15 Jahre Nebenwerte-Index Warum der SDax den Dax abhängt

Der SDax, der Index für Nebenwerte an der Frankfurter Börse, feiert seinen 15. Geburtstag. Unter den 50 Unternehmen gab es rasante Aufstiege und tiefe Stürze. Für Anleger hat sich das gelohnt.

Millionäre werden immer reicher
Besonders wohlhabende Menschen haben ihren Reichtum im vergangenen Jahr erneut kräftig gemehrt. Das Vermögen aller Millionäre kletterte 2013 weltweit um fast 14 Prozent auf den Rekordwert von insgesamt 53 Billionen Dollar, wie aus einer Studie von CapGemini und RBC Wealth Management hervorgeht. Quelle: AP
Weltweit gab es 2013 fast 14 Millionen Personen mit einem Anlagevermögen von mindestens einer Million Dollar. Davon wohnten 1,13 Millionen in Deutschland und 330.000 in der Schweiz. Quelle: dpa
Die Wirtschaftspolitik der Regierung Abe bescherte Japan den stärksten Anstieg bei der Zahl der Millionäre. Brasilien und Russland lagen unter den größeren Ländern dagegen am Ende dieser Rangliste. Quelle: dpa
Treiber des globalen Millionärszuwachses und dem Anstieg des Vermögens waren die gute Entwicklung der Aktienmärkte und die konjunkturelle Erholung. "Betrachtet man den langfristigen Wachstumstrend, so entstand fast 40 Prozent des derzeitig relevanten Vermögens allein in den letzten fünf Jahren", erklärte RBC-Manager George Lewis. Quelle: dpa
Doch die mit dem meisten Geld in der Tasche gucken bei Börsengeschäften nur zu. Nur 26 Prozent des Vermögens der Megareichen ist in Aktien angelegt. Zum Vergleich: Profi-Investoren und Fondsmanager halten etwas mehr als der Hälfte ihres verwalteten Vermögens in Aktien. Die Reichen hätten den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg verpasst, erklärt Anlagestratege Brian Jacobsen von Wells Fargo Asset Management. Die US-Bank schätzt, dass ihre reichsten Kunden sogar 40 Prozent ihres Vermögens in Cash vorhalten. Die Aktienkurse seien nach der Finanzkrise 2008 einfach zu schnell gestiegen, fügt Jacobsen hinzu. Quelle: dpa
20 Prozent legen die Reichen in Immobilien an. Vor allem seit dem Ausbruch der Finanzkrise horten sie ihr Geld, statt in volatile Märkte zu investieren: Vor 2008 lag die Barquote nur etwa halb so hoch wie heute. Quelle: dpa
Die Superreichen sitzen auf hohen Bargeldbeständen - und die verlieren ständig an Wert, weil die Mini-Zinsen auf Sparguthaben unter der Inflationsrate liegen. Der Studie von CapGemini und RBC Wealth Management zufolge halten die zwölf Millionen Reichsten der Welt 28 Prozent ihres Vermögens in bar. Quelle: dpa/dpaweb
Ausgehend vom langfristigen Durchschnitt erwarten die Autoren der Studie bis 2016 ein jährliches Vermögenswachstum von knapp sieben Prozent. Dann dürften die Millionäre insgesamt über ein Anlagevermögen von 64 Billionen Dollar verfügen - und darin sind ihre selbst bewohnten Häuser und Sammlungen nicht einmal enthalten. Quelle: obs
Zurzeit ist Nordamerika immer noch der reichste Kontinent. Dies dürfte sich aber schon 2015 ändern, wenn die Vermögen in der Region Asien-Pazifik voraussichtlich den Reichtum nordamerikanischer Millionäre übersteigen wird. In Asien erwarten CapGemini und RBC Wealth Management in den kommenden Jahren auch das stärkste Wachstum. Schlusslicht dürfte Lateinamerika sein. Wo aktuell die meisten Millionäre leben, erfahren Sie hier. Quelle: REUTERS

Zu seinem 15. Geburtstag kommt erneut Bewegung in den SDax. Nicht nur, weil die Börsenkurse am Morgen des 23. Juni allgemein nachgaben, sondern auch, weil der Nebenwerteindex zwei Neuzugänge sowie zwei Abgänge verzeichnet. Neu aufgenommen hat die Deutsche Börse die Baumarktaktie Hornbach und die Papiere des Bundesligisten Borussia Dortmund. Platz machen müssen die Aktien der Fluggesellschaft Air Berlin und des Druckmaschinenherstellers König & Bauer.

Aktien, die es in den deutschen Leitindex Dax geschafft haben, sind im deutschen Börsenolymp angekommen. Weiter aufwärts geht es nicht. Aber nicht nur der Dax notiert nahe der 10.000 Punkte auf einem historischen Höchststand, auch in den niedrigeren Börsenindizes ist längst ein Rekordhoch erreicht.

Dabei geht es in den kleineren Brüdern des Dax, dem MDax für mittelgroße Unternehmen und dem SDax für Nebenwerte, zu wie in einem Taubenschlag. Zum SDax zählen 50 Unternehmen aus dem streng regulierten Börsensegment Prime Standard, die im Rang den 50 MDax-Titeln in Bezug auf Marktkapitalisierung und Handelsvolumen folgen.

Nur ein einziges der 50 SDax-Unternehmen ist von Anfang an in dem Auswahlindex vertreten. Susanne Zeidler vom SDax-Gründungsmitglied Deutsche Beteiligungsgesellschaft AG hatte deshalb am Montag die Ehre, gemeinsam mit Deutsche-Börse-Vorstand Hauke Stars den Börsenhandel einzuläuten.

Alle anderen Aktien im Index sind Auf- oder Absteiger. Einige Unternehmen schafften bereits kurz nach bei ihrer Börseneinführung den Sprung in den SDax, wie etwa der Immobilienkonzern Deutsche Annington. Ehemalige Dax-Titel wie Heidelberger Druckmaschinen, MLP oder Puma haben nach Jahren schwächelnder Geschäfte im SDax eine neue Heimat gefunden, nachdem sie die Riege der Dax-Konzerne verlassen mussten.

Die häufigen Wechsel in der Index-Zusammensetzung sind durchaus sinnvoll und nötig - denn etwa jedes fünfte Unternehmen der 15 Jahre währenden SDax-Geschichte musste Insolvenz anmelden. Unternehmen wie Walter Bau, Gericom oder CE Consumer Electronic sind vom Kurszettel verschwunden. Zahllose weitere mussten den Nebenwerte-Index verlassen - sei es, weil sie den Sprung in MDax oder Dax schafften, oder weil sie die Mindestanforderungen für die SDax-Zugehörigkeit nicht mehr erfüllten - so wie jetzt die gebeutelten Unternehmen Air Berlin und König & Bauer.

Die regelmäßige Bereinigung hat für Anleger einen großen Vorteil: Der SDax hat sich weit besser entwickelt, als der Schwergewichtsindex Dax. In den 15 Jahren legte das Nebenwerte-Barometer von 2851 Punkten - dem rechnerischen Anfangsstand - auf 7481 Punkte zu: ein Anstieg um 162 Prozent. Seit seinem Bestehen bescheren die SDax-Aktien den Anlegern so im Durchschnitt eine Rendite von 6,7 Prozent im Jahr. Beim Dax sind es 2,5 Prozentpunkte weniger.

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Die SDax-Nebenwerte, die eine geringere Marktkapitalisierung und niedrigere Handelsvolumina aufweisen als Aktien in Dax und MDax, bieten Anlegern höhere Renditechancen. Im Gegenzug sind sie aber auch mit höheren Risiken verbunden. Das liegt nicht unbedingt an den Unternehmen und ihrer Größe, sondern primär daran, dass die Kurse schwankungsanfälliger sind. Die Indizes MDax und SDax entwickeln sich seit Jahren dynamischer als ihr großer Bruder Dax. In den vergangenen fünf Jahren legte der Dax um rund 110 Prozent zu. Der SDax brachte es in dieser Zeit hingegen auf ein Plus von 175 Prozent. Der MDax schaffte sogar ein Plus von mehr als 200 Prozent.

Viele sehen im SDax einen Tummelplatz der heimlichen Weltmarktführer. Oft handelt es sich bei Index-Mitgliedern um erfolgreiche und äußert wachstumsstarke Nischenanbieter. Zu den Top-Performern im Index gehörten zweifellos Aktien wie der Tickethändler CTS Eventim. Seit dem Börsendebüt von zehn Jahren hat sich der Aktienkurs verzwölffacht. Der Aktienkurs des Autovermieters Sixt hat sich seit dem Börsengang 2003 immerhin verzehnfacht. Es kann sich Anleger somit durchaus lohnen, sich die Rosinen unter den Sdax-Unternehmen herauszupicken oder mit einem börsengehandelten Fonds direkt auf den ganzen Index zu setzen.

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