Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Aktien-Rückblick Darden Restaurants, Anleihetipp Hochtief und Fondstipp Paladin One

Aktien-Rückblick: Darden Restaurants - Den Geschmack getroffen

Die Restaurantkette Darden Restaurants betreibt in den USA inzwischen acht Full-Service-Gastroketten, also Restaurants mit Tischservice, Tellern und Besteck. Italienische Küche wird etwa bei Olive Garden serviert, während im Longhorn Steakhouse Fleisch auf den Teller kommt. Das sind die beiden bekanntesten Marken des Betreibers von insgesamt 1600 Restaurants.

Das Rezept, solide und abwechslungsreiche Küche zum erschwinglichen Preis zu bieten, trifft den Geschmack. Sieben Ketten von Darden verzeichneten jüngst Umsatz- und Ertragssteigerungen. Flächenbereinigt stiegen die Erlöse im Schlussquartal des Geschäftsjahres 2017/18 (27. Mai) um 2,2 Prozent. Nur der jüngste Zukauf, Cheddar’s Scratch Kitchen, schaffte das noch nicht. Das aber lag vor allem an den Integrationsaufwendungen. Darden schluckte den Spezialisten für frische Speisen, der seine Gerichte ohne Fertigprodukte zubereitet, im März 2017 für 780 Millionen Dollar in bar.

In der Bilanz hat der Zukauf Spuren hinterlassen. Die Nettoschulden erhöhten sich auf 780 Millionen Dollar. Sie entsprechen aber nur dem 0,7-Fachen des operativen Ergebnisses vor Vermögensabschreibungen – unbedenklich.

70 Prozent vorne liegen Anleger inzwischen mit der Aktie (WirtschaftsWoche 16/2016). Nach dem jüngsten steilen Kursanstieg können sie nun aber durchaus Gewinne mitnehmen. Damit wären sie nicht allein. Darden-Vorstandschef Eugene Lee verkaufte unlängst eigene Aktien für 6,5 Millionen Dollar.

Rückblick

Anleihetipp: Hochtief - Bis zu 200 Milliarden Euro Auftragsvolumen in Sicht

Mit 1,6 Prozent Jahresrendite ist die jüngste, 500 Millionen Euro schwere Anleihe von Hochtief im Niedrigzinsumfeld interessant. Der früher in Essen beheimatete Baukonzern, der mittlerweile zum spanischen Infrastrukturkonglomerat ACS gehört, wird durch die Anleihe die Übernahme des Autobahnbetreibers Abertis finanzieren. Dabei ist absehbar, dass Hochtief vor einem Gewinnschub steht. Langfristig könnte sich damit auch das Rating von BBB (unterer Investmentbereich) verbessern.

AnleiheHochtief
ISINDE000A2LQ5M4
Kurs100,70 Prozent
Kupon1,75 Prozent
Rendite1,64 Prozent
Laufzeit bis3. Juli 2025
WährungEuro
Risikoklasse2/5
Quelle: Bloomberg, Thomson Reuters

Die Abertis-Übernahme ist für Hochtief ein cleverer Deal. Die Anteile, die demnächst von der Börse genommen werden, kommen in eine neue Dachgesellschaft. Daran werden Hochtief 20 Prozent, ACS 30 Prozent und der italienische Autobahnbetreiber Atlantia 50 Prozent plus eine Aktie halten. Über die Holding fließt Hochtief ein Fünftel der Gewinne zu. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) könnten das rund 600 Millionen Euro im Jahr werden. Insgesamt dürfte Hochtief das Ebitda so auf über 1,5 Milliarden Euro steigern. Da die Schulden von Abertis vor allem von Atlantia getragen werden, dürfte sich die komfortable Finanzsituation von Hochtief nicht grundsätzlich ändern. Zum ersten Quartal hatte Hochtief 942 Millionen Euro Nettovermögen. Dass Atlantia mit 24 Prozent Anteil als neuer Großaktionär an Bord kommt, ist kein Nachteil. Als spanisch-italienisch-deutsches Gemeinschaftsunternehmen wird Hochtief Teil des größten Infrastrukturverbunds Europas. Allein für die nächsten vier Jahre rechnen die Manager der neuen Holding mit Aufträgen über 200 Milliarden Euro.

Fondstipp: Paladin One - Auf Perlenjagd

Matthias Kurzrock, Paladin-Fondsmanager, sucht nach Aktien, deren Wert sich erst auf den zweiten Blick offenbart. So eine Aktie fand er im norwegischen Fährunternehmen Fjord1. „Sie haben langfristige Verträge mit dem norwegischen Staat, der den Fährdienst bezahlt“, sagt Kurzrock. Weder der Handelskrieg noch Konjunkturdellen könnten Fjord1 daher gefährlich werden.

Eigentlich ist der Paladin-Fonds auf deutsche Nebenwerte spezialisiert und mischt europäische Aktien nur bei. In Deutschland klopft Kurzrock auch vermeintliche Langweiler-Aktien auf Potenzial ab. So kaufte er im vergangenen Jahr das Immobilienunternehmen Demire Deutsche Mittelstand Real Estate. „Eine ineffiziente Konzernstruktur mit vielen Töchtern und eine zu teure Finanzierung der Immobilien ließen die Aktie lange Zeit seitwärts laufen“, sagt Kurzrock. Nach Personalwechseln im Management habe das Unternehmen den Kapitalbedarf gebündelt und Anleihen ausgegeben, statt Immobilien über Bankkredite zu finanzieren. Dadurch sei der Finanzierungszins von durchschnittlich vier auf drei Prozent gesunken. Das habe Mittel für Investitionen freigesetzt.

Sondersituationen wie bei Kontron nutzt Kurzrock ebenfalls gerne. Das IT-Unternehmen wurde im vergangenen Jahr mit der S&T Deutschland verschmolzen. Die Minderheitsaktionäre von Kontron hatten die Wahl zwischen einer Barabfindung und einem Aktientausch. Kurzrock kaufte auf dem Niveau der Barabfindung, rechnete aber damit, dass das Umtauschangebot deutlich attraktiver sein würde als die Abfindung. Er behielt recht, und der Aktienkurs stieg.

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