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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Aktientipp - Carrefour: Großaktionär will die Wende – und mehr Geld

Nach mehr als 25 Milliarden Euro Börsenwertverlust binnen fünf Jahren startet der französische Einzelhandelskonzern Carrefour den Turnaround. Richten soll es Georges Plassat, mit 64 Jahren ein alter Fahrensmann, der das Einzelhandelsgeschäft von der Pike auf gelernt hat und dem der Ruf eines harten Sanierers vorauseilt.

Carrefour, mit 9500 Handels- und Supermärkten der zweitgrößte Einzelhandelskonzern der Welt, kann eine Grundüberholung gut gebrauchen. Im Kernmarkt Frankreich, in dem Carrefour mehr als 40 Prozent seines Umsatzes macht, ging die Strategie schief, das Sortiment zu erweitern – etwa mit Möbeln. International wollte Carrefour bisher in vielen Ländern mitspielen, das kostete aber mehr, als es einbrachte.

Kursverlauf der Carrefour-Aktie

Plassat will sich nun auf zwei Schwerpunkte konzentrieren: auf das Kerngeschäft in Frankreich, in dem überflüssige Angebote gestrichen werden und die Kosten sinken sollen; und auf große Schwellenländer, vor allem Brasilien und China, in denen Carrefour schon jetzt zum Teil zweistellig zulegt. Aus Griechenland und wahrscheinlich auch aus Indonesien und Polen zieht sich Carrefour zurück. In der Hauptverwaltung dürfte jede zehnte der insgesamt 7000 Stellen gestrichen werden. Die Nettoschulden, die 2011 von acht auf knapp sieben Milliarden Euro zurückgingen, sollen weiter gesenkt werden – etwa durch Erlöse aus Beteiligungsverkäufen.

10 Tipps für Börseneinsteiger

Nachdem Carrefour im zweiten Quartal mit 21,7 Milliarden Euro Umsatz (minus 0,3 Prozent) besser als erwartet abgeschnitten hat, sind bis Jahresende mehr als 80 Milliarden Euro Geschäftsvolumen realistisch. Vor Zinsen und Steuern sollten gut zwei Milliarden Euro bleiben. Netto könnten das etwa 900 Millionen Euro werden, rund 1,30 Euro je Aktie. Die letztjährige Dividende (52 Cent je Aktie) dürfte damit gesichert sein. Kommt der Turnaround wie geplant voran, sollte die Ausschüttung (wie in guten Jahren üblich) dann wieder auf über einen Euro je Aktie klettern. Darauf dürften nicht zuletzt die mächtigen Carrefour-Großaktionäre drängen, allen voran Multimilliardär Bernard Arnault, der zusammen mit dem befreundeten US-Investor Colony 16 Prozent der Carrefour-Aktien besitzt.

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