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Bankenaufsicht Ex-EZB-Banker fordert "Nachdenken über neue monetäre Weltordnung"

Tommaso Padoa-Schioppa, langjähriges Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) und bis Mai 2008 italienischer Finanzminister, fordert Politiker und Zentralbanker im Vorfeld des Finanzgipfels in Washington dazu auf, auf internationale Ebene nicht nur über einen Umbau des Finanzsystems zu sprechen.

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Tommaso Padoa-Schioppa, ehemaliger italienischer Finanzminister Quelle: LAIF

„Wir müssen beispielsweise darüber nachdenken, wie die neue monetäre Weltordnung aussieht", sagte er der WirtschaftsWoche. Nachfragen dazu wollte der ehemalige Top-Notenbanker mit Verweis auf die Brisanz des Themas nicht beantworten.

Deutschland fordert Padoa-Schioppa auf, den Widerstand gegen eine einheitliche Bankenaufsicht in Europa zu beenden. „Die Deutschen haben die D-Mark aufgegeben", sagte er, „sie scheinen aber nicht bereit zu sein, einen Teil der Kompetenzen der Aufsichtsbehörde BaFin abzugeben." Gemessen am Abschied von der eigenen Währung handle es sich dabei aber um „eine vergleichsweise kleine Veränderung".

Padoa-Schioppa hält die national zersplitterte Bankenaufsicht in Europa für ein ernsthaftes Problem, das eine effektive Kontrolle der Finanzbranche verhindert. „Jeder sieht nur einen Ausschnitt und kann keine sinnvollen Schlüsse ziehen, weil ihm das Gesamtbild fehlt." Für die Blockade gegen eine integrierte Bankenaufsicht macht er vor allem die nationalen Behörden selbst verantwortlich. „Die nationalen Aufsichtsbehörden wehren sich erbittert gegen jede Veränderung", betont Padoa-Schioppa, „Die politisch Verantwortlichen können die Widerstände der Bürokraten offensichtlich nicht durchbrechen."

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