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Alternativbank Die Noa Bank hat das Vertrauen nicht verdient

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Was Herr Jozic da in seinem Blog schreibt, ist bruchstückhaft und wenig plausibel. Aus Finanzkreisen ist zu hören, dass die BaFin den Geschäftsbetrieb auch einer kleinen Bank nicht leichtfertig stoppt, da müssten schon erhebliche Risiken eine solche Maßnahme notwendig machen. Die Mindestanforderungen an das Eigenkapital einer Bank bemessen sich vor allem an den Risiken in den Büchern. Ein Bankeninsider bezweifelt gegenüber der WirtschaftsWoche, dass die zu geringe Kreditvergabe das Problem gewesen sein dürfte. Vielmehr sei zu vermuten, dass die Bank für die gewonnenen Spareinlagen die überdurchschnittlich hohen Tagesgeldzinsen finanzieren musste und deshalb das Geld renditeträchtig am Kapitalmarkt angelegt habe. Und die Risiken dieser Anlagen erhöhten den Eigenkapitalbedarf deutlich, denn sie müssen im Kundeninteresse abgesichert werden. Hinter den Kulissen geht es anscheinend weniger um Transparenz und Ethik, sondern vielmehr um Finanzierung und Profitabilität sowie die Rettung eines unausgereiften Geschäftsmodells.

Wo die Bank die Spareinlagen ihrer Kunden parkt, darüber lässt sich deshalb nur spekulieren. Auch die Geschichte von den anonymen Anrufen und dem von oben ausgeübten Druck auf die BaFin betrachten Kenner der Bankenbranche als hanebüchen. Warum sollten etablierte Banken mit Eigenkapital in Milliardenhöhe und Millionen von Kunden vor einer winzigen Startup-Bank zittern?

Besonders ärgerlich dürfte für Noa-Bankkunden die Verschleierungstaktik des Herrn Jozic sein: In seinem Blog entschuldigt er sich ausdrücklich dafür, dass seine offizielle Begründung für den Annahmestopp von Kundengeldern dem Verbergen der wahren Gründe gegenüber der Öffentlichkeit gedient, und er damit gegen das selbst auferlegte Gebot der Transparenz verstoßen habe. Die offizielle Entschuldigung ist zwar ehrenvoll, steigert das Misstrauen jedoch zusätzlich. Wer einmal lügt…

Zu 100 Prozent oder ganz

Und es kommt noch besser: Auf Anfrage ließ Jozic der WirtschaftsWoche mitteilen, dass die Kundengelder zu 100 Prozent sicher seien – wer ganz sicher gehen wolle, solle mit seinen Spareinlagen unter 50.000 Euro bleiben. Man kann nur staunen über diese feinsinnige Differenzierung.

Auf der Homepage der Noa Bank ist bis heute keinerlei Hinweis zu sehen, dass bei vielen Angeboten der Bank bereits vor langer Zeit die Pause-Taste gedrückt wurde. Die Frage, warum das so sei, beantwortete Jozic lapidar damit, dass die Informationen ja im Blog und in den Medien öffentlich gewesen seien. Potenziellen Neukunden dürfte das kaum helfen.

Auch die heute im Blog gemeldete Eigenkapitalspritze von zwei Millionen Euro ist da eher ein Trostpflaster. Die BaFin fordert nach eigenen Angaben der Noa Bank mindestens zusätzliches Eigenkapital von 10 Millionen Euro, vielleicht sogar 15 Millionen Euro. Und da es unwahrscheinlich ist, dass die Bankenaufsicht diese Deckung aus Boshaftigkeit oder auf politischen Druck verlangt, müssen die Risiken der Bank erheblich sein. Eine Entwarnung ist die Blog-Meldung jedenfalls nicht.

Ein hohes Maß an Transparenz und einen noch höheren moralischen Anspruch hat sich die Bank auf die Fahnen geschrieben. Sogar die „finanzielle Demokratie“ sollte begründet werden. Die exotisch anmutende Kommunikation des Bankgründers François Jozic reduziert die Kontoinhaber jedoch zu Idealisten, die Guerilla-Kriegern gleich dem Bank-Establishment trotzen sollen – so wie sich Jozic wohl auch selbst sieht. Züge eines soliden Bankers lässt er jedenfalls vermissen.

Spekulation lehnt Jozic ab – die überlässt er lieber seinen 15.000 Kunden, die auf das Prinzip Hoffnung setzen: Auf eine Bank, die sich das Vertrauen ihrer Kunden noch nicht verdient hat, dafür aber monatelang Sparzinsen bot, die jeder anderen Bank einfach zu hoch wären. Kunden können derzeit nur spekulieren, was mit Ersparnissen wirklich passiert. Diese Bank und insbesondere François Jozic haben das in sie gesetzte Vertrauen der Kunden nicht verdient.

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