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Aktien, Anleihen, Fonds Wertvolle Substanz und fast fünf Prozent dazu

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Aktien und Anleihen

Aktientipp: Villeroy & Boch - Schöne Bäder und feiner Immobiliengewinn

Ausgerechnet der russische Markt entpuppt sich derzeit für Villeroy & Boch als Wachstumstreiber: Um mehr als 30 Prozent stieg hier im ersten Quartal der Umsatz mit Badausstattungen. Dass dieser Zuwachs stärker ausgefallen ist als die Erholung des Rubels gegenüber dem Euro, spricht für die lebhafte Nachfrage nach Wannen, Toiletten, Waschbecken und Badmöbeln. Schwächer sind die Bestellungen derzeit zwar aus Italien und Frankreich, hier macht sich die wacklige Konjunktur bemerkbar. Doch das wird durch den stabilen Heimatmarkt Deutschland mehr als ausgeglichen. Hier profitiert Villeroy vom Bauboom und der Nachfrage nach Badausstattungen. Die kleinere Geschäftssparte Tischkultur wird vom freundlichen Konsumklima beflügelt.

Aktientipp Villeroy & Boch

Immer wichtiger für das Traditionsunternehmen (Gründung 1748) aus dem saarländischen Mettlach werden die Golfstaaten. Die Bautätigkeit im Vorfeld der Weltausstellung Expo 2020 und der Fußballweltmeisterschaft 2022 dürfte auf Jahre hinaus für hohe Neubestellungen sorgen. Derzeit wächst das Geschäft hier mit einer Jahresrate von rund 20 Prozent. Mit Investitionen in neue Anlagen für Sanitärartikel in Mexiko, Thailand und Rumänien baut Villeroy & Boch darüber hinaus das Geschäft in den Schwellenländern aus. Insgesamt ist der Auftragsbestand mit 62 Millionen Euro derzeit etwa um ein Fünftel größer als vor einem Jahr.

390 Millionen Euro werden für Villeroy an der Börse derzeit bezahlt, wenn man die 14,04 Millionen Stammaktien, die fest in Familienhand sind, zum gleichen Kurs wie die börsennotierten Vorzugsaktien rechnet. Das ist wenig für ein Unternehmen, das 2015 an die 800 Millionen Euro Umsatz erzielen dürfte und mit mehr als 25 Millionen Euro den höchsten Nettogewinn seit 15 Jahren. Dass dabei ein Sonderertrag aus einem Immobiliengeschäft mit einfließt, ist kein Nachteil, sondern Folge der cleveren Umwidmung eines alten Firmengeländes in ein wertvolles Wohngebiet.

Anleihetipp: Gazprom - Russische Energie fördert Zinsen im Franken

Der russische Staatskonzern Gazprom ist schwer getroffen von der Krise um die Ukraine und der Konfrontation mit dem Westen. Um 86 Prozent schrumpfte der Reingewinn im vergangenen Jahr auf 159 Milliarden Rubel (2,8 Milliarden Euro). Von der EU-Kommission werden dem russischen Energiemulti zudem Kartellvorwürfe gemacht, die zu einer Strafe in Milliardenhöhe führen könnten. Die Ratingagentur S&P stufte Gazprom – im Einklang mit der Bewertung für Russland – Anfang des Jahres auf BB+ herab. Gazprom ist eine spekulative Anlage, immerhin mit der obersten, besten Note.

Kurs92,35 Prozent
Kupon2,85 Prozent
Rendite4,79 Prozent
Laufzeit bis25. 10. 2019
WährungSchweizer Franken
ISINCH0226274261
Stand: 13.05.2015

Für risikobewusste Anleger ist das Unternehmen dennoch interessant. Mit mehr als 35 Milliarden Euro ist Gazprom ein großer Anleiheemittent am europäischen Markt. Darunter gibt es auch Papiere im begehrten Schweizer Franken, die bei mittlerer Laufzeit fast fünf Prozent Jahresrendite erschließen. Gazprom als Schuldner ist keineswegs eine schlechte Adresse. Mit 18 Prozent der weltweiten und 72 Prozent der russischen Reserven ist das Unternehmen der größte Gasförderer der Erde. Dass der Gewinn 2014 so stark eingebrochen ist, hat wenig mit dem operativen Geschäft zu tun, sondern ist vor allem auf den Sturz des russischen Rubels zurückzuführen. Das aber heißt: Wenn sich, was seit Februar der Fall ist, die russische Währung erholt, werden auch die Gewinne von Gazprom wieder höher ausfallen.

Operativ, also vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation, war selbst 2014 mit umgerechnet 34 Milliarden Euro Gewinn für Gazprom kein schlechtes Jahr. Dass die Nettoschulden (29 Milliarden Euro) davon nur gut das 0,8-Fache ausmachen, ist ein Zeichen für die finanzielle Stärke Gazproms. Und mit mehr als 60 Prozent Eigenkapital ist die Bilanz des russischen Staatskonzerns besser gepolstert als die Zahlenwerke der meisten westlichen Energieunternehmen.

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