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Ackman, Marshall Wace, Lone Pine Capital Wie Hedgefonds Aktienkurse nach unten prügeln

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Bei Insiderhandel droht Gefängnis

Insidergeschäfte sind in den USA und in der EU verboten. Wer sich schuldig macht, landet schlimmstenfalls für mehrere Jahre im Gefängnis. Gleiches gilt für Marktmanipulation. Laut Gesetz ist es verboten:

- unrichtige und irreführende Angaben zu machen, die für die Bewertung eines Wertpapiers erheblich sind;

- Geschäfte zu machen, die falsche oder irreführende Signale für Angebot, Nachfrage oder Preis eines Wertpapiers geben.

„Ob der betroffene Anleger tatsächlich von den Insiderinformationen profitiert hat oder nicht, ist für die Strafbarkeit unerheblich“, sagt Oliver Maaß, Rechtsanwalt in der Kanzlei Heisse Kursawe Eversheds in München. Lediglich beim Strafmaß spiele der eigene Profit eine Rolle.

Andere Aktionäre, die durch Insiderdeals geschädigt wurden, können die illegalen Zocker nur schwer haftbar machen. „Dazu müssten sie nachweisen, dass sie vorsätzlich sittenwidrig geschädigt wurden“, sagt Anwalt Maaß. Bei Insiderdeals gehe es in der Regel aber nur um den eigenen Profit. So fällt es auch den in Volkswagen investierten Hedgefonds so schwer, Schadensersatz bei Porsche wegen Kursmanipulation einzutreiben. Porsche hatte mit riskanten Finanztransaktionen versucht, VW zu übernehmen. In der Folge kam es beim Autobauer aus Wolfsburg zu starken Kursschwankungen. Bisher sind die Hedgefonds mit ihren Klagen vor Gericht gescheitert.

Nur wenn derjenige, der Insiderinformationen nutzt, vom Schaden eines Dritten profitiert, besteht ein Anspruch auf Schadensersatz. Im Fall Deutsche Bank gegen den Medienunternehmer Leo Kirch haben seine Anwälte versucht zu belegen, dass das Kreditinstitut Kirchs Pleite gefördert habe, um Teile seines Unternehmens günstig zu übernehmen. Kirchs Erben und die Deutsche Bank einigten sich auf einen Vergleich.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin untersuchte 2013 etwa 260 Fälle von Insiderhandel und Marktmanipulation. Die Beweislage ist oft schwierig. Von 135 Verfahren, in denen Staatsanwaltschaften ermittelten, kam es nur bei 14 Fällen zu einem Gerichtsverfahren, der Rest wurde eingestellt.

Hedgefonds bewegen sich wie im Fall des US-Diätmittelherstellers Herbalife in einem rechtlichen Graubereich. Seit Dezember 2012 versucht Bill Ackman mit einer Kampagne deren Kurs zu drücken.

Oktober 2013 in der Saïd Business School in Oxford: Bill Ackman gibt sich vor den Studenten im Hörsaal als Wohltäter: „Wir wenden Leerverkäufe nur dann an, wenn es gut für die Welt wäre, wenn dieses Unternehmen verschwindet.“ Wen er damit meint, ist schnell klar. Herbalife betreibe ein Schneeballsystem, so Ackman.

Börse



Herbalife verkauft seine Produkte über einen Strukturvertrieb. Führungskräfte verdienen an Provisionen von Mitarbeitern, die sie rekrutiert haben. Das Unternehmen, so Ackman, generiere Umsätze vor allem durch neue Vertriebler, die Produkte kaufen müssten. Herbalife bestreitet dies.

Die SEC untersucht derzeit, ob Hedgefonds unzulässig mit Herbalife-Aktien spekuliert haben. Nicht nur Ackman, auch Hedgefonds, die Wetten auf steigende Kurse gemacht haben, darunter die Spekulanten George Soros und Carl Icahn, stehen im Fokus. Das zweifelhafte Geschäftsmodell von Herbalife will die US-Börsenaufsicht ebenfalls prüfen.

Bei Wetten auf fallende Kurse sind Gut und Böse selten klar verteilt.

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