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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Seit vier Jahren fällt der Umsatz des US-Pharmagiganten Merck & Co. Doch nun zeichnet sich erstmals eine Stabilisierung ab. Bei den Gewinnen geht es schon deutlich aufwärts und eine Dividendenerhöhung ist auch möglich. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Anlagetipps der Woche

Merck aus dem US-Bundesstaat New Jersey, fünftgrößter Arzneimittelhersteller der Welt, litt in den vergangenen Jahren schwer unter Nachahmerprodukten (Generika). Mercks wichtigstes Medikament, Singulair gegen Asthma, hatte 2012 seinen Patentschutz verloren. Konkurrenz durch Generika führte dazu, dass die Singulair-Umsätze einbrachen. Doch nun, bei noch drei Prozent Umsatzanteil, haben sie sich stabilisiert.

Aktuell wichtiger sind nun neue Verkaufsschlager (Blockbuster). Januvia gegen Diabetes bringt jetzt 14 Prozent der gesamten Konzernumsätze, wächst solide und hat bis 2022 Patentschutz. Zetia (gegen zu hohes Cholesterin, zehn Prozent Umsatzanteil) legt um fünf bis sechs Prozent zu; Remicade (gegen Arthritis, fünf Prozent vom Umsatz) wächst zweistellig.

Darüber hinaus ist die Medikamenten-Pipeline gut bestückt. Merck forscht an 34 Präparaten und Projekten, 14 davon in der fortgeschrittenen Phase drei. Darunter sind Wirkstoffe gegen Massenleiden wie Alzheimer, Diabetes, Krebs oder Knochenschwund. Merck steckt respektable 15 Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Einen Schub dürfte Merck durch die Übernahme von Idenix bekommen, eines Spezialisten für Medikamente gegen Hepatitis C. Der Kaufpreis lag zwar mit 3,9 Milliarden Dollar weit über dem Börsenwert von Idenix. Doch das Unternehmen gilt als Aufsteiger in der Branche, der an mehreren aussichtsreichen Medikamenten gegen die gefährliche Infektionskrankheit forscht, deren Virus weltweit 170 Millionen Menschen befallen hat. Finanziell ist die Übernahme kein Problem, da Merck soeben für 14 Milliarden das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten verkauft hat.

Merck hat damit nicht nur Spielraum für weitere Zukäufe. Auch die Dividende dürfte steigen. Solide finanziert ist der Pharmariese: Mit 52 Milliarden Dollar besteht die Bilanz fast zur Hälfte aus Eigenkapital.

John Deere

Die Agrarpreise sind unter Druck geraten. Soja, Mais oder Weizen sind billiger als 2013. Landwirte setzen deshalb weniger um und investieren weniger in neue Maschinen. Deshalb rechnet Maschinenbauer John Deere mit Rückgängen von fünf bis zehn Prozent bei Agrarmaschinen.

Kompensieren sollen diesen Rückgang teilweise die weniger bekannten Forstmaschinen, deren Wachstumsrate Deere auf zehn Prozent schätzt. Das Segment ist mit 15 Prozent Umsatzanteil aber deutlich zu klein, um den Rückgang der Agrarmaschinen auszugleichen.

Das spiegelte sich im zweiten Quartal 2014 wider, das im April endete. Der Umsatz fiel um neun Prozent, der Gewinn je Aktie um vier Prozent.

Seine Umsätze erzielt der Konzern zu zwei Dritteln in Nordamerika. Doch er expandiert global, hat im vergangenen Geschäftsjahr neue Werke in den Wachstumsmärkten China, Brasilien und Indien fertiggestellt. Bis 2017 soll der Anbau von Weizen, Soja, Mais und Reis weltweit weiter steigen, davon dürfte John Deere profitieren. So hält der Konzern an seiner Umsatzprognose fest: Er erwartet einen Umsatzanstieg von 37,8 Milliarden Dollar 2013 auf 50 Milliarden Dollar bis 2018. Für das Gesamtjahr 2014 rechnet John Deere weiter mit einem Gewinn von 3,3 Milliarden US-Dollar, knapp unter Vorjahresniveau. Dank der saisonalen Probleme gibt es John Deere für Langfrist-Anleger zu einem günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von zehn. Im Vergleich zum Durchschnitt des S&P 500-Index ist das aktuell ein Abschlag von mehr als einem Drittel.

