WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Seite 3/4

Anleihetipp - Litauen: Euro als Hoffnung

S&P droht Italien, Irland wird hochgestuft
Für Frankreich zeigt sich S&P etwas zuversichtlicher, obwohl sich am Rating („AA“) und dem stabilen Ausblick nichts änderte. Die Regierung habe Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitskosten und Unternehmensbesteuerung ergriffen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern, schreibt S&P. Zudem deuteten staatliche Ausgabenkürzungen darauf hin, dass die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft ihr Haushaltsdefizit schrittweise reduzieren werde. Die Staatsverschuldung bleibe aber hoch und werde bis 2017 noch wachsen. Rating (S&P): AAAusblick: stabil Quelle: dpa
Zypern wurde von der Wirtschaftskrise enorm mitgenommen, gerade der aufgeblähte Bankensektor des Inselstaats machte ihm in der Dynamik der Krise schwer zu schaffen. Die Bewertung des Krisenlands wurde von S&P nun um eine Stufe auf „B“ erhöht, Fitch hob den Ausblick für das Rating („B-“) auf positiv an. Bei beiden Agenturen liegt die Kreditnote klar im sogenannten Ramschbereich, der spekulative Anlagen kennzeichnen soll. Die positiven Ausblicke lassen aber Aufstufungen erwarten - vorausgesetzt, das Land erfüllt weiterhin die Auflagen der internationalen Geldgeber, die Zypern seit dem vergangenem Jahr finanziell stützen. Rating (S&P): BAusblick: positiv Quelle: AP/dpa
Standard & Poor's (S&P) hat das lang- und kurzfristige Fremdwährungsrating für die Ukraine gesenkt. Die Bewertung sei von „B-/B“ mit einem negativen Ausblick herabgestuft worden, teilten die US-Bonitätswächter mit. Hintergrund sei die derzeitige politische Instabilität in dem Land. Seit Wochen demonstrieren Regierungsgegner gegen die Regierung. Präsident Viktor Janukowitsch steht unter anderem wegen eines harten Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in der Kritik. Auslöser war die kurzfristige Ablehnung eines über Jahre hinweg vorbereiteten Abkommens zwischen der Ukraine und der Europäischen Union. Janukowitsch will das Land stattdessen enger an Russland binden. Rating (S&P): „CCC+/C“Ausblick: negativ Quelle: AP
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat Irland gute Bonitätsnoten in Aussicht gestellt. Der Ausblick für das Rating bleibt positiv. S&P begründete die positive Haltung mit verbesserten Wachstumsaussichten des Landes. Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016 erwartet die Agentur ein Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent. Bisher war sie nur von 2,0 Prozent ausgegangen. S&P lobt die Reform- und Sparpolitik des Landes. Die Agentur erwartet eine weiterhin starke Auslandsnachfage und eine anhaltende Erholung der Binnenwirtschaft. Die hohen Investitionen aus dem Ausland stützten die Binnenwirtschaft. Gefahren sieht S&P vor allem noch im Bankensektor. Rating (S&P): A+Ausblick: positiv Quelle: dpa
Portugal droht erst einmal keine weitere Abstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Die Bonitätsnote des Landes stehe nicht mehr unter verschärfter Beobachtung, teilte S&P mit. Portugal dürfte trotz einiger politischer Probleme 2013 das Ziel einer Neuverschuldung von 5,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) erreicht haben, schreiben die Experten. In diesem Jahr will Portugal dann die neuen Schulden auf vier Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung senken. Dies halten die S&P-Experten für möglich. Derzeit bewertet Standard & Poor's Portugal mit der Note „BB“. Das ist die zweite Stufe des sogenannten Ramsch-Niveaus, das spekulative Anlagen kennzeichnen soll. Der grundsätzliche Ausblick bleibe negativ. Rating (S&P): BBAusblick: negativ Quelle: dpa
Alenka Bratušek, seit Anfang 2013 Ministerpräsidentin von Slowenien, muss sich nach wie vor mit einer Bankenkrise und den hohen Schulden ihres Landes befassen. Ein Hilfsprogramm ist nach Einschätzung der EU-Kommission aber nicht von Nöten, solange das Bankensystem reformiert und das Reformtempo hoch gehalten wird. Im Rating von Standard & Poor's schneidet der osteuropäische Staat von den kriselnden noch mit am besten ab. Die Agentur bleibt bei ihrer Einschätzung, dass Sloweniens Kreditwürdigkeit auch künftig stabil bleiben wird. Rating (S&P): A+Ausblick: stabil Quelle: AP
Als Malta 2008 den Euro einführte, war das Land eines der kreditwürdigsten unter den neuen Mitgliedsstaaten. Auch heute gibt es für die Insel noch immer relativ gute Noten. Ratings: BBB+ Ausblick: stabil Quelle: REUTERS

Anleihetipp - Litauen: Euro als Hoffnung

In wenigen Monaten wird Litauen den Beitrittsantrag zum europäischen Währungsraum stellen. Die südlichste der drei Baltenrepubliken ist zwar schon seit 2004 Mitglied der EU und hat die eigene Währung (den seit 1922 gültigen Litas) an den Euro gekoppelt. Von der offiziellen Einführung des Euro aber erwartet sich Litauen noch einmal einen Schub: zum einen den leichteren Zugang für internationale Investoren, die auf einen einheitlichen Währungsraum Wert legen. Zum anderen mehr Rückhalt gegenüber dem übermächtigen Nachbarn Russland. Bis 1990 war Litauen Teil der Sowjetunion.

Die engen Beziehungen zu Russland und den GUS-Staaten sind nach wie vor entscheidend für die Wirtschaft des Landes. Kritisch ist die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen, vor allem von Erdgas. Hier setzt die litauische Regierung darauf, in Zukunft Gas günstiger zu bekommen – wie etwa Deutschland, das für russisches Gas ein Fünftel weniger bezahlt als andere Käufer. Litauen und die litauischen Unternehmen würde das entlasten. Von 2015 an könnte zudem der Import von Flüssiggas mit Tankern über die Ostsee dem Land zugute kommen.

Kurs109,64 Prozent
Kupon4,85 Prozent
Rendite2,46 Prozent
Laufzeitbis 7. Februar 2018
WährungEuro
ISINXS0327304001

Die Verflechtung mit Russland ist aber auch der große Vorteil des Landes. Viele westliche Unternehmen nutzen Litauen als Drehscheibe zum Osten. Straßen und Schienen werden ausgebaut; Klaipeda, die drittgrößte Stadt des Landes, ist der nördlichste eisfreie Hafen Europas.

In der Finanzkrise führte die Abhängigkeit vom internationalen Handel zu einem Wirtschaftseinbruch. Seitdem das Land aber dank Sparmaßnahmen und Reformen schneller als erwartet wieder auf die Beine kam, gilt es als Musterbeispiel für die Bewältigung einer Krise. 2011 legte die Wirtschaft um sechs Prozent zu, 2012 und wahrscheinlich auch in diesem Jahr dürften es drei Prozent werden. Das Haushaltsdefizit lag Ende 2012 bei 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in diesem Jahr rechnet die Notenbank mit 3,0 Prozent. Die Schulden machen 40 Prozent der Wirtschaftsleistung aus, die Inflation ist mit 1,5 Prozent im Griff. Sogar für den Rettungsfonds EFM hat Litauen Geld auf die Seite gelegt, um im Euro-Verbund einen Beitrag zu leisten.

Standard & Poor’s bewertet litauische Staatsanleihen mit der Note BBB. Das ist, wenn auch im unteren Bereich, Investment-Grade. Anleihen mit Laufzeit bis 2018 bieten eine Jahresrendite von knapp 2,5 Prozent. Das sind 1,8 Prozentpunkte Aufschlag gegenüber Bundesanleihen, ein faires Angebot; und natürlich notieren die Papiere längst in Euro.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%