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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Anleihetipp - HeidelbergCement: Tragbare Lasten

Die wichtigsten Luxusgüterhersteller

Mit 3,4 Prozent bei einer Laufzeit bis 2020 bietet die neue Unternehmensanleihe von HeidelbergCement eine ansehnliche Rendite. Gegenüber Bundesanleihen sind das 2,5 Prozentpunkte Aufschlag. Die Kauf-Verkaufs-Spanne von 0,06 Prozentpunkten ist aktuell noch sehr niedrig, weil der 300 Millionen Euro schwere Bond sehr rege gehandelt wird. Wer anderswo 3,4 Prozent per annum bei sieben Jahren Laufzeit haben will, muss sich etwa an den russischen Energiekonzern Gazprom oder an Krisenländer wie Spanien wagen.

Aber ist HeidelCement auch so eine heiße Adresse?

Die aktuelle Rendite spiegelt immer noch die existenzbedrohende Krise des Jahres 2008 wider, als sich die Heidelberger bei der Übernahme des britischen Konkurrenten Hanson fast verhoben hatten. Damals stiegen die Nettoschulden auf 14,7 Milliarden Euro. Dazu kamen Turbulenzen nach dem Freitod des Großaktionärs Adolf Merckle.

Mittlerweile hat sich die Situation nachhaltig stabilisiert. Seit 2009 pendeln die Nettoschulden um acht Milliarden Euro, aktuell betragen sie 8,2 Milliarden. Wenn in diesem Jahr operativ vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation rund 2,5 Milliarden Euro bleiben, wäre das etwa das 3,3-Fache des Ebitda. Das geht angesichts des kapitalintensiven Zementgeschäfts noch in Ordnung.

Anleihe-Info: HeidelbergCement
Kurs (in Prozent)99,10
Kupon (in Prozent)3,25
Rendite (in Prozent)3,43
Laufzeit bis21. Oktober 2020
WährungEuro
ISINXS0985874543

Mit 47 Prozent Eigenkapital ist die Bilanz gut gepolstert. Moody’s vergibt das Rating Ba1 mit stabilem Ausblick, bewertet HeidelCement also als spekulative Anlage im obersten Notenbereich. Das Baustoffgeschäft mit den Schwerpunkten Zement, Sand, Kies und Beton ist durchaus schwankungsanfällig. Das spüren die Heidelberger derzeit etwa in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien, wo die Nachfrage eingebrochen ist. Selbst in viel gelobten Schwellenländern wie Indien stockt der Absatz, die schwache lokale Währung drückt zusätzlich. Andererseits ist der Baustoffbedarf in Nordamerika ungebrochen.

Insgesamt dürfte HeidelCement in diesem Jahr seinen Umsatz bei gut 14 Milliarden Euro halten. Dass dies sogar bei leicht rückläufigen Mengen der Fall sein dürfte, ist den anziehenden Preisen zu verdanken. Für die weitere Entwicklung der entscheidenden Abnehmerbranchen (Gewerbebau, Infrastruktur, Wohnungsbau) ist das ein gutes Vorzeichen.

Auf der Ertragsseite könnte es noch besser aussehen. Dank niedriger Kosten (vor allem für Energie und Rohstoffe) sowie einer etwas geringeren Zinslast können netto deutlich mehr als die 545 Millionen Euro von 2012 bleiben.

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