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30 Werte im Test Dax-Aktien zum Durchstarten für 2013

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Münchener Rück, RWE, SAP

Die schlechtesten zehn Dax-Aufsichtsräte
Note 3,0 - Rang 18. Der Aufsichtsrat der Deutschen Börse kann laut Ranking in Sachen Investmentexpertise punkten. Die Kehrseite der Medaille: Fast alle Aktionärsvertreter sind Vertreter von Investmentfirmen und haben kaum Erfahrung im Management und in operativen Funktionen. Quelle: dpa
Note 3,0 - Rang 18. Gleichauf mit der Deutschen Börse sieht die Studie beim Aufsichtsrat der Deutschen Telekom Verbesserungsbedarf im Kleinen: Wünschenswert sei ein wenig mehr Branchenkenntnis der Mitglieder, eine ausgewogenere Verweildauer im Gremium und mehr Ausländer. Quelle: dpa
Note 3,1 - Rang 22. Die Aufsichtsräte von MAN würden, laut Ranking, durchschnittlich zu kurz im Amt verweilen. Darüber hinaus nehme VW massiv Einfluss auf den Fahrzeughändler. Quelle: dpa
Note 3,1 - Rang 22. Der Pharma- und Gesundheitsdienstleister hat einen rein deutschen, einen rein männlichen und den durchschnittlich ältesten Aufsichtsrat im gesamten Dax. Quelle: dpa
Note 3,3 - Rang 24. Der beliebte deutsche Sportartikelhersteller patzt vor allem in zwei Punkten. Ihm fehle es, laut Studie, an asienerfahrenen und weiblichen Aufsichtsräten. Quelle: dapd
Note 3,3 - Rang 24. Punktgleich mit Adidas sei der Aufsichtsrat des weltweit größten Anbieters für Dialyseprodukte zu alt, zu männlich und zu träge. Wie das Ranking ausweist, sei ein Aufsichtsratsmitglied durchschnittlich mehr als zehn Jahre im Gremium dabei. Quelle: AP
Not 3,3 - Rang 24. Zu politisch sei der Aufsichtsrat des Energiekonzerns RWE, so die Studie. Zwei Bürgermeister, zwei Landräte und mit Wolfgang Schüssel ein ehemaliger österreichischer Bundeskanzler sitzen im Gremium. Typische Rohstofflieferantenländer decke der Erfahrungsbereich der Aufsichtsräte dagegen weniger ab. Quelle: REUTERS

Münchener Rück: Fast katastrophenfrei

Das Versicherungsgeschäft des weltgrößten Rückversicherers läuft wieder rund, die Schäden aus Naturkatastrophen halten sich im Rahmen. Das Unternehmen hat die Prognose für den Konzerngewinn auf drei Milliarden Euro angehoben (2011: 0,7 Milliarden Euro ) – vorausgesetzt, Wirbelsturm Sandy kostet nicht mehr als erwartet und weitere Katastrophen bleiben aus. Bleibt es so ruhig, kann sich die Schaden-Kosten-Quote sehen lassen. Im Rückversicherungsgeschäft gaben die Münchner 2012 bislang für jeden eingenommenen Euro knapp 94 Cent aus. Das ist passabel, liefert aber auch keine Argumente für höhere Prämien. Niedrigzinsen erschweren die sichere Anlage des zuletzt 222 Milliarden Euro schweren Portfolios in der Banken- und Staatsschuldenkrise. Im Schnitt von sechs Monaten lag die Rendite auf neu angelegtes Kapital bei mageren 2,3 Prozent.

Münchener Rück

Bleibt der Zins mickrig, könnte die Tochter Ergo samt Lebensversicherung langfristig Probleme bekommen – die Branche hat Kunden im Schnitt über drei Prozent Zins versprochen. Der Ergo-Anlagechef könnte Aktien der Mutter kaufen: Die hat die Dividende seit 1969 nie gekürzt, vorerst soll das so bleiben. Die Dividendenrendite ist attraktiv. Der Kurs hat einiges vorweggenommen, die Aktie ist erst nach einem Rückschlag ein Kauf.

RWE

RWE: Nur für Hartgesottene

Das Jahr war erneut nervenaufreibend für Aktionäre des Energieversorgers. Vor allem die Folgen der Energiewende belasten den Aktienkurs. Die hohen Schwankungen dürften auch 2013 anhalten, allein schon, weil die Energiewende weiterhin eine Rolle spielen dürfte. Besserung ist nicht in Sicht, ein möglicher Regierungswechsel hin zu Rot-Grün würde die Rahmenbedingungen für RWE wahrscheinlich noch verschlechtern. Zu dieser Ungewissheit gesellen sich schwache Fundamentaldaten.

So betrugen die Nettoschulden per Ende September 34,2 Milliarden Euro, das waren 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Mitte November bekräftigte RWE zwar noch seinen früheren Ausblick für 2013. Nichtsdestotrotz sind Zweifel angebracht, ob RWE das hohe Dividendenniveau halten kann. Manch ein Analyst hält gar die Aussetzung der Ausschüttung für notwendig. Damit fiele das wichtigste Argument für die Aktie weg. Das einstige Witwen-und-Waisen-Papier ist zurzeit allenfalls etwas für hartgesottene Spekulanten.

SAP

SAP: Lokomotive im Dax

Die als gemächlich verschrienen Badener ziehen den Dax: Anders als von Skeptikern erwartet, hat SAP die Herausforderung Cloud Computing nicht nur angenommen, sondern zum Gewinnbringer gemacht. Dem Geschäft mit der Datenwolke gehört die Zukunft; Befürchtungen, SAP könnte den Trend verschlafen oder zu schwerfällig für dessen erfolgreiche Adaption geworden sein, bewahrheiten sich nicht. Im Gegenteil: Durch geschickte Zukäufe wächst SAPs Geschäft in der Datenwolke schnell. Wichtig ist aber zunächst, die eigenen Bestandskunden in die neue Datenwelt zu bringen, denn SAP ist mit großem Abstand Weltmarktführer bei Betriebssoftware (Buchhaltung, Vertrieb, Einkauf, Personal).

Das klappt: Die Tochter SuccessFactors gewinnt derzeit neun von zehn Ausschreibungen bei den SAP-Altkunden. Die Umsätze mit Cloud-basierter Software und Services sollen bis 2015 zwei Milliarden Euro erreichen – nicht unrealistisch. Schon dieses Jahr könnte die erste Milliarde geknackt werden, für 2013 und danach sind 30 Prozent Umsatzwachstum in der Cloud pro Jahr drin. Und inzwischen hat SAP mit der superschnellen Datenbank (HANA) in Sachen Zukunftstechnik einen weiteren Trumpf im Ärmel.

Hier wachsen die Umsätze ebenfalls zweistellig. Auch das Stammgeschäft läuft gut. Zwar drückt der Ausbau des Zukunftsgeschäfts derzeit etwas auf die Gewinnmarge des Konzerns, doch die Aktie ist noch nicht zu teuer: Das KGV 2013 liegt bei 17 und unbereinigt nach Rechnungslegung US-GAAP bei 19, der Umsatz wächst pro Jahr um etwa 15 Prozent. Die Gewinnmarge (Ebit) liegt trotz der Investitionen immer noch bei beachtlichen 30 Prozent. Nach dem starken Kursanstieg ist ein Rücksetzer nicht unwahrscheinlich, langfristig bleibt die Aktie aussichtsreich.

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