Starcapital Winbonds plus

Die Kurse fahren Achterbahn , seit Kriege und Krisen Börsianer aus dem Sommerloch reißen. Zudem sind die Zahlen, die viele Unternehmen derzeit präsentieren, trüb und die Ausblicke verhalten. Der Dax hat seit Jahresbeginn etwa 2,5 Prozent verloren, gut gemanagte Mischfonds aus Aktien und Anleihen liegen immer noch im Plus. Der von Peter E. Huber, Vorstand des Vermögensverwalters Starcapital, gemanagte Winbonds schafft immerhin fünf Prozent.

Welche Rendite die Dax-Aktien liefern
Dividendenrendite sinktFast 9800 Punkte Mitte Januar: Über die vergangenen zwölf Monate ist der Dax zu neuer Höchstform aufgelaufen. Doch kaum eines der großen deutschen Unternehmen wird die Dividende je Aktie im gleichen Maß anheben, wie die Kurse angezogen sind. Nach Berechnungen der Commerzbank (Stichtag 20.1.2014) ist die Dividendenrendite, das Verhältnis von der Ausschüttung je Aktie zum Kurs, im Dax flächendeckend gesunken. Und mit K+S, Eon oder RWE liegen gerade solche Unternehmen vorn, deren Kurse sich weniger berauschend entwickelt haben. Die Dividende dagegen schwankt nicht so stark, sie kann gleich bleiben oder nur leicht zurückgehen. Quelle: dpa
Platz 1: Munich ReAktionäre des größten weltweiten Rückversicherers können sich freuen: Voraussichtlich wird kein anderer Dax-Konzern 2014 relativ zum Aktienkurs mehr ausschütten. Zum 20.1. errechnet die Commerzbank eine Dividendenrendite von 4,59 Prozent. Damit kommen Anteilseigner jedoch schlechter weg als noch vor einem Jahr. Damals betrug das Verhältnis von Dividende zu Kurs mehr als fünf Prozent. Grund: Munich Re könnte laut Studie mit 7,25 Euro nur 25 Cent mehr ausschütten als noch 2013. Das wäre ein geringer Anstieg angesichts satter Kursgewinne (+12 Prozent) im vergangenen Jahr. Quelle: dpa
Platz 2: EonDividendenrenditen von mehr als sieben Prozent wie im vergangenen Jahr kann auch der Energieversorger Eon seinen Aktionären nicht mehr liefern. Atomausstieg und Erneuerbares Energiegesetz (EEG) hat dem Versorger zugesetzt. Nach einem Gewinneinbruch von mehr als 50 Prozent, schaffte der Aktienkurs auf Jahressicht lediglich ein Plus von 1,76 Prozent. Laut Commerzbank könnte Eon daher die Dividende von 1,10 Euro auf 60 Cent kürzen. Dennoch bietet das Unternehmen Aktionären im Dax-Vergleich mit 4,39 Prozent Rendite noch den zweitgrößten Ertrag im Verhältnis zum Aktienkurs. Quelle: dpa
Platz 3: K+SWegen politischer Querelen zwischen Russland und Weißrussland hat der Aktienkurs des Düngemittel-Herstellers im vergangenen Jahr eine rasante Talfahrt durchgemacht. Als die beiden Großkonzerne Uralkali (Russland) und Belaruskali (Weißrussland) ihr Kartell beendeten und damit einen Preisverfall auf dem Markt für Düngemittel auslösten, riss es auch die K+S-Aktie nach unten. In den vergangenen zwölf Monaten büßten K+S-Papiere rund 33 Prozent ein. Die Dividende allerdings könnte weniger stark nachgeben: die Commerzbank rechnet mit Kürzungen von 40 Cent je Aktie – oder 28 Prozent. Dann würde die Dividendenrendite insgesamt nicht fallen, sondern im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht anziehen, von vier auf 4,07 Prozent. Quelle: dpa
Platz 4: Deutsche TelekomAktionäre der Deutschen Telekom können über 3,98 Prozent Dividendenrendite freuen, schätzt die Commerzbank. Das wäre das viertbeste Verhältnis zwischen Ausschüttung je Aktie und Kurs. Die meisten dürfte das dennoch enttäuschen: im Vorjahr konnten Anteilseigner noch 8,14 Prozent Dividendenrendite einstreichen. Grund für den starken Rückgang: Während die Telekom ihre Dividende je Aktie laut Commerzbank für 2014 von 70 auf 50 Cent sogar senken könnte, war der Aktienkurs binnen eines Jahres um 42,6 Prozent gestiegen. Quelle: dpa
Platz 5: AllianzAuch die Allianz hat mit geschätzten 3,95 Prozent eine niedrigere Dividendenrendite vorzuweisen als im vergangenen Jahr (4,29 Prozent). Trifft die Einschätzung zu, würde das Verhältnis zwischen Dividende und Aktienkurs etwa auf dem Stand von 2007 liegen. Der Aktienkurs des Versicherers ist um rund 19,5 Prozent gestiegen. Bei der absoluten Dividende erwarten die Analysten der Commerzbank einen Anstieg von 4,5 Euro auf 5,25 Euro je Aktie. Quelle: dpa
Platz 6: RWEMit RWE findet sich ein weiterer Versorger unter den Dax-Konzernen mit der höchsten Dividendenrendite. Sie soll für das Jahr 2013 bei 3,71 Prozent liegen und ist damit rund 2,7 Prozent niedriger als im Vorjahr. Wie Eon und EnBW hatte auch RWE mit der Energiewende und den daraus entstehenden Verlusten zu kämpfen. Die Commerzbank erwartet, dass der Versorger seinen Anlegern einen Euro pro Aktie statt zwei Euro wie im vergangenen Jahr zahlt. Der Kurs der RWE-Aktie hat im vergangenen Jahr rund 4,1 Prozent verloren. Quelle: dpa

Huber darf nur 20 Prozent des Fondsvolumens in Aktien investieren und schöpft diese Quote derzeit fast vollständig aus. Ihn retten Unternehmensanleihen durch die Aktienmarktturbulenzen, die er bereits gekauft hatte, als mit ihnen noch ansehnliche Renditen zu erzielen waren. Immerhin bringt dieser Bestand jetzt noch im Schnitt 4,2 Prozent Rendite und wird erst in rund fünf Jahren fällig. Von besonders renditestarken, langlaufenden Anleihen hat er sich nach starken Kursgewinnen getrennt. Er hatte den Eindruck, dass „die Zinsmärkte hier maßlos übertreiben“.

Huber rief bereits vor zwei Jahren das goldene Jahrzehnt für die Aktie aus. Und es sei durch den jüngsten Kurseinbruch nicht vorzeitig beendet: „Wir müssen uns an die jährlichen Korrekturen am Markt mit zwischenzeitlichen Verlusten von 10 bis 20 Prozent gewöhnen“, sagt Huber.

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Für antizyklische Investoren, zu denen er sich selbst zählt, sieht er Chancen. Für den Winbonds kaufte er börsengehandelte Indexfonds für Märkte, die ihm günstig erscheinen: Das sind der Euro-Land-Index Euro Stoxx 50 sowie der chinesische CSI 300. Er enthält die 300 größten in Shanghai und Shenzen gelisteten Unternehmen des Landes (A-Aktien) und notiert am Fünfjahrestief. Neu im Depot ist auch der japanische Autobauer Honda. Die Aktie dümpelte müde dahin, während der Nikkei-Index munter stieg. „Die japanische Notenbank kauft Großanlegern Staatsanleihen ab, damit sie stärker in Aktien investieren“, sagt Huber. Als Nachzügler könnte Honda davon ebenso profitieren wie von der Yen-Schwäche, die Autoexporte verbilligt. Das Geld für die jüngsten Käufe stammt aus Verkäufen europäischer Titel wie Volkswagen sowie der Versorger Iberdrola und Enel. Sie waren Huber zu teuer geworden.

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