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Agrarpreise Hitzige Schlachten um Getreide

Erst kommt das Essen, dann die Moral: Steigende Nahrungsmittelpreise werden allgemein wieder für Stress sorgen – nicht nur in der arabischen Welt.

Supporters of Muslim Brotherhood shout slogans during a sit-in protest Quelle: REUTERS

Ungeachtet saisonaler Schwankungen bei Ernten und Lagerbeständen besteht eine strukturelle Angebotsknappheit bei Grundnahrungsmitteln. Die Agrarproduktion nimmt seit Jahren im Trend langsamer zu als die Weltbevölkerung. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO müsste die globale Agrarproduktion bis 2050 um 70 Prozent steigen, um die Nahrungsbedürfnisse der Welt zu decken. Doch die Ackerflächen werden sich bis 2050 nur um fünf Prozent ausweiten.

Prominente Ackerbürger
Wendelin Wiedeking
Günther Fielmann
Bernhard Termühlen
Ted Turner
An der Spitze der größten Landbesitzer in den USA könnte Turner schon bald von John C. Malone, ebenfalls Medien-Tycoon, abgelöst werden. Malone ist Chef des Medien-Konzerns Liberty-Media und er hält u.a. Anteile an dem Kabelsender QVC. Nach einem Bericht der New York Times und des Magazins The LandReport, einer Zeitschrift für Landbesitzer, kauft Malone gerade eine riesige Waldfläche im Staat Maine an der Ostküste der USA. Sie umfasst eine Fläche von rund 400 000 Hektar. Malone besitzt bereits größere Landgebiete im Norden des Staates Maine sowie in New Hampshire und in New Mexico. Mit dem Kauf des Waldlandes in Maine würde er seinen Landbesitz verdoppeln. Die lokale Holzwirtschaft in Maine hofft, dass Malone das Waldland nicht kultivieren wird. Das Gebiet lebt von der Forstwirtschaft. Außerdem sind auf Malones neuem Besitz zwei Papierfabriken ansässig. Wie viel Malone für die Fläche an die Firma GMO Renewable Resources zahlt, ist nicht bekannt.
Nicolas Berggruen
George Soros

Die jüngsten Preissprünge für Weizen , Mais und Sojabohnen sind nicht das Werk von bösen Spekulanten, sondern spiegeln das zunehmende Risiko von trockenheitsbedingten Ernteausfällen in wichtigen Anbauregionen.

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Damit steigt die Gefahr von Versorgungslücken und Unruhen, vor allem in der arabischen Welt, in der viele Länder besonders abhängig sind von Nahrungsmittelimporten. Ein steigender Ölpreis wäre die logische Folge, auch weil die Saudische Herrscherfamilie, um das Land ruhig zu halten, wieder Schecks an die Bevölkerung verteilen wird, die mit Öleinnahmen gedeckt werden müssen.

Auch in Peking wird man den inflationstreibenden Preissprung an den Agrarmärkten genau beobachten und die geldpolitischen Zügel möglicherweise weniger beherzt lockern als es sich die Internationale der Gelddruckfetischisten an den Finanzmärkten erhofft.

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