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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Anleihetipp - Andritz: Schub aus Schwaben

Der österreichische Industriekonzern Andritz steht kurz vor einer wichtigen Ausweitung seines Geschäfts. Für 530 Millionen Euro hat sich das Grazer Unternehmen knapp 90 Prozent des SDax-Werts Schuler gesichert. Schuler ist mit seinen hydraulischen Metallpressen Weltmarktführer auf dem Gebiet Umformtechnik. Die Kunden stammen überwiegend aus der Autoindustrie. Dank eines stark gewachsenen Auftragspolsters kann Schuler im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende September) 1,2 Milliarden Euro Rekordumsatz erzielen und 2013 weiter zulegen. Zugute kommen dürfte das dann dem neuen Großaktionär Andritz, der zusammen mit dem schwäbischen Unternehmen auf deutlich mehr als sechs Milliarden Euro Jahresumsatz käme.

Die Österreicher wollen mit Schuler ihre Sparte Metallverarbeitung (bisher sieben Prozent Umsatzanteil) ausbauen. Da es keine Überschneidungen mit dem bisherigen Geschäft gibt, dürfte die Zustimmung der Kartellbehörden kein Problem sein. Ebenfalls kein Hindernis sind die zehn Prozent Schuler-Aktien, die sich der Hedgefonds Elliott gesichert hat, um auf ein höheres Abfindungsangebot zu spekulieren. Da sich Andritz an keine Mindestübernahmequote gebunden hat und Schuler-Aktien an der Börse lässt, ist kein höheres Angebot als die bisher gebotenen 20 Euro je Aktie notwendig.

Anleihe-Info
Kurs (in Prozent)103,95
Kupon (in Prozent)3,875
Rendite (in Prozent)3,22
Laufzeit bis9. Juli 2019
WährungEuro
ISINAT0000A0VLS5

Schuler hat für Andritz noch einen weiteren Vorteil. Bisher dominieren die zwei Geschäftsbereiche Wassertechnik und Anlagen für die Papier- und Zellstoffindustrie. Mit Schuler käme ein dritter großer Bereich dazu, der sich davon weitgehend unabhängig entwickelt. Das schafft neues Gewinnpotenzial und senkt gleichzeitig das Gesamtrisiko im Andritz-Konzern.

Auch auf ihren angestammten Feldern kommen die Österreicher voran. In der Wassertechnik profitiert Andritz von der Nachfrage nach Turbinen, Generatoren für Wasserkraftwerke oder Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Zäher verläuft das Geschäft mit der Papierindustrie, die über sinkende Nachfrage klagt. Gute Aufträge von Faserherstellern dürften das aber ausgleichen. Insgesamt sollten die Österreicher in diesem Jahr rund 250 Millionen Euro Reingewinn erreichen.

Anleihen von Andritz bieten etwa drei Prozent Rendite, haben aber kein Rating einer großen Agentur. Ein Kaufhindernis ist das nicht. Das Unternehmen besteht seit 1852 und verspricht eine nachhaltige Entwicklung; und bei einem Netto-Cash-Bestand von 1,2 Milliarden Euro könnte Andritz die Schuler-Übernahme sogar aus der Haushaltskasse finanzieren.

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