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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Anleihentipp - Porr: Alternative aus Wien

Rentable Röhre: Die Anleihe des österreichischen Baukonzerns Porr bringt derzeit eine Rendite von 3,38% Quelle: AP

Wer für einen überschaubaren Zeitraum, also etwa bis 2016, Geld anlegen will, bekommt vom Bund derzeit magere 0,2 Prozent Rendite. Wer sich an irische Anleihen traut, kann immerhin 1,4 Prozent erwarten, Papiere des Krisenlandes Portugals bringen drei Prozent. Eine Alternative dazu sind Anleihen der österreichischen Porr, die (bei Kaufkursen von 107 Prozent) bis 2016 knapp 3,4 Prozent pro anno bieten. Mit 3,4 Milliarden Euro jährlicher Produktion ist Porr neben Strabag der größte Baukonzern Österreichs.

Für Verunsicherung in der Branche sorgte die letztjährige Pleite des Konkurrenten Alpine, der wegen hoher Schulden, einer übereilten Expansion nach Osteuropa und offenen Rechnungen bei Großprojekten in Schieflage geraten war. Porr dagegen operiert vorsichtiger. Geschäftsschwerpunkte sind der Heimatmarkt (63 Prozent der Bauleistung), dann Deutschland (18 Prozent), Polen (9 Prozent) und Tschechien (4 Prozent). Vielversprechend ist dazu das Geschäft im arabischen Raum. Hier holten die Österreicher vor Kurzem den mit 1,9 Milliarden Euro größten Auftrag ihrer Unternehmensgeschichte, den Bau von 17 Kilometern U-Bahnen in Katar. Weitere Großprojekte sind der Koralmtunnel in Österreich und ein Speicherkraftwerk in Vorarlberg. Mit 4,6 Milliarden Euro ist das Auftragspolster so dick wie nie. Für 2014 ist das ein gutes Zeichen, dass Porr erstmals mehr als 3,5 Milliarden Euro Jahresbauleistung schaffen könnte.

Anleihe-Info: Porr
Kurs (Prozent)107,00
Kupon (Prozent)6,25
Rendite (Prozent)3,38
Laufzeit 04. Dezember 2016
WährungEuro
ISINAT0000A0XJ15

Finanziell ist Porr in den vergangenen zwei Jahren stabiler geworden. Die Eigenkapitalquote lag zum Jahreswechsel zwar nur bei 16 Prozent, deckte damit aber die Nettoschulden (357 Millionen Euro) fast komplett. Gemessen am Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (rund 150 Millionen Euro in diesem Jahr) machen sie das 2,4-Fache aus. Für einen kapitalintensiven Bauwert ist das noch überschaubar. Zudem kamen im April über eine Kapitalerhöhung 114 Millionen Euro in die Kasse. Die Eigenkapitalquote dürfte nun in Richtung 20 Prozent gestiegen sein.

Hinter Porr, deren Aktien seit 1867 an der Wiener Börse notiert werden, stehen zwei Großaktionäre: Mehr als 40 Prozent gehören Konzernchef Karl-Heinz Strauss, der das angeschlagene Bau-Konglomerat Porr nach schweren Verlusten (2011: minus 72 Millionen Euro) wieder stabilisiert hat. Ein Viertel der Anteile gehört dem österreichischen Anlagenbau-Unternehmer Klaus Ortner.

Porr-Anleihen bieten eine hohe Rendite, sind aber wegen des schwankenden Geschäftsverlaufs und des geringen Volumens (50 Millionen Euro) nur ein Spezialinvestment.

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