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Aktien, Anleihen, Fonds Das Comeback der kooperativen Schweizer

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Anleihentipp: Adler Real Estate - Fette Rendite durch clevere Übernahme

Für 1,7 Milliarden Euro wird Adler Real Estate den Konkurrenten Westgrund übernehmen. Das Immobilienunternehmen Adler (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen fränkischen Modekette) wird damit seinen Bestand auf 50 000 Wohnungen mehr als verdoppeln und zum fünftgrößten Wohnungskonzern in Deutschland aufsteigen. Seit 2003, so der Verband deutscher Pfandbriefbanken, hat sich der Wert deutscher Immobilien um ein Drittel erhöht. Niedrige Zinsen und der enorme Bedarf vor allem in Ballungszentren machen das Geschäft mit Wohnungen auf absehbare Zeit attraktiv.

Als Bestandshalter von Wohnungskomplexen vor allem in einfachen und mittleren B-Lagen von Ballungszentren erzielt Adler Real Estate stabile Mieteinnahmen. Die Verträge sind in der Regel langfristig, die Vermietungsquote mit 88 Prozent branchenüblich. Erhebliche Wertsteigerungen entstanden in den vergangenen Jahren durch Zukäufe. Sie ließen den Wert des Wohnungsbestands bis März dieses Jahres auf 1,35 Milliarden Euro anschwellen. Mit den 18 000 Wohnungen und weiteren Grundstücken von Westgrund wird sich das Portfolio auf weit über zwei Milliarden Euro erhöhen. Zwar dürften auch die Nettoschulden (Stand 31. März: 1,15 Milliarden) auf etwa 1,8 Milliarden Euro klettern. Da Westgrund jedoch gut finanziert ist, sollte die Eigenkapitalquote des gemeinsamen Unternehmens mit 26 Prozent höher liegen als aktuell die von Adler allein (21 Prozent).

Kurs110,25 Prozent
Kupon8,75 Prozent
Rendite4,80 Prozent
Laufzeit bis03.04.2018
WährungEuro
ISINDE000A1R1A42
Stand: 03.06.2015

Zur Finanzierung des Deals hat Adler neben neuen Aktien auch neue Anleihen im Wert von 300 Millionen Euro herausgegeben. Deren Kupon ist mit 4,75 Prozent aber kleiner als derjenige des Adler-Minibonds (Nennwert: 35 Millionen Euro) von 2013, der dank 8,75-Prozent-Kupon auf 4,8 Prozent Rendite kommt. Ein spekulatives Papier für den kleinen Einsatz.

Fondstipp: DJE Agrar & Ernährung - Mit Saatgut, Dünger und Traktoren an die Börse

Agrarinvestments sind in Verruf geraten, weil Anleger fürchten, mit ihnen die Nahrungsmittelpreise hochzutreiben. Diese Angst ist beim Aktienfonds aus dem Haus Dr. Jens Ehrhardt unbegründet. Fondsmanager Jörg Dehning lässt sich nicht auf die ethisch umstrittene Spekulation mit Getreide ein. Er kauft Aktien von Landmaschinen-, Saatgut- und Pestizidherstellern, aber auch von Zulieferern für die Lebensmittelindustrie. Kleinere Unternehmen wie Corbion (Niederlande), Naturex (Frankreich) und Frutarom (Israel) profitieren davon, dass immer mehr Nahrungshersteller künstliche Zusatzstoffe durch natürliche ersetzen. Da solche Spezialwerte in breiter anlegenden Aktienfonds für Europa oder die Welt nicht vorkommen, lohnt ein Branchenfonds.

Fondstipp DJE Agrar & Ernährung

Im Gegensatz zu Konkurrenten schließt der DJE-Fonds kritische Segmente aus, kauft etwa keine Palmölproduzenten, deren Plantagen den Regenwald zerstören, und keine Hersteller von krebserregenden Pflanzenschutzmitteln. Der weltgrößte US-Saatgut- und -Genpflanzenproduzent Monsanto und die Schweizer Syngenta bleiben draußen. Der Verzicht hat in den vergangenen sechs Monaten Performance gekostet, denn die Syngenta-Aktie stieg um 60 Prozent, nach einem Übernahmeangebot von Monsanto.

Dehning hält den Landmaschinenbereich aktuell für besonders interessant. „Im Vergleich zum Gesamtmarkt sind Aktien wie Deere & Co., Kubota und Agco zurückgeblieben.“ Sie seien zwar hoch bewertet, dies könne sich aber bei steigenden Gewinnen ändern. Deere & Co. überraschte bereits bei den jüngsten Unternehmenszahlen positiv. „Traktorproduzenten haben aus vergangenen Krisen gelernt und managen ihre Lager und die Produktion besser“, sagt Dehning. Er rechnet zudem mit kurstreibenden Übernahmen. „China etwa hat bei Landmaschinen noch Know-how-Defizite und könnte durch eine Übernahme aufholen“, so Dehning. US-Investor Warren Buffett sieht das ähnlich, er hat sich dieses Jahr groß an Deere & Co. beteiligt.

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