WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Seite 3/4

Anleihentipp - Celesio: Rentabel bereinigen

Der Run der Investoren auf Festverzinsliches, das mehr Rendite bringt als Bundesanleihen und weniger riskant ist als bestenfalls durch die Notenpresse der Europäischen Zentralbank (EZB) gedeckte Schuldscheine europäischer Pleitestaaten, ist ungebremst. Marion Helmes, Finanzchefin des Pharmagroßhändlers Celesio, beschreibt den Markt für Unternehmensanleihen als „aktuell sehr aufnahmefähig“. Das ist untertrieben. So überstieg das Ordervolumen für die neue Celesio-Anleihe das Nominalvolumen von 350 Millionen Euro um das Sechsfache. Gestückelt ist das Papier zu 1000 Euro und somit auch für private Anleger gut investierbar.

Kurs (%) 101,79
Kupon (%) 4,00
Rendite (%) 3,51
Laufzeit bis18. Oktober 2016
WährungEuro
ISINXS0843328526

Der Pharmagroßhändler aus Stuttgart verfügt zwar über keine Bonitätsnote einer großen Ratingagentur, ist aber kein Neuling am Markt für börsennotierte Fremdkapitalinstrumente. Seit 2009 platzierte Celesio zwei Wandelanleihen über jeweils 350 Millionen Euro sowie eine 500 Millionen schwere klassische Unternehmensanleihe.

Mit den Einnahmen aus der neuen Anleihe will Finanzchefin Helmes unter anderem Bankschulden und bald fällige Schuldverschreibungen abtragen. Celesios Nettofinanzschulden erreichten zur Jahresmitte 1,9 Milliarden Euro, was etwa dem 3,5-Fachen des für 2012 angepeilten operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) entspricht – eine schwache Quote, die in normalen Zeiten einen Zins von sechs bis sieben Prozent gefordert hätte. Die Eigenkapitalquote immerhin liegt bei akzeptablen 27,6 Prozent.

Kuriose Börsenpannen

Dass die finanzielle Flexibilität von Celesio durch Großaktionär Haniel eingeschränkt werden könnte, ist wenig wahrscheinlich. Zwar lasten auf der Duisburger Familienholding, die 54,6 Prozent des 1835 gegründeten Pharmahändlers kontrolliert, gut fünf Milliarden Euro Schulden. Allerdings dürfte Haniel die Strategie des vor gut einem Jahr bestellten Celesio-Vorstandschefs Markus Pinger unterstützen – auch mit Blick auf einen denkbaren Anteilsverkauf. Pinger richtet das Traditionsunternehmen wieder aus auf die gut laufenden Kerngeschäfte Großhandel und Apotheken und will hier vor allem die herausragende Position im brasilianischen Wachstumsmarkt ausbauen. Bereinigt wird das Portfolio dagegen von Zusatzgeschäften, die sich als unrentabel erwiesen haben. Auf der Verkaufsliste steht noch die Versandapotheke DocMorris, die 2007 für 220 Millionen Euro gekauft wurde und noch mit 35 Millionen Euro in den Büchern steht. Große Abschreiber drohen also nicht mehr.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Diesen Artikel teilen:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%