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Bankenregulierung Punkt 5: Regulierung ist machbar, und zwar ganz einfach

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Kräftig zugelangt

Ebenso müssten alle indirekt staatlich subventionieren Finanzgiganten aufgespalten werden, jedenfalls dann, wenn sie sowohl im Investmentbanking mit billigem Geld der Notenbanken zocken als auch in der Kreditabteilung Unternehmen und private Bauherren finanzieren. Nur Letztere sollte weiter von den niedrigen Kapitalmarktzinsen profitieren. Die Investmentbanken sollen wetten dürfen, so viel sie wollen; aber sie sollten sich das Geld dafür zu echten Marktpreisen besorgen. Hasardeure in den Banken könnten Staaten dann nicht mehr mit ihrer Systemrelevanz erpressen.

Das jetzige System hat zu viele Interessenkonflikte und Abhängigkeiten an den falschen Stellen geschaffen: Direkte oder indirekte Staatsgarantien haben es den Banken ermöglicht, ihre Bilanzen beliebig zu verlängern, immer größere Risiken anzuhäufen und irre Renditen einzufahren. Um diese zu schaffen, werden nebenbei noch die eigenen Privatkunden – Steuerzahler und Bankenretter – in der Geldanlage bewusst fehlberaten.

Klare Verhältnisse

„Wenn Finanzinstitutionen zu groß sind, um sie scheitern lassen zu können, dann sind sie zu groß und sollten zerschlagen werden“, sagt Nouriel Roubini, Professor an der New York University. Eine Zerschlagung würde klare Verhältnisse schaffen: Im klassischen Kreditgeschäft müssten die Ex-Giganten konkurrieren mit Sparkassen und Genossenschaftsbanken; in der Vermögensverwaltung und im Investmentbanking träfen sie auf Ihresgleichen, auf Leute, die nicht im Büro nebenan einen darbenden Mittelständler sitzen haben: Hedgefonds, Private Equity und unabhängige Vermögensverwalter.

„Es gibt auf den Finanzmärkten breite rechtliche Bereiche, die wir offensichtlich nicht mehr regeln können“, sagt der Darmstädter Bankenprofessor Schneider. Banker aber, die glaubten, damit durchzukommen, unterlägen einem gefährlichen Trugschluss: „Die Gesellschaft schlägt irgendwann zurück.“

Das könnte schneller passieren, als viele Banker denken.

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