WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Die Branche der optischen Technologien sieht einer positiven Zukunft entgegen. Auch wenn sich die Aktien von Jenoptik erst wieder stabilisieren müssen, könnten Anleger bald von einer Wende profitieren. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Anlagetipp der Woche: Jenoptik

Aktientipp: Jenoptik - Wieder Wende-Hoffnung in Thüringen

Der TecDax-Wert Jenoptik schraubt seine Jahresziele herunter – und der Aktienkurs reagiert darauf mit einem Sturz. Dass Großaktionär Ergo, Erstversicherungsableger der Münchener Rück, bereits im Frühjahr zu höheren Kursen ausgestiegen war, mag Anlegern auch nicht geschmeckt haben. Dazu kommt ein echter Nachteil für das Thüringer Unternehmen: die Exportrestriktionen wegen des Kriegs in der Ukraine. Zulieferungen für die Rüstungsindustrie (etwa optische Stabilisierungssysteme für Panzerkanonen) sind für Jenoptik ein wichtiges Geschäft. Dennoch, auch wenn sich Jenoptik-Aktien erst wieder stabilisieren müssen, sind sie ein vielversprechendes High-Tech-Investment.

10 Tipps für Börseneinsteiger

Den wichtigen Kundenbranchen von Jenoptik geht es nicht schlecht: Die Halbleiterindustrie profitiert vom Boom der mobilen Kommunikation; in der Luftfahrt steigt der Bedarf an neuen Maschinen; in der Autoindustrie sind in diesem Jahr drei bis vier Prozent Wachstum möglich; in der Verkehrstechnik werden zunehmend optische Überwachungssysteme eingesetzt. Und ob der Bedarf an Sicherheits- und Wehrtechnik angesichts der aktuellen Krisenherde tatsächlich rückläufig ist, dürfte zweifelhