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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Anleihetipp - Wienerberger: Guter Ton mit Plastik

In Ghana bekam Pipelife einen 20-Millionen-Auftrag über die Lieferung von Kunststoffrohren, in Marokko steht der Bau einer 23 Kilometer langen Wasserleitung auf dem Plan. Pipelife, einer der führenden Hersteller von Rohren aus Kunststoff, dürfte in diesem Jahr den Umsatz um sechs Prozent auf rund 850 Millionen Euro steigern, daraus zehn Prozent operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) holen – und wesentlich zur Stabilisierung der Geschäfte von Wienerberger beitragen.

Wienerberger, der größte Ziegelhersteller der Welt, hat Pipelife im Frühjahr gekauft. Die Österreicher ergänzen damit ihr klassisches Geschäft mit Produkten aus Ton um Kunststoff und werden weniger abhängig vom Hausbaumarkt. In Deutschland legt der Markt für neue Häuser zwar zu, in diesem Jahr wahrscheinlich um zwei Prozent; positiv sind die Aussichten auch in den USA, in Indien und in Russland. Allerdings, schrumpft der Markt in den für Wienerberger wichtigen Ländern Frankreich und Italien. Insgesamt dürfte Wienerberger seinen bisherigen Jahresumsatz (gut zwei Milliarden Euro) halten. Da der Pipelife-Umsatz erst ab Juni einfließt, dürften 2012 dann insgesamt an die 2,5 Milliarden Euro Geschäftsvolumen bleiben. Ab 2013, mit der vollen Einbeziehung von Pipelife, sind 2,8 Milliarden Euro oder mehr in Sicht.

Anleihe-Info: Wienerberger
Kurs (in Prozent) 103,65
Kupon (in Prozent) 4,875
Rendite (in Prozent) 2,59
Laufzeit bis 7. Juli 2014
WährungEuro
ISINAT0000A0H999

Bei den Gewinnen sieht es in diesem Jahr schlechter aus. Die rückläufigen Mengen im europäischen Wand- und Dachziegelgeschäft führen zu einer geringeren Auslastung wichtiger Werke. Das erhöht die Kosten. Nach 259 Millionen Euro operativem Gewinn (Ebitda) im Vorjahr werden es wahrscheinlich 2012 nur 230 Millionen Euro. Da mit dem Kauf von Pipelife die Nettoschulden zum Halbjahr auf 880 Millionen Euro stiegen, fallen auch höhere Zinskosten an. Unterm Strich rutscht Wienerberger in diesem Jahr womöglich in die Verlustzone. 2013, wenn Pipelife voll einfließt, dürften die Österreicher dann den Gewinndreh wieder schaffen.

Fünf Zertifikate für weltweite Anlagetrends

Trotz einer vorübergehenden operativen Schwäche ist Wienerberger solide finanziert. Die Nettoschulden sollen bis Jahresende verringert werden, dazu stehen in den Büchern 2,5 Milliarden Euro Eigenkapital, 55 Prozent der Bilanzsumme. Standard & Poor’s bewertet Wienerberger mit BB bei stabilem Ausblick (zweitbeste Note im spekulativen Bereich).

Wienerberger-Anleihen (gesamter Nennwert 250 Millionen Euro) sind eine Anlage zur mittelfristigen Überbrückung – bis das allgemeine Zinsniveau womöglich wieder etwas höher ist.

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