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Aktien, Anleihen, Fonds Anlagetipps der Woche

Fast volle Pulle: Netto mehr als 110 Millionen Euro möglich. Warum 2013 ein Rekordjahr für Krones werden wird. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Kursverlauf der Krones-Aktie

Aktientipp - Krones: Gut gefüllte Bücher und mehr Dividende

Mit rund 2,8 Milliarden Euro Geschäftsvolumen dürfte für MDax-Wert Krones 2013 ein Rekordjahr werden. Das Familienunternehmen aus Neutraubling in der Oberpfalz, Weltmarktführer bei Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen, profitiert vom langfristigen Aufwärtstrend der Nahrungsmittelbranche. Dabei sind vor allem in den Schwellenländern Asiens, Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas die Wachstumsraten ungebrochen. Krones holt hier an die 60 Prozent seiner Umsätze herein.

An neuen Aufträgen kamen allein im zweiten Quartal fast 700 Millionen Euro herein, plus 4,4 Prozent. Gegenüber dem schon positiven ersten Quartal dieses Jahres hat sich der Auftragseingang noch etwas beschleunigt. Im ersten Halbjahr stieg der Gesamtumsatz um fast sieben Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Weitere Impulse sind von der Drinktec im September zu erwarten, der größten Fachmesse der Branche. Dass der Branchenverband VDMA bei Verpackungsmaschinen sogar in Deutschland trotz moderater wirtschaftlicher Entwicklung in diesem Jahr mit einem Wachstum von vier Prozent rechnet, ist ein gutes Zeichen. Insgesamt sollte Krones bis Jahresende den Vorjahresumsatz von 2,66 Milliarden Euro mindestens um fünf Prozent übertreffen.

Warum alle Firmen gleichzeitig an die Börse möchten
Kion, Springer Science, Deutsche Annington – und dann auch noch Osram. Ende Juni und Anfang Juli werden sich die Firmenchefs der Neuzugänge an der Frankfurter Börse fast die Glocke in die Hand geben. Dabei ist der letzte normale Börsengang in Frankfurt – LEG Immobilien – dann schon fünf Monate her. Dass sich die Börsenkandidaten nun plötzlich drängeln, ist kein Zufall. Denn die Zeitfenster, auf die Unternehmen für einen erfolgreichen Börsengang angewiesen sind, sind – jedenfalls in Deutschland - eng. Im März, im Juni, im September und Mitte November werden deshalb die meisten Börsengänge gestartet. Quelle: dpa
„Es gibt Fenster, die man erwischen muss. Da müssen mehrere Faktoren zusammentreffen: Das Unternehmen muss bereit sein für einen Börsengang, der Markt muss stabil sein, aber auch der angepeilte Börsenplatz muss gut laufen“, sagt Martin Steinbach, der für die Unternehmensberatung Ernst & Young Börsengänge begleitet. „Der IPO-Eurostoxx-Performance-Index zeigt nach oben. Daher steht die Ampel derzeit auf Grün.“ Quelle: dpa
Die ZahlenDiese Voraussetzungen allein würden Börsengänge im Mai oder August noch nicht ausschließen. Doch hinzu kommen die rechtlichen Vorgaben. Die Zahlen, die die Unternehmen in ihrem Wertpapierprospekt verwenden, dürfen zur Erstnotiz nicht älter sein als 135 Tage, das sind viereinhalb Monate. „Sonst dürfen die Wirtschaftsprüfer die Zahlen nicht mehr beglaubigen“, erläutert Oliver Seiler, der als Wirtschaftsanwalt für die Kanzlei Allen & Overy an vielen Börsengängen mitarbeitet. Das heißt: Verweist der Börsenaspirant auf seine Geschäftszahlen zum Jahresende, muss er bis spätestens Mitte Mai an der Börse sein. Quelle: dpa
Der AusblickÄltere Zahlen würden die Investoren nervös machen - vor allem bei Unternehmen, deren Geschäft stark schwankt. Das begünstigt auch Börsengänge im zweiten Halbjahr. Denn dann wagen die Firmen einen Ausblick auf das kommende Jahr – und die meisten Investoren treffen ihre Kaufentscheidungen für neue Börsenwerte auf Basis der Erwartungen für das Folgejahr. Auch in den vergangenen Jahren hatten daher viele Kandidaten auf einen Termin im Herbst gesetzt – doch da kam regelmäßig eine Krise dazwischen. Die LEG, die ihren Börsengang im Januar auf Basis der Zwischenbilanz bis September 2012 gestartet hatte, war eine Ausnahme. „Je stabiler das Geschäftsmodell ist, desto eher kann das das wagen“, sagt Seiler. Quelle: REUTERS
Urlaubsszettel Quelle: Fotolia
Interne GründeDass Kion, Springer Science und Deutsche Annington auf den letzten Drücker kommen wollen, hat auch individuelle Gründe: Beim Gabelstapler-Konzern Kion musste erst der Einstieg des chinesischen Großaktionärs Weichai Power abgeschlossen sein, der größte deutsche Wohnungskonzern Annington hatte erst im April einen neuen Vorstandschef bekommen. Und beim Wissenschaftsverlag Springer Science versuchen die Eigner alternativ zu den Börsen-Vorbereitungen einen Käufer für das ganze Unternehmen zu finden. Endgültige Offerten werden erst in diesen Tagen erwartet. Quelle: dpa
Dass der Lichtkonzern Osram erst jetzt an die Börse kommt, ist eher Zufall: Aktionärsklagen gegen die Abspaltung hatten den Schritt zuvor verhindert. Doch auf die Sommerpause musste auch Osram achten. Zwar verschenkt Siemens die Papiere nur an die eigenen Aktionäre. Doch um eine Verkaufswelle großer Aktionäre - etwa von Indexfonds - nach dem Börsendebüt zu vermeiden, müssen Banker vorher neue Investoren für Osram-Aktien im Volumen von mehreren hundert Millionen Euro finden. Quelle: REUTERS

