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Ackman, Marshall Wace, Lone Pine Capital Wie Hedgefonds Aktienkurse nach unten prügeln

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Nur erfolgreiche Wetten werden gern publik gemacht

Gegenüber der Presse geben sich die Männer hinter den Hedgefonds meist zugeknöpft. „Wir reden nicht mit Journalisten“, sagt Andy Dubin vom Londoner Vermögensverwalter AKO Capital. Dass AKO zuletzt am deutschen Markt bei Hochtief und Software AG auf fallende Kurse wettete, ließ sich nicht leugnen. Ungern legen die Hedgefonds ihre Wetten offen, soweit sie Gesetze nicht dazu zwingen. Zu groß ist die Angst vor Ideenklau. Nur wenn Wetten erfolgreich waren, werden sie hinterher gerne publik gemacht.

Entwicklung des Index HFRI Short Bias (zum Vergrößern bitte anklicken)

Neujahrstag 2014 im altehrwürdigen Stadion Old Trafford: Schiedsrichter Howard Webb pfeift in der 96. Minute die Fußballpartie zwischen Manchester United und Tottenham Hotspur ab. Bei den ManU-Fans herrscht Tristesse. Sie müssen eine 1:2-Niederlage verdauen, ihre Mannschaft steht in der höchsten britischen Fußball-Liga nur auf Platz 6. Gefreut hat sich dagegen Hedgefondsmanager Crispin Odey. Er hatte im Dezember gegen die Aktie von Manchester United gewettet.

Selber wetten

Dass sich weitgehend unregulierte Hedgefonds – wie im Fall Ackman – einem breiten Publikum öffnen, ist selten. Einsteigen kann in der Regel nur, wer mindestens einen sechsstelligen Betrag mitbringt. Zwar sind auch in Deutschland Investmentfonds zum Vertrieb zugelassen, die auch auf fallende Kurse wetten dürfen, sie sind aber stärker reguliert als ihre Pendants in den USA und Großbritannien und nennen sich auch nicht Hedgefonds.

In Deutschland haben Privatanleger lediglich Zugang zu Dach-Hedgefonds, die in einzelne Hedgefonds investieren. Dach-Hedgefonds jedoch dürfen selbst nicht leer verkaufen.

Wer voll ins Risiko gehen will, der kann Leerverkäufe auch selbst über einen Online-Broker abwickeln. Neben der Ordergebühr fallen noch zusätzliche Kosten für die Wertpapierleihe an. Zudem müssen die Anleger bei einigen Anbietern für einen Teil ihres Leerverkaufs eine Sicherheit hinterlegen (sogenannte Margin). Die Investments sind riskant, denn sind die Verluste des Leerverkaufs höher als die Margin, kann der Online-Broker dem Anleger zwangsweise Aktien ins Depot buchen, um die offene Position wieder glattzustellen, oder weitere Sicherheiten verlangen (Margin Call). Dann muss der Kontoinhaber Geld nachschießen. Wem solche Shorts auf einzelne Aktien zu riskant sind, der kann auf fallende Kurse in einzelnen Märkten und Branchen wetten, etwa mit Short-Indexfonds.

Falsche Signale

Hedgefonds wetten auf fallende Kurse (zum Vergrößern bitte anklicken)

Selbst für Privatanleger, die riskante Wetten meiden, können die Geschäfte der Profis aber wichtig für die eigene Anlage sein.

Gesamtmarkt: Der Anteil der leer verkauften Aktien wird an den US-Börsen mit der Short Ratio gemessen. Im Herbst 2008, nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers, stieg die Short Ratio des S&P 500 auf Rekordniveau. Die Shorties lagen richtig, ein globaler Aktiencrash folgte.

Daraus lässt sich jedoch keine Erfolgsformel stricken. Auch 2011 lag die Short Ratio zeitweise auf hohem Niveau, ohne dass der Markt kippte. Als Anfang August 2011 die Ratingagentur Moody’s den USA das Top-Rating AAA als Schuldner entzog, brach der S&P 500 zwischenzeitlich ein. Bis Ende Oktober hatte der Index die Verluste wieder reingeholt. Die Shorties waren also nur kurzfristig erfolgreich. Auch 2012 und 2013 versuchten die Leerverkäufer den S&P 500 zu kippen — vergeblich. Als Indikator für eine Wende am Gesamtmarkt taugen die Shorts der Hedgefonds also wenig.

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