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Asien Hält Chinas Fundament bei Immobilien und Aktien?

In China steigen die Immobilienpreise immer schneller. Auch der Aktienmarkt hat sich enorm erholt. Baut sich in Asien eine weitere Blase auf – oder hält das wacklige Fundament?

Wohin mit dem Geld? Quelle: dpa

Nervös tritt Frau Zhao von einem Fuß auf den anderen. Sie weiß noch nicht, ob sie die Wohnung, die ihr der Makler an diesem Nachmittag zeigt, kaufen soll: 64 Quadratmeter in Pekings bester Lage für umgerechnet gut 190 000 Euro. Frau Zhao geht durch Küche und Schlafzimmer, blickt aus der 20. Etage in den Pekinger Winter und nickt. Direkt vor dem Haus ist eine U-Bahn-Station, das gefällt ihr. „Wir müssen mit dem Geld irgendwohin“, sagt die 27-Jährige, „denn bald kommt die Inflation.“

Drei Wohnungen hat Frau Zhao schon. Eine in ihrer Heimatstadt Changsha im Süden und zwei in Peking. Ihr erstes Apartment in der Hauptstadt hat sie vor sechs Jahren gekauft für 780 Euro pro Quadratmeter. Heute liegt der Preis bei 3400 Euro. „Auch bei dieser Wohnung hier geht der Preis kräftig hoch“, hofft Frau Zhao.

Wie viele Chinesen glaubt sie an die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte: Trotz taumelnder Weltwirtschaft fährt China – von kleinen Aussetzern zwischen Herbst 2008 und Frühjahr 2009 abgesehen – traumhafte Wachstumsraten ein. So stieg 2009 die Wirtschaftskraft um 8,7 Prozent, im Schlussquartal beschleunigte die Volksrepublik gar um 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Doch auch in China ging es nicht ohne den Staat. Peking hatte mit einem Konjunkturprogramm von 400 Milliarden Euro die inländische Nachfrage angeheizt, um Exportausfälle in der Weltwirtschaftskrise auszugleichen. Das viele Geld floss jedoch längst nicht nur in neue Kredite für Unternehmen. Es nährte auch Börse und Immobilienmarkt: Die Börse in Shanghai legte seit Anfang 2009 um 60 Prozent zu – trotz eines herben Rückschlags seit Dezember.

"Alles erinnert an Dubai – bloß tausendmal schlimmer"

Chinas Index für Häuserpreise stieg allein in den letzten drei Monaten 2009 um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Februar waren Büro- und Wohnimmobilien in den 70 größten chinesischen Städten 10,7 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Der Durchschnittspreis liegt landesweit mit rund 490 Euro je Quadratmeter 15 Prozent über dem alten Rekord vom Dezember 2007. Spitzenlagen bringen knapp 4300 Euro je Quadratmeter – 50 Prozent mehr als vor einem Jahr und mehr als sehr gute Lagen in deutschen Städten.

Dabei täuschen die Durchschnittspreise noch. „Die offiziellen Zahlen dürften die tatsächliche Entwicklung noch unterrepräsentieren“, sagt Ardo Hansson, China-Chefvolkswirt der Weltbank. Die Preise neuer Wohnungen in Peking und Shanghai sind binnen Monaten um mehr als die Hälfte in die Höhe gesprungen, die für Luxusapartments stiegen noch stärker. Anlagenotstand treibt die Spekulation: Kapitalkontrollen zwingen die Chinesen, ihr Geld im eigenen Land zu investieren. Neben den Börsen in Shenzhen und Shanghai bleiben da nur Immobilien.

„Der Immobilienmarkt in China wird kollabieren. Alles erinnert an Dubai – bloß tausendmal schlimmer“, orakelt der US-Milliardär und Hedge-fonds-Manager James Chanos. Dubai musste sich Milliarden vom Nachbarn Abu Dhabi leihen, um Schulden aus Immobilienprojekten zu überbrücken. „Blasen lassen sich am besten anhand von Kreditexzessen erkennen“, sagt Chanos. Eine Studie des New Yorker Wirtschaftsinstituts National Bureau of Economic Research unterstützt diese These. Die Analysten untersuchten 60 Finanzkrisen seit 1870 und identifizierten das Kreditwachstum als zuverlässigsten Vorkrisenindikator. Beruhigend ist das nicht: Laut Pekings Statistikern wurden 2009 gut 70 Prozent mehr private Wohnbaudarlehen vergeben als 2008. Insgesamt nahmen die Chinesen im vergangenen Jahr 999 Milliarden Euro Kredit auf. Pessimisten gehen davon aus, dass ein Viertel davon faul ist.

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