Auf der Ertragsseite zeichnet sich ein noch deutlicherer Zuwachs ab. Zwar besteht in der Branche weiterhin Preisdruck, doch Krones hat frühzeitig mit einem Kostensenkungsprogramm dagegengesteuert. Als Folge erhöhte sich trotz des gestiegenen Geschäftsvolumens der Personalaufwand nur marginal.

Die Rendite vor Steuern dürfte bis Jahresende von bisher fünf auf etwa sechs Prozent klettern. Unterm Strich sind damit rund 170 Millionen Euro vor Steuern und damit mehr als 110 Millionen Euro Nettogewinn möglich. Gegenüber dem Vorjahr wäre das ein Gewinnsprung von zwei Dritteln. Dann dürfte auch wiederum die Dividende steigen, wahrscheinlich von zuletzt 75 Cent je Aktie auf 80 bis 90 Cent.

Spielraum ist genug da. Mit einer Eigenkapitalquote von 43 Prozent ist das Unternehmen solide finanziert. Zudem hat Krones seit 2009 seine Nettoliquidität auf fast 130 Millionen Euro verfünffacht.

Aktientipp - Wincor Nixdorf: Neue Impulse für den IT-Dino

Kursverlauf der Aktie Wincor Nixdorf

Wincor Nixdorf, 1952 gegründet als „Labor für Impulstechnik“, gehört zu den deutschen IT-Pionieren der ersten Stunde. Die Paderborner, zeitweise Teil des Siemens-Konzerns und in Besitz von Finanzinvestoren, sind seit 2005 wieder eigenständig an der Börse; sie haben sich vollständig aus dem klassischen Computerbau verabschiedet. Heute ist Wincor einer der weltgrößten Hersteller von Geldautomaten, daneben stehen Computerkassen und Warenrücknahmesysteme auf dem Programm, etwa Leergutautomaten.

Das sind die teuersten Aktien der Welt
Platz zehnDer Nominalwert einer Aktie des japanischen Mobilfunkanbieters NTT Docomo kostet derzeit 1.114,80 Euro. Damit erreicht der das Unternehmen laut einem Ranking von Börse Online den zehnten Platz unter den teuersten Aktien der Welt. Vor 13 Jahren, zu Zeiten der Technologieblase, betrug der Aktienkurs noch deutlich mehr, nämlich rund 8000 Euro. Quelle: AP
Platz neunDie Namensaktie B des Schweizer Unternehmens Metall Zug kostet schon etwas mehr. Mit einem Kurs von 1.834 Euro pro Anteilsschein belegt das Papier Platz neun. Quelle: Screenshot
Platz achtMit einem aktuellen Kurs von 1.853 Euro ist die Aktie des Schweizer IT-Dienstleisters SGS noch ein wenig teurer als die der Firma Metall Zug. Im Ranking der teuersten Papiere ergibt das Platz acht. Quelle: AP
Platz siebenDer siebte Platz geht an die japanische Netzwerkfirma NTT Data. Das Unternehmen gehört zur selben Gruppe, zu dem auch der Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo gehört. Eine Aktie kostet derzeit 2.456 Euro. Quelle: Screenshot
Platz sechsSelbst der Berliner Zoo gibt Aktien aus, wenn auch insgesamt nur 4000 Stück. Einer der Anteilsscheine kostet Zoo-Fans 3.300 Euro. Zu Lebzeiten von Eisbär Knut schrammte der Kurs schon verdächtig nahe an der 5000-Euro-Marke vorbei. Quelle: dpa
Platz fünfDie deutsche Firma Sachsenmilch hat ebenfalls nur sehr wenig Aktien ausgegeben. Eine der 10.000 Aktien kostet 3.849 Euro. Auch bei Sachsenmilch hat der Aktienkurs die 5000 Euro pro Papier schon einmal erreicht. Quelle: Screenshot
Platz vierMit einem Aktienkurs von rund 3.900 Euro landet der japanische Gasproduzent Inpex Corp. auf Platz vier.  Quelle: Screenshot

In den vergangenen Jahren lief das Business mehr schlecht als recht, da die Hauptzielgruppe, die Banken, mit neuen Automaten knauserte. Wegen deren Investitionszurückhaltung, vor allem in Europa, hatte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011/12 einen starken Gewinnrückgang erlitten. In der Folge begann Wincor ein Restrukturierungsprogramm.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Das zeigt nun offenbar Wirkung: In den ersten neun Monaten 2012/13 kletterte der Umsatz gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 1,84 Milliarden Euro, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) stieg um 33 Prozent auf 92 Millionen Euro. Wincor hob gerade seine Prognosen für das Gesamtjahr (endet am 30. September) an; vor allem dank des guten Geschäfts in den Schwellenländern. Der Umsatz, im vergangenen Jahr noch stagnierend, soll nun um fünf Prozent auf rund 2,46 Milliarden zulegen, das Ebita auf 130 (Vorjahr 101) Millionen Euro steigen. Der Konzern will laut Vorstand seine Aktivitäten in den Schwellenmärkten weiter ausbauen und Fertigungskapazitäten dorthin verlagern.

Anleihetipp - Continental: Rentabler Reifen

Kursverlauf der Anleihe Continental

Die jüngste Anleihe, die Autozulieferer Continental Mitte Juli auf den Markt brachte, ist für Privatanleger ein akzeptables Angebot. Im Gegensatz zu den bisherigen Papieren von Conti ist die neue Anleihe vom Unternehmen nicht vorzeitig kündbar. Der Grund dafür ist der Kupon von nur 3,00 Prozent, der bei Kursen um 102,60 Prozent gut 2,4 Prozent Jahresrendite ergibt. Üppig ist das nicht. Dafür ist die Laufzeit bis 2018 überschaubar, die Stückelung mit 1000 Euro handlich, die Kauf-Verkaufs-Spanne mit 0,15 Prozentpunkte sogar günstig. Kein Wunder, handelt es sich doch bei einem Gesamtvolumen von 750 Millionen Euro um einen richtig großen Unternehmens-Bond.

Continental hat in den vergangenen Jahren den Wandel vom reinen Reifenhersteller zum Autozulieferer geschafft. So bringen Bremssysteme, Fahrwerksteile oder Motorsteuerungen heute gut 60 Prozent vom Geschäftsvolumen. Der immer höhere Anteil dieser High-Tech-Produkte bei der Herstellung von Autos macht aus Conti einen Wachstumswert. In den vergangenen 20 Jahren hat Conti seinen Umsatz auf 34 Milliarden Euro versiebenfacht.

Dass dabei immer noch die Reifen mit einem Anteil von 60 Prozent am Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) der zentrale Ertragsbringer sind, ist kein Nachteil: Conti fährt hier dank führender Marktstellung hohe Ebit-Renditen von 15 Prozent ein. Und weltweit sind Reifen ein Wachstumsmarkt. Das zeigt besonders die Schwerpunktregion China, wo Conti derzeit 19 Produktionsstätten hat und in diesem Jahr fast ein Fünftel seines Umsatzes macht.

10 Tipps für Börseneinsteiger

Einen tiefen Einschnitt erlebte Conti, als Konkurrent Schaeffler die Hannoveraner übernehmen wollte. Der fränkische Kugellagerspezialist musste die Conti-Aktien aber teuer bezahlen und sich dafür über beide Ohren verschulden. Eine Fusion beider Unternehmen ist derzeit kein Thema mehr: Conti dürfte auf absehbare Zeit ein selbstständiges Dax-Unternehmen bleiben, von dem Schaeffler allerdings 49,9 Prozent der Anteile hält – und eher Anteile verkauft als kauft.

Finanziell hat sich Conti dank operativer Fortschritte wieder gefangen: Das Eigenkapital kletterte von 5,5 Milliarden Euro zu Krisenzeiten (2008) auf derzeit 8,8 Milliarden (32 Prozent der Bilanzsumme), die Nettoschulden wurden seit 2008 auf sechs Milliarden Euro halbiert. Wenn Conti in diesem Jahr wie geplant knapp fünf Milliarden Euro Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) schafft, läge der Verschuldungsgrad nur bei etwas über eins.

Fondstipp - Invesco Balanced Risk

Kursverlauf Invesco Balanced Risk

Der Anleihenhebel wird vielen zum Verhängnis

Mit dem Versprechen, in jedem Marktumfeld stabile Erträge zu erzielen, haben Fonds mit alternativen Anlagestrategien Milliarden bei Anlegern eingesammelt. Einige sind gut gemacht, wie der DWS Concept Kaldemorgen oder der Standard Life Global Absolute Return. Die Fonds werden durch die Kombination aus erfahrenem Management, strenger Risikokontrolle und einem reichhaltigen Werkzeugkasten zu einer wetterfesten Anlage.

Der Invesco Balanced Risk, die Pictet-Absolute-Return-Fonds oder die Aquila-Capital-Fonds hingegen, die auf eine vermeintlich ausgefeilte Strategie namens Risk-Parity setzen, kamen in den vergangenen Monaten unter die Räder. Die Fondsmanager verteilen das Geld vereinfacht gesagt nach dem Risiko auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Besteht ein Fonds aus 40 Prozent Aktien und 60 Prozent Anleihen, tragen die Aktien zu 90 Prozent des Risikos bei.

Diese unterschiedlichen Risikobeiträge wollen die Manager egalisieren. Sie bestimmen das Risiko von Aktien und Anleihen per Rückblick auf deren frühere Schwankungsbreiten, auch Volatilität genannt. Um den Anteil der von ihnen als risikoärmer identifizierten Anleihen im Fonds auszudehnen, blähen sie ihn im Portfolio über Derivate auf. Aber das Ziel, die Risiken des gesamten Fonds zu senken, hat insbesondere Aquila Capital (AC) nicht erreicht.

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Die Vergangenheitsdaten haben natürlich nicht die starken Schwankungen berücksichtigt, die es jüngst an den Rentenmärkten gab und die zu hohen Verlusten führten. Und je höher der Hebel für den Anleihenanteil im Portfolio angesetzt wurde, desto tiefer der Sturz. Die AC-Fonds haben seit Januar zwischen 7 und 22 Prozent verloren und sind auch im Einjahresvergleich die Schlusslichter (siehe Tabelle). Besonders ärgerlich: AC hat in den Vorjahren hohe Erfolgsgebühren kassiert, die sie jetzt nicht wieder rausrücken müssen.

Der Invesco Balanced Risk ist zumindest günstiger und besser diversifiziert. Mit dem frühen Einstieg in den japanischen Aktienmarkt über Indexfutures hat der Fondsmanager vom dortigen Aktienboom nach Lockerungsmaßnahmen der japanischen Notenbank profitiert und Anleihenverluste ausgebügelt.

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