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25 Jahre "Schwarzer Montag" Wie es zu Börsencrashs kommt

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Die Gründe für Kursschwankungen

Doch wie entstehen solche Börsenpannen? Für die meisten computergenerierten Kurseinbrüche trifft eine der folgenden Erklärungen zu:

  • Flash-Orders: Diese Blitzaufträge arbeiten mit dem Volumen der Aufträge, die Einzelgewinne sind meist gar nicht so hoch. Bei einer Flash-Order informiert Computer A Computer B eine Tausendstelsekunde vor den anderen Marktteilnehmern über den kommenden Auftrag. Computer beziehungsweise Händler B kann so vor den anderen zugreifen und weiterverkaufen. Diese Art des Handels kann bei großen Volumina das Börsensystem überlasten und den weiteren Handel über Stunden beeinträchtigen.

  • Fat Finger Order: Der Händler, der den großen oder kleinen Crash ausgelöst hat, hat sich schlicht vertippt, eine Null zu viel eingegeben oder Stückzahl und Kurse verwechselt. Ginge es um ein Schiff oder Flugzeug anstatt um Milliarden, wäre hier wohl von menschlichem Versagen dir Rede. Und das lässt sich durch keine Systemoptimierung der Welt verhindern. Das einzig Gute: Die Fat Finger Order wirkt sich meist nur auf einzelne Aktien oder Derivate aus.

Helmer versucht zwar, die deutschen beziehungsweise europäischen Anleger zu beruhigen, in dem er sagt, dass die jüngsten Störungen allesamt in den USA auftraten. Erst vor ein paar Monaten hatte der Börsengang des Sozialen Netzwerkes Facebook die Handelssysteme überfordert und die Wall-Street-Firma Knight Capital geriet durch einen Softwarefehler an den Rand des Ruins. "In den Vereinigten Staaten werden die Marktstrukturen immer komplexer, da die Handelsplätze immer stärker miteinander vernetzt werden", sagt Helmer.

Kuriose Börsenpannen

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Doch was nutzt das bei globalisierten Märkten? Dass die Fehler überwiegend in den USA passieren, schützt weder den Anleger in Deutschland, noch den in Indien oder Südafrika vor Kursverlusten. Die Märkte sind schließlich kein isoliertes System. Als im Mai 2010 der sogenannte Flash Crash den Dow Jones ins Bodenlose stürzen ließ, reagierte kurz darauf natürlich auch der Dax. Am Abend des 6. Mai um 20.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit brach der Dax plötzlich um fast 300 Punkte ein, erholte sich aber - wie auch der Dow Jones - umgehend wieder.

Hinzu kommt, dass es unabhängig vom Handelssystem auch immer noch die Gefahr der Panik gibt. Diese muss gar nicht zwangsläufig durch eine Naturkatastrophe, einen Terroranschlag oder die nächste Herabstufung eines europäischen Schuldenstaates entstehen. Es genügt schon, wenn ein Händler in einem ansonsten ruhigen Marktumfeld eine große Verkaufsorder losschlägt. Dann kommt oftmals der Herdentrieb zum Vorschein. Wenn der Alpha-Investor vor dem Löwen flieht, zieht das Rudel mit - es kommt zu Kursausschlägen.

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