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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Anleihe- und Fondstipp

Anleihetipp: Dürr - Vom Holzweg bis zum digitalen Netz

Obwohl der Softwarespezialist Itac aus Montabaur bisher nur auf 15 Millionen Euro Jahresumsatz kommt, gehört er zu den großen Hoffnungsträgern des MDax-Unternehmens Dürr. Der Maschinenbaukonzern, der Itac vor wenigen Wochen zum Preis von wahrscheinlich 30 bis zu 40 Millionen Euro gekauft hat kommt damit einen großen Schritt weiter im Geschäft mit der digitalen Vernetzung von Produktionsabläufen. Als Bestandteil eines renommierten Maschinenkonzerns dürfte Itac nun deutlicher als bisher zulegen. Dürr erschließt sich damit das rentable Geschäft mit Produktionssteuerungen und bekommt Zugang zu neuen Kunden aus den Branchen Telekom, Elektronik und Medizintechnik. Für Dürr-Anleihen (gesamter Nennwert: 300 Millionen Euro), die bis 2021 knapp zwei Prozent Jahresrendite abwerfen, ist das ein gutes Umfeld. Fast 3,7 Milliarden Euro Umsatz und an die 340 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) erzielte Dürr voraussichtlich im vergangenen Jahr.

Kurs104,77 Prozent
Rendite1,91 Prozent
Kupon:
2,875 Prozent
Laufzeit bis3.4.2021
WährungEuro
ISINXS1048589458
Stand: 09.01.2016

Das deutliche Plus von 41 Prozent bei den Erlösen und 25 Prozent beim Ebitda gegenüber 2014 ist vor allem der Schwarzwälder Homag zu verdanken, die Dürr vor gut einem Jahr übernommen hat. Die Integration des Weltmarkführers von Holzbearbeitungsmaschinen kommt voran: Die Expansion in Nordamerika ist vielversprechend, der Ausbau des Servicegeschäfts läuft. Der Auftragseingang im Geschäft mit Holzbearbeitungsmaschinen erhöhte sich in den ersten neun Monaten 2015 um elf Prozent. Dieser Zuwachs ist umso wichtiger, da das Kerngeschäft mit Lackieranlagen für die Automobilindustrie stagniert und vor allem unter einem Abschwung in China leiden würde. Die Eigenkapitalquote von Dürr liegt bei 22 Prozent. Das ist nicht üppig, dafür aber hat das Unternehmen keine Netto- Schulden, sondern 35 Millionen Euro Cash.


Fondstipp: First State Infrastructure - Straßenmaut und Frachtraten kassieren

Großanleger investieren zunehmend in Infrastruktur, etwa Windparks, Mautstraßen, Autobahnraststätten. So hat sich etwa die Meag, der Anlagemanager für die Versicherungsgelder von Ergo und Münchener Rück, an Tank & Rast beteiligt. Da vielen Ländern das Geld fehlt, um Straßen, Schienen, Internetverbindungen und Stromtrassen auszubauen, sind private Gelder willkommen. Die EU-Versicherungsaufsicht will Infrastrukturinvestments für Versicherer künftig erleichtern, indem sie von den Versicherern geringere Kapitalrückstellungen fordert. Privatanleger können sich über einen „Europäischen Langfristigen Investmentfonds“ (kurz ELTIFs) beteiligen. Allerdings haben diese Fonds starre Laufzeiten von bis zu 30 Jahren. Zu lang für Anleger, die flexibel bleiben wollen. Besser sind Aktienfonds, die in Unternehmen investieren, die am Infrastrukturaufbau verdienen. Allerdings machen es sich viele Fonds bei der Titelauswahl zu einfach: Sie kaufen vor allem Versorger und Telekomkonzerne.

Fondstipp First State Infrastructure

Breiter aufgestellt ist der First State Global Infrastructure. So investiert der Fonds etwa in den US-Bahnkonzern Union Pacific und Transurban, einen australischen Betreiber von mautpflichtigen Straßen. Dank des krisensicheren Geschäfts hat sich der Transurban- Kurs in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Die Aktie ist jedoch kein Schnäppchen. Auf Basis des Gewinns aus 2014 (Geschäftsjahr endete im Juli 2014) hätte Transurban derzeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 58. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 machten die Australier Verlust. Fantasie liegt in neuen Projekten. So beteiligt sich Transurban am Straßennetz im Umland der USBundeshauptstadt Washington. Union Pacific, eine der Lieblingsaktien von Warren Buffett, profitiert derzeit vom niedrigen Ölpreis. Im dritten Quartal 2015 hat das Unternehmen im Durchschnitt 40 Prozent weniger für Treibstoff ausgegeben als im Vorjahreszeitraum. Sollte die US-Konjunktur 2016 anziehen, dürfte Union Pacific zu den Gewinnern zählen.

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