelberg, Geschäftsführer SSC Consult Quelle: Pressefoto

WirtschaftsWoche: Herr Savelberg, was macht private Universitäten und Schulen für Finanzinvestoren attraktiv?

Savelberg: Vor allem, dass der Markt kräftig wächst. Deutschland hat, etwa im Vergleich zu Großbritannien, enormen Nachholbedarf. Bis 2018 dürfte die private Bildungsbranche jährlich um 15 bis 18 Prozent wachsen.

Das klingt sehr ambitioniert.

Warum? Allein die Zahl der Studenten an privaten Universitäten hat sich seit dem Wintersemester 2002/03 verdoppelt.

Müssen wir nun damit rechnen, dass die als Heuschrecken gefürchteten Finanzinvestoren im großen Stil Privatschulen übernehmen?

Erst mal sind Privatunis für sie wesentlich interessanter. Ein Student bringt höhere Gebühren als ein Schüler – ohne dass die Kosten im gleichen Verhältnis steigen. Bei einzelnen Privatschulen sind die Margen zu niedrig. Wenn Schulen sich zu größeren Ketten mit geringeren Fixkosten zusammenschließen, macht es für Investoren aber schon Sinn, einzusteigen. Bei einem Nachhilfeanbieter ist das bereits passiert.

Welche Ziele verfolgen die Investoren?

Sie gehen, wie überall, nur eine Ehe auf Zeit ein. Ihr Ziel ist ein späterer Verkauf an ein großes Bildungsunternehmen, meist aus den USA, oder ein Börsengang.

Wir reden in Deutschland von Übernahmen für zweistellige Millionenbeträge. Wie soll da ein Börsengang möglich sein?

Niemand erwartet, dass eine private Fachhochschule wie die in Bad Honnef morgen an die Börse geht. Aber sie expandiert kräftig, zuletzt mit einem neuen Campus in Bad Reichenhall. In ein paar Jahren hätte sie dann die kritische Masse.

Gibt es noch andere Börsenkandidaten?

Bildungsdienstleister von Großkonzernen wie DB Training, eine Tochter der Deutschen Bahn, oder eigenständige Bildungsunternehmen wie Cognos könnten schon sehr viel schneller an die Börse als eine einzelne Fachhochschule. Chancen hätte auch der bundesweit agierende Schulanbieter Phorms.

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