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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Anleihe- und Fondstipp

Anleihetipp: Deutsche Bahn - Beim Pfund sind die Anleger am Zug

Mehr als zwei Prozent bei mittleren Laufzeiten und ein Rating im obersten Bereich: Das ist möglich, wenn Anleger zwei Dinge kombinieren: eine möglichst stabile Währung außerhalb des Euro und dazu einen Emittenten, dessen Ausfallgefahr gering ist. Pfund-Anleihen der Deutschen Bahn bieten beides und werfen mit 2,2 Prozent Jahresrendite bei Fälligkeit 2022 noch eine akzeptable Rendite ab. Seit sechs Jahren verläuft das britische Pfund Sterling gegenüber dem Euro in einer schwankungsreichen, aber stabilen Aufwärtsbewegung. Verantwortlich dafür ist das höhere Wachstum der britischen Wirtschaft, die trotz eines moderaten dritten Quartals in diesem Jahr an die 2,5 Prozent plus erreichen dürfte; deutlich mehr als die 1,6 Prozent, auf die der Euro-Raum zusteuert. Wahrscheinlich wird deshalb auch die britische Notenbank vor der europäischen EZB die Zinswende einleiten. Schon heute werfen zehnjährige britische Staatsanleihen mit 2,0 Prozent mehr ab als vergleichbare Bunds, für die es 0,6 Prozent gibt. In diesem Umfeld wäre es nicht verwunderlich, wenn das Pfund (das derzeit bei 1,41 Euro steht) in Richtung 1,50 Euro klettert. Ein AA-Rating hätte Anleiheemittent Deutsche Bahn natürlich nicht, wenn es nach den reinen Zahlen ginge.

Kurs102,80 Prozent
Rendite2,26 Prozent
Kupon:
2,75 Prozent
Laufzeit bis20.06.2022
WährungPfund Sterling
ISINXS0794224369
Stand: 13.11.2015

Verluste im Güterverkehr, neue Konkurrenz von Fernbussen und Überkapazitäten in der Frachtbranche dürften den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation 2015 unter die 5,1 Milliarden Euro der Vorsaison drücken. Daran gemessen, lägen die Nettoschulden beim 3,5-Fachen; das ginge gerade noch. Immerhin, 27 Prozent Eigenkapital in der Bilanz sind nicht schlecht. Entscheidend für das Toprating ist, dass der Eigentümer, die Bundesrepublik Deutschland, hinter der Bahn steht und, wie die S&P Analysten schreiben, mit „sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ bei Bedarf Finanzhilfe leistet.


Fondstipp: Frankfurter Stiftungen - Mit Aktien für erwartete Jahresendrally gerüstet

Das über Jahre stetige Kursplus beim Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen machte manchen Anleger skeptisch. Frank Fischer, der den Fonds lenkt, wurde sogar mit dem US-Finanzbetrüger Bernard Madoff verglichen. Aber der Manipulationsverdacht war Unsinn, zumal bei dem Fonds mit BNY Mellon eine angesehene Depotbank hierzulande über den Bestand und die Preisfeststellung wacht und bei Unregelmäßigkeiten einschreiten müsste. Aber wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass die Performance echt ist, dann lieferte ihn das Jahr 2014. Mit nur 1,2 Prozent war das Ergebnis schwach. Fischer hielt zu viele Aktien, wie etwa Metro und die Software AG, deren Kurse nach Gewinnwarnungen auf Tauchstation gingen. Er war damals stärker in Rohstofftiteln wie Hargreaves Services investiert, die Kohleminen betreiben und deren Kurs sich in einem Jahr halbierte.

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    Fondstipp Frankfurter Stiftungen

    Von der trüben Stimmung ließ sich Fischer damals nicht anstecken und fuhr die Aktienquote im Fonds noch Ende 2014 auf bis zu 61 Prozent hoch. Damit lief 2015 gut an. Und so ging es weiter. Schwache Aktien des Vorjahres performten gegen den Trend gut. Die 1,1 Milliarden Euro des Fonds waren im turbulenten September nur zu 42 Prozent den Aktienmarktschwankungen ausgesetzt. Aktuell liegt die Aktienquote bei hohen 82 Prozent, für die von Fischer erwartete Jahresendrally ist er gerüstet. Als Aktien bevorzugt er Nebenwerte wie den Autowaschanlagen- Hersteller Washtec aus Augsburg. Auch die inzwischen börsennotierte German Startups Group (siehe Seite 78) gehörte früh zum Portfolio. Übernahmeversuche trieben zuletzt den Kurs beim italienischen Kühlspezialisten DeLclima, der zum Fonds gehört. Das krisengeschüttelte Modehaus Gerry Weber kaufte Fischer jüngst ebenso wie den australischen Laborspezialisten ALS. Bei Anleihen bevorzugt er heimische Bundesländerpapiere mit kurzer Laufzeit. „Die Anleihen dienen vor allem zur Aufbewahrung liquider Mittel. Wir können 200 Millionen Euro nicht bei einer Bank aufs Konto legen“, so Fischer

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