WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Seite 2/2

Anleihe, Fondstipp

Anleihe: KTG Agrar - Zinsen kommen später, Schulden schwer tragbar

Hiobsbotschaft für Anleger von KTG Agrar: Das Agrarunternehmen will Zinsen später zahlen. 17,8 Millionen Euro waren am 6. Juni auf eine 250-Millionen-Euro-Anleihe mit Laufzeit bis 2017 fällig. Grund soll der verzögerte Geldeingang aus einem Verkauf sein. Rein rechtlich darf das Unternehmen die Zinsen binnen 30 Tagen nachzahlen – KTG will sich 14 Tage Zeit lassen.

Die Kurse von KTG-Aktie und zwei ausstehenden Anleihen sind abgestützt. Schon Ende 2015 waren die Geschäftsdaten besorgniserregend:

- Das Unternehmen hat sich, gemessen am Umsatz von 326,5 Millionen Euro, mit 606 Millionen Euro (davon 392 aus Anleihen) hoch verschuldet.

- Der Umsatz stieg zum Vorjahr zwar um 39 Prozent – der Gewinn vor Steuern (EBT) fiel aber um 41 Prozent.

- Die Eigenkapitalquote lag bei schwachen 15,6 Prozent.

- Die Liquidität betrug 19,8 Millionen Euro – wenig, obwohl eine Anleihe 2015 knapp 60 Millionen Euro gebracht hatte. Die aktuelle Lage dürfte kaum besser sein: Agrarbetriebe brauchen im ersten Halbjahr viel Geld für die Aussaat.

- KTG verbrennt Geld: So lag der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit bei minus 39 Millionen Euro.

- KTG zahlte netto gut 35 Millionen Euro für Zinsen, mehr als operativ verdient wurde.

Anleihe: KTG Agrar

Im Juni 2017 muss KTG eine erste Anleihe refinanzieren. Gespräche mit Investoren laufen seit Monaten. Eine Rolle sollte das chinesische Unternehmen Fosun spielen: Vor rund einem Jahr verkündete KTG, dass eine von Fosun kontrollierte portugiesische Versicherung neun Prozent der KTG-Aktien kaufen wolle. „Gleichzeitig wird uns Fosun in Zukunft aktiv bei der soliden Refinanzierung unser Gruppe unterstützen“, sagte KTG-Chef Siegfried Hofreiter damals. Allein: Bis heute ist Fosun nicht Aktionär. Die Gespräche seien Ende 2015 „auf Eis gelegt worden“, bestätigte ein KTG-Sprecher. Sie würden jetzt wieder aufgenommen. Man sei auf gutem Weg, „der jedoch deutlich länger als erwartet ist“.

Fondstipp: CSR Ertrag Plus - Antizyklisch anlegen wie die Deutsche Bundesbank

Mit Fonds, die einen Kapitalschutz bieten wollen, kommen Anleger auf keinen grünen Zweig (siehe Tabelle). Ihre Dreijahresergebnisse sind schlecht, und es gibt bei mageren Zinsen kaum Aussicht auf Besserung. Die Manager dieser unflexiblen Fonds sind in ein Strategiegerüst eingezwängt, das mit Niedrigzinsen nicht funktioniert. Für Risikoscheue sind manche defensiven Mischfonds besser.

Fondstipp: CSR Ertrag Plus

Akzeptable Rendite bei wenig Risiko bringt der CSR Ertrag Plus. Betreut wird er vom Vermögensverwalter CSR aus Kriftel bei Frankfurt, dem Großanleger rund zwei Milliarden Euro anvertrauen. CSR-Gründer Norbert Clément war einst beteiligt am renommierten Vermögensverwalter Sauerborn. Für den Fonds nimmt sich CSR die Deutsche Bundesbank als Vorbild. „Sie hat regelmäßig einen Gewinn an den Bundesfinanzminister überweisen können, als sie noch für die Währung zuständig war“, sagt CSR-Partner Ulrich Zorn. Den Bundesbanker-Erfolg führt er auf die antizyklische Investmentstrategie zurück. „Sie haben Staatsanleihen gekauft nach einem Kursverfall und nicht wie die EZB stets und auch nicht zu Höchstpreisen“, sagt Zorn. Nach Bundesbank-Manier verlängert CSR die Laufzeiten der Anleihen im Fonds, wenn die Kurse fallen und die Renditen steigen. Die Aktienquote erhöhen sie bei fallenden Kursen auf bis zu 30 Prozent. Wie die Bundesbank geht CSR davon aus, dass die Märkte sich nach einem Crash normalisieren. Der Grundbaustein des Fonds sind zu 70 Prozent Hypothekenpfandbriefe. Bei der Auswahl seziert CSR sogar den Deckungsstock, der zu 75 Prozent aus deutschen Wohnimmobilien bestehen soll. Mit bis zu fünf Prozent Anteil kommen höher rentierende Dollar-Bonds in den Fonds. Die Aktienquote besteht aus Dax- und Euro-Stoxx-ETFs. Zusatzrendite soll der Verkauf von Call- und Put-Optionen auf Aktienindex- und Renten-Futures bringen. Dadurch kassiert der Fonds eine Prämie und erhöht oder verringert den Investitionsgrad.

Die erfolgreichsten Portfolios im Einjahresvergleich
Stand: 6. Juni 2016
Wertentwicklung in Prozent
FondsnameISIN seit 3 Jahren¹seit 1 JahrVolatilität² in Prozent
Mischfonds defensiv (üblicherweise Anleihen in Höhe von über 70 Prozent des Fondsvermögens)
Blackrock Managed Index Portfolio DefensivLU1191062493neu4,0neu
Kepler Ethik MixAT0000A19288neu3,0neu
AXA Defensiv InvestDE00097894384,12,93,8
Pioneer Ethik FondsAT00008571646,21,75,7
CSR Ertrag PlusDE000A1J30672,51,52,9
Deka-BR 20DE00054245843,71,33,1
FvS Multi Asset Defensive RLU03235779235,11,25,8
BHF Rendite Portfolio FTLU03195729041,90,91,8
JPMorgan Global Conservative BalancedLU00702119404,80,94,7
Fidelity Demografiefonds KonservativDE000A0RHF923,90,83,4
Jyske Invest Stable Strategy CLDK00162620584,20,84,0
Kapitalschutz (üblicherweise festgelegte Wertuntergrenzen)
Deka-BasisAnlage DefensivDE000DK2CFS50,20,20,2
Deka-BasisAnlage A20DE000DK2CFP11,30,21,6
Metzler Wertsicherungsfonds 98IE00BLG2YD70neu–0,2neu
Deka-BasisAnlage A40DE000DK2CFQ92,0–0,32,8
Deutsche Postbank Protekt Plus³DE00070198790,1–0,90,9
PrivatFonds: KonsequentLU04934922000,0–1,80,9
Deka-Strategieportfolio aktivDE000DK0EC672,8–2,04,1
Deka-BasisAnlage A60DE000DK2CFR72,8–2,44,5
Deka-Wertkonzept defensiv CFDE000DK2CC59–0,7–2,61,3
DekaStruktur: 5 ErtragDE000DK1CJL40,7–2,82,3

¹ Mittelwert pro Jahr (in Euro gerechnet);

² je höher die Jahresvolatilität (Schwankungsintensität) in den vergangenen drei Jahren, desto riskanter der Fonds;

³ weitere Tranchen des Fonds mit ähnlicher Wertentwicklung; Quelle: Morningstar

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%