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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Anleihe- und Fondstipp

Anleihetipp: Renault - Schulterschluss mit Nissan und den französischen Staat im Rücken

Seitdem die Zinsen nach dem scharfen Anstieg im Frühjahr wieder auf dem Rückmarsch sind, werfen Euro-Anleihen mit Investmentqualität bei mittleren Laufzeiten kaum noch oder gar keine Renditen mehr ab. Bundesanleihen mit Laufzeit bis 2021 (etwa ISIN: DE0001135424) kosten Anleger jedes Jahr sogar 0,1 Prozent. Dagegen sind 1,6 Prozent Jahresrendite, die der klassische, genauso lang laufende Unternehmensbond (500 Millionen Euro gesamter Nennwert) von Renault verspricht, ein flottes Angebot. Zwar ist der französische Autokonzern mit einem Standard & Poor’s-Rating von BBBnur gerade noch Investment Grade. Doch nicht zuletzt durch den französischen Staatsanteil (derzeit 19,7 Prozent) sollten Zinszahlungen und Tilgung ziemlich sicher sein. 15 Prozent der Renault-Aktien gehören dem japanischen Partnerkonzern Nissan, der seinen Anteil weiter aufstocken will. Renault hält im Gegenzug 43 Prozent der Nissan-Anteile. 2,712 Millionen Fahrzeuge verkaufte Renault im vergangenen Jahr. Zwar geht der Absatz in der Krisenregion Russland weiter zurück; doch in Brasilien, dem zweitwichtigsten Markt für Renault, konnten die Franzosen ihren Anteil in den vergangenen Monaten wieder leicht ausbauen. Motor für das laufende Jahr sind die lebhaften Verkäufe in Europa. In Großbritannien, Niederlande, Spanien, Portugal und Polen ist der Absatz im dritten Quartal mit einer zweistelligen Rate gestiegen. Im Heimatmarkt Frankreich gingen die Verkäufe marginal zurück. Insgesamt konnte Renault im dritten Quartal in Europa rund 6,5 Prozent mehr Autos verkaufen. Mit rund 60 Prozent Anteil ist Europa für Renault nach wie vor der wichtigste Markt. Unterm Strich sollte es für die Franzosen kein Problem sein, in diesem Jahr an die 2,8 Millionen Fahrzeuge zu verkaufen. Dank stabiler Verkaufspreise´dürfte der Umsatz um mehr als fünf Prozent auf fast 44 Milliarden Euro klettern. Bei den Gewinnen könnte Renault noch stärker zulegen. Hier zahlt sich vor allem die enge Kooperation mit Nissan aus, die schon seit 16 Jahren besteht. Gemeinsame Plattformen für Automodelle und Kooperationen im Einkauf helfen bei der Kostenkontrolle. Beim Kleinwagen Twingo arbeitet Renault erfolgreich mit Daimler zusammen. Mit dem Minimobil Twizy ist Renault bei Elektrofahrzeugen im Geschäft. Das Thema selbstfahrende Autos gehört zu den Herzensangelegenheiten von Konzernchef Carlos Ghosn, der bis 2020 erste Fahrzeuge dieser Art im Angebot haben will.

Kurs107,85 Prozent
Rendite1,58 Prozent
Kupon:
3,125 Prozent
Laufzeit bis05.03.2021
WährungEuro
ISINFR0011769090
Stand: 05.11.2015

Im ersten Halbjahr verdoppelte Renault den Betriebsgewinn auf 953 Millionen Euro. Die operative Rendite im Autogeschäft kletterte von 3,7 auf 4,8 Prozent. Nach 1,5 Milliarden Euro netto sollten bis Jahresende 2,5 bis fast 3,0 Milliarden Reingewinn übrig bleiben. Dass sich Renault-Aktien in den vergangenen vier Wochen kräftig erholt haben, ist ein gutes Zeichen für den weiteren Geschäftsverlauf. Mit 32 Prozent Eigenkapital in der Bilanz und 1,5 Milliarden Euro Nettocash (Stand 30. Juni) ist Renault finanziell gut gerüstet.


Fondstipp: Raiffeisen-Fonds- Biolebensmittel als nachhaltiger Renditekick

Mit dem am Ende des Monats beginnenden Umweltgipfel in Paris sowie den Skandalen um VW lohnt sich wieder ein Blick auf die Nachhaltigkeitsfonds. Bei ihnen geht es darum, durch ökologische und soziale Kriterien sowie die Berücksichtigung eines verantwortungsvollen Managements die Unternehmen herauszupicken, die skandalfrei bleiben. Wie die meisten schließt der Fonds der österreichischen Raiffeisen Capital Atomkraft, Waffen, Alkohol und Tabak aus. Der Fonds soll für Anleger allerdings ein Basisinvestment bleiben, deshalb will Fondsmanager Wolfgang Pinner es mit den Investmentverboten nicht zu weit treiben, denn sonst leidet die Mischung. Noch darf er etwa in Autohersteller oder Ölförderer investieren. VW beäugte Pinner schon nach dem Machtkampf zwischen Exchef Martin Winterkorn und Exaufsichtsratschef Ferdinand Piëch im Frühjahr kritisch und nahm Abstand von einer Investition.

Fondstipp: Raiffeisen-Fonds

Inzwischen meiden viele Großanleger Branchen, die durch einen hohen CO2-Ausstoß mitverantwortlich sein sollen für den Klimawandel. Die Ölförderer Norsk Hydro und Statoil hält Pinner aber im Fonds, da sie seiner Meinung nach sowohl bei der Förderung als auch beim Transport des Öls umweltgerechter agieren als die Riesen BP und Royal Dutch Shell. Allerdings will er künftig beim CO2-Ausstoß noch strengere Maßstäbe ansetzen, und denen könnten die zwei zum Opfer fallen. Erneuerbare Energien sind derzeit nur durch das US-Solarunternehmen Sunpower im Portfolio vertreten. Verabschiedet der Pariser Klimagipfel strengere Umweltauflagen, könnte die Branche Auftrieb bekommen. Gegen den Trend hat sich der Aktienkurs des niederländischen Biolebensmittelherstellers Wessanen (Marke Allos) mit einem Plus von 40 Prozent seit April im Fonds gut entwickelt. Der US-Lebensmittelanbieter WhiteWave (Marke Alpro) gehört ebenso zum Portfolio wie die Biosupermarktkette Whole Foods Market, die in den USA, Kanada und Großbritannien präsent ist.

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