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Anlagetipps für 2022 Robuste Rendite mit Dividenden-Aktien

Tabak, Öl, Pharma, Telekommunikation, Versicherer Quelle: Marcel Stahn

Erfolgreiche Geldanlage ist eine Mischung aus hohen Renditen und Sicherheit. Mit den richtigen Dividenden-Aktien können sich Anleger Stabilität ins Depot legen. Fünf Titel gehören zu unseren Favoriten.

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Konservatives Sparen war selten verlustreicher. Statt für Guthaben auf klassischen Konten Zinsen springen zu lassen, verlangen immer mehr Banken für die Verwahrung größerer Beträge Gebühren. Mit der Inflation kehrt außerdem das Schreckgespenst eingefleischter Sparer zurück. Aufgestaute Ersparnisse, hohe Energiepreise und zerrüttete Lieferketten ließen die Verbraucherpreise in Deutschland im November um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen – eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt 1992. Die Preisentwicklung gepaart mit Null- und Negativzinsen treibt Sparer in riskantere Anlageklassen. Denn risikoarme Anleihen schlagen die Inflation wegen des schwachen Zinsumfelds aktuell nicht.

Die aussichtsreichste Möglichkeit, Geld gewinnbringend anzulegen, bleiben somit im kommenden Jahr Aktien. Allerdings steigt mit den Chancen dieser Anlageklasse auch das Risiko. Besonders unerfahrene Anleger sollten darauf achten, sich eine möglichst breite Streuung ins Depot zu legen. So können sie Klumpenrisiken vermeiden, die bei Problemen in einer bestimmten Branche oder Region das gesamte Portfolio mitreißen. Am einfachsten geht das Mittels börsengehandelter Indexfonds (ETFs) – dennoch können ausgewählte Einzelaktien die persönliche Anlage-Performance verbessern.

Für Sparer sind vor allem Aktien von Unternehmen interessant, die zuverlässig hohe Dividenden zahlen. Dabei beteiligen die Konzerne ihre Aktionäre sozusagen mit kleinen Auszahlungen am Gewinn. Doch nicht jede Ausschüttung an Anleger ist sinnvoll. Dax-Mitglied Bayer zahlte für das vergangene Geschäftsjahr etwa eine Dividende von zwei Euro je Aktie, insgesamt kostete das den Chemie- und Pharmakonzern fast zwei Milliarden Euro. Wegen des Monsanto-Debakels ist Bayers Eigenkapital 2020 jedoch um 35 Prozent zusammengeschmolzen, der freie Cashflow auf ein knappes Drittel eingebrochen. Damit ließ sich die Dividende nicht aus den freien Mittelzuflüssen bezahlen, stattdessen schüttete der Konzern Substanz aus. Ein hoher Preis, um Anleger zufriedenzustellen – und langfristig meist auch nicht in ihrem Interesse. In der Regel wird nur gezahlt, wenn es operativ auch wirklich gut läuft.

Viele Dividenden-Stars verglühen

Dieser Devise folgt auch das neue Management von AT&T. Der US-Telekommunikationskonzerns genoss bei ausschüttungsorientierten Investoren dank konstanter Dividendenzahlungen seit mehr als 30 Jahren und einer satten Dividendenrendite von knapp acht Prozent hohes Ansehen. Operativ strauchelte der US-Riese aber in den vergangenen Jahren, verzockte sich mit Übernahmen in der Filmproduktionsbranche. In der Bilanz klaffen unter anderem dadurch hohe Defizite: Mit 140 Milliarden Euro gehört AT&T zu den am höchsten verschuldeten US-Konzernen.

Seit einem Jahr sitzt nun John Stankey bei AT&T im Chefsessel und dreht einen verunglückten Deal nach dem anderen zurück. Bestandteil der Sanierungsstrategie ist auch eine Dividendenkürzung: Ab kommendem Jahr bekommen Aktionäre nur noch halb so viel. An der Börse sorgte das für Verdruss, die Aktie ist seit der angekündigten Kürzung auf Talfahrt. Für Dividenden-Aktionäre ist das eine Lektion: Nicht nur die Dividendenrendite muss stimmen, es geht um den Gesamtmix.

Während bei AT&T Managementfehler den Ausschlag gaben, sorgte die Coronakrise bei vielen weiteren Konzernen, die für vermeintlich sichere Ausschüttungen bekannt waren, für Dividendenkürzungen. Einige brachen gar mit der Tradition und ließen sie ausfallen. Das widerspricht dem Anlageziel, das mit solchen Aktien verfolgt wird.

Krisensichere Geschäftsmodelle, solide Bilanzen und stabile Aussichten sind daher wesentliche Kriterien bei der Auswahl guter Dividenden-Aktien. In unserer Serie stellen wir fünf Favoriten vor, die zuverlässig zahlen und mit einem robusten Geschäftsmodell auch in Krisenzeiten als Stabilitätsanker im Depot dienen.

Dividenden-Aktien: Unsere Favoriten fürs Depot

Favorit 1: Ganz gleich, welche Krise die Märkte erschüttert: Geraucht wird immer. Weltweit geht die Zahl der Raucher zwar zurück, dennoch greift ein knappes Viertel der Weltbevölkerung noch regelmäßig zum Glimmstängel. Auch wenn Eingriffe wie Steuererhöhungen das qualmende Geschäft erschweren, bewegt das die wenigsten Konsumenten zum Aufhören. Dass Genusssüchtige Preissteigerungen stets in Kauf nahmen, gibt den Herstellern Preismacht, um etwa steigende Produktionskosten weiterzugeben. Mit unserer Empfehlung hätten Anleger ihr Investment bei gleichbleibendem Aktienkurs nach zehn Jahren allein durch die Dividenden wieder drin. (Hier geht es zu unserem ersten Dividenden-Favoriten.)

Favorit 2: Durch den Trend zu grünen Investments ergeben sich ausgerechnet bei grauen Assets Chancen. Immer weniger Fondsmanager kaufen Wertpapiere von umweltschädlichen Konzernen. Dabei bieten gerade in der derzeitigen Marktlage Rohstofftitel gute Perspektiven. Wer über ESG-Kriterien hinwegsieht, bekommt mit unserer Empfehlung ein finanzstarkes Unternehmen zum Schnäppchenpreis und kann zweistellige Dividendenrenditen kassieren. (Hier geht es zu unserem zweiten Dividenden-Favoriten.)

Favorit 3: Ein anderer Dividenden-Favorit feiert dieses Jahr ein besonderes Jubiläum: Ein halbes Jahrhundert konstanter Gewinnausschüttungen. Ob Ölkrise, Dotcomblase, Finanz- oder Coronakrise – die Dividende floss zuverlässig. In besonders schweren Krisenjahren stagnierte die Ausschüttung, ansonsten wurde stets erhöht. Operativ läuft es gut – und auch, wenn der Kurs des Papiers in den kommenden Jahren voraussichtlich eher gemächlich steigen sollte, dürfte die jährliche Dividendenrendite von 4,3 Prozent helfen, die Wartezeit auf höhere Kurse gewinnbringend zu überbrücken. Für Dividenden-Jäger ein wahres Basisinvestment.

Favorit 4: Ein in der Serie empfohlener Konzern musste seine Dividende zuletzt zwar kürzen, erholt sich aber schnell von der Krise. Die wiederanlaufende Weltwirtschaft und die gewaltigen Konjunkturprogramme in China und den USA befeuern das Geschäft. An der Börse wurde der Konzern über Gebühr abgestraft und kompensiert die niedrigere, aber weiterhin üppige Dividende mit guten Aussichten auf Kursgewinne – die Analysten raten fast ausnahmslos zum Kauf, rechnen im Durchschnitt mit einem Preisanstieg von 27 Prozent in den kommenden zwölf Monaten. Zudem stehen die Chancen gut, dass die Gewinnausschüttungen bald wieder in die Nähe vergangener Niveaus steigt.

Favorit 5: In der Pandemie hat sich die Digitalisierung weiter beschleunigt. Doch schon vor Homeoffice und Zoom-Konferenzen war klar, dass unsere vernetze Welt ohne Mobilfunknetze still steht. Das Netzgeschäft bietet deshalb planbare und krisenfeste Einnahmen – an der Börse wird das geschätzt. Mit unserer Empfehlung können Anleger davon profitieren und neben sicheren Ausschüttungen auf einen Kurssprung hoffen.
 



Alle Teile unserer Serie für Langfristanleger im Überblick:
(bereits erschienene Artikel verlinkt)

Mehr zum Thema: Während die Häuserpreise in den USA im kommenden Jahr wohl nicht mehr so stark steigen wie zuletzt, könnte Anlegern bei Kryptowährungen der erste echte Dämpfer drohen. Man befinde sich in einer Blase, warnt ein Experte. Was die US-Börsen 2022 erwartet.


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