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Börse Frankfurt Schwache US-Konjunktur belastet den Dax

Schlechte Konjunkturdaten aus den USA lassen den Dax fällt am Feiertag zurückfallen. Besonders schwach präsentierten sich die Autowerte. Fast alle Aktien im Leitindex lagen zum Handelsschluss im Minus.

Schwache Autoaktien belasten - der Dax rutscht ins Minus. Quelle: handelsblatt.com

Aus Furcht vor einer deutlichen Abkühlung der US-Konjunktur haben sich einige Anleger am Donnerstag aus europäischen Aktienwerten zurückgezogen. Der Dax verlor zwei Prozent auf 7074,12 Punkte, der EuroStoxx50 gab 1,4 Prozent auf 2787,60 Zähler nach. Auch an der Wall Street standen die Zeichen auf Verkauf: Bei Xetra-Schluss in Deutschland notierte der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,6 Prozent niedriger.

"Die Stimmung ist ziemlich düster", sagte Aktienhändlerin Anita Paluch von ETX Capital. "Die Konjunkturdaten der vergangenen Monate deuteten auf ein ordentliches Wachstum in den USA hin." Die deutlich hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Beschäftigtenzahlen der privaten Arbeitsmarktagentur ADP hätten am Mittwoch für ein böses Erwachen gesorgt. "Jeder schaut nun auf die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Nach den enttäuschenden ADP-Zahlen wurden die Erwartungen heruntergeschraubt." Von Reuters befragte Analysten rechnen inzwischen nur noch mit der Schaffung von 150.000 neuen Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft. Am Vortag hatte der Schnitt noch bei 180.000 gelegen.

Am Nachmittag sorgte ein Preisrutsch am Rohölmarkt für zusätzlichen Verkaufsdruck bei den Aktien. Anleger werteten den überraschenden Anstieg der wöchentlichen US-Rohölbestände als weiteres Zeichen für die Schwierigkeiten der weltgrößten Volkswirtschaft. Die US-Ölsorte WTI verbilligte sich um 1,5 Prozent auf 98,82 Dollar je Barrel (159 Liter). Den Angaben der Energy Information Administration (EIA) des US-Energieministeriums zufolge erreichten die Reserven im Mai mit durchschnittlich 371,34 Millionen Barrel den höchsten Stand seit 2006.

Der zunehmende Konjunktur-Pessimismus drückte den Dollar-Index, der die Kursentwicklung zu sechs wichtigen Währungen wie dem Euro widerspiegelt, auf ein Vier-Wochen-Tief von 74,29 Punkten. Einige Anleger spekulierten auf eine Neuauflage des Ende Juni auslaufenden Anleihe-Ankaufsprogramm der US-Notenbank Fed ("Quantitative Easing 2.0") zur Ankurbelung der schwächelnden US-Konjunktur, sagte RBS-Devisenstrategin Ankita Dudani. Sie halte ein "Quantitative Easing 3.0" aber für unwahrscheinlich, da sie für die zweite Jahreshälfte mit einer Erholung der US-Wirtschaft rechne.

Die angekündigte Verschärfung der griechischen Sparbemühungen, die den Euro zeitweise auf ein Vier-Wochen-Hoch von 1,4486 Dollar hievte, traf am Aktienmarkt nur auf geringes Echo. Die zusätzlichen Anstrengungen gelten als Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Tranche an Hilfskrediten. "Da wirkt die Herabstufung der griechischen Bonität von gestern abend noch nach", sagte ein Börsianer. Moody's hatte die Kreditwürdigkeit um drei Stufen auf "Caa1' gesenkt. Als Grund nannte die Rating-Agentur Zweifel, dass der Mittelmeer-Anrainer um eine Umschuldung herumkommen werde.

Weit oben auf der Verkaufsliste der Anleger standen die Favoriten der vergangenen Tage: BASF und Daimler gaben 3,1 beziehungsweise 2,4 Prozent nach. Beide hatten sich in den vergangenen Tagen überdurchschnittlich entwickelt. Spekulationen auf finanzielle Belastungen im Zusammenhang mit dem geplanten Atom-Ausstieg drückten RWE und E.ON weiter ins Minus. Sie büßten in der Spitze jeweils etwa zwei Prozent ein. RWE-Titel waren mit 39,24 Euro so billig wie seit Oktober 2004 nicht mehr, E.ON fielen auf ein neues Zweieinhalb-Jahres-Tief von 19,05 Euro. Zeitweise als einziger Wert im Plus halten konnten sich die Papiere der Commerzbank, die um 2,1 Prozent auf 3,21 Euro zulegten - doch am Ende ebenfalls ein leichtes Minus verbuchen mussten.

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