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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Aktientipp Compass Group und Anleihetipp Rumänien

Aktientipp: Compass Group - Briten machen das Leben leichter

„Wir sind Ihre LebenLeichterMacher!“ Das ist der Slogan des britischen Cateringriesen Compass. An der Börse hatten es Aktionäre von Compass zuletzt tatsächlich leichter. Denn nur wenige Titel aus dem britischen Leitindex FTSE 100 kamen ungeschoren durch die Brexit-Panik in der Londoner City. Einer davon war Compass. Die Aktie legte gegen den Trend gar zu. Hauptgrund der relativen Stärke: Compass macht globales Geschäft und bilanziert in Pfund Sterling.

500 000 Mitarbeiter in über 50 Ländern erwirtschafteten im ersten Halbjahr 2015/16 (30. September) einen Umsatz von 9,66 Milliarden Pfund Sterling. Aus eigener Kraft, also ohne Währungseffekte und Zu- beziehungsweise Verkäufe, wuchs das Geschäft um 5,8 Prozent. Alle Regionen legten zu – am stärksten Nordamerika mit plus 8,3 Prozent. Das treibt den Umsatz, denn gut 56 Prozent der Konzernerlöse kommen von dort. Der Rest verteilt sich auf Europa (28,2 Prozent) und den Rest der Welt (15,8).

Aktientipp Compass Group

Die freien Mittelzuflüsse erhöhten sich gegenüber Vorjahr um 29 Prozent auf 391 Millionen Pfund. Die Halbjahresdividende wurde um 8,2 Prozent auf 10,6 Pence angehoben und zudem wurden eigene Aktien im Wert von 72 Millionen Pfund zurückgekauft. Die Nettoverschuldung wird dadurch nicht strapaziert. Sie liegt mit 2,9 Milliarden Pfund beim gut 1,8-fachen Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda). Das ist überschaubar, zumal das Geschäftsmodell stetige und auskömmliche freie Mittelzuflüsse garantiert.

Der Trend, Verpflegungs- und Gebäudedienstleistungen an Bürostandorten, in Fabriken, Gesundheits-, Bildungseinrichtungen oder an Sportstätten auszulagern, geht unverändert weiter – ob nun mit oder ohne Brexit. Der Fokus von Compass liegt auf dem Verpflegungsgeschäft. Das weltweite Volumen dieses Marktes taxiert Compass-Chef Richard Cousins auf über 200 Milliarden Pfund. Davon sei erst die Hälfte an Dienstleister ausgelagert. Das eröffnet weiterhin viele Expansionschancen.

Anleihetipp: Rumänien - Wo zwei Prozent zum Grenzfall werden

Auf der Suche nach einigermaßen akzeptabler Rendite in heimischer Währung dringen Anleger bis an die Grenzen des Euro-Raums vor. In Rumänien etwa, seit 2007 Mitglied der EU, gibt es bei Laufzeit bis 2024 noch 2,2 Prozent Jahresrendite für den Euro. Und Rumänien ist, das mag überraschen, mit der Ratingnote BBB- sogar noch Investmentgrade.

ISINXS1129788524
Kurs104,85 Prozent
Kupon2,875 Prozent
Rendite2,25 Prozent
Laufzeit bis28.10.2024
WährungEuro

Um 3,7 Prozent legte die rumänische Wirtschaft im vergangenen Jahr zu. Und nachdem sie im ersten Quartal 2016 gegenüber dem direkten Vorquartal um weitere 1,6 Prozent gewachsen ist, sollten die von Banken für das Gesamtjahr erwarteten 4,2 Prozent zu schaffen sein. Im Land herrscht Aufbruchsstimmung, seitdem die Regierung des ehemaligen EU-Kommissars Dacian Ciolos 2014 an der Macht ist. Die Senkung der Mehrwertsteuer kurbelt den Konsum an, die Bauwirtschaft ist wieder in Bewegung gekommen, die Geschäfte der Autozulieferer sind robust. Als Hoffnungsträger gilt die noch kleine IT-Branche. Das Land ist reich an Bodenschätzen, vor allem an Gas, Öl und Kohle. Die Inflation ist niedrig, die Staatsverschuldung mit 40 Prozent der Wirtschaftsleistung überschaubar. Dass sich die Landeswährung Leu (ein Leu = 0,22 Euro) seit drei Jahren gegenüber dem Euro einigermaßen hält, ist ein gutes Zeichen.

Indes, Rumänien hat wirtschaftlich Nachholbedarf und birgt durchaus Risiken. In der Finanzkrise 2009 wurde das Land durch 20 Milliarden Euro vom IWF und der EU vor der Pleite bewahrt. Trotz Wachstum gehört Rumänien zu den Ärmsten in der EU. Die veraltete Infrastruktur bremst Handel und Industrie, die Produktivität ist niedrig, der Kampf gegen Korruption noch lange nicht gewonnen. Im Herbst stehen Parlamentswahlen an. Sollte die aktuell erfolgreiche Regierung nicht bestätigt werden, wäre das ein herber Rückschlag. Rumänische Staatsanleihen sind ein Spezialinvestment, das nur für risikofreudige Anleger infrage kommt.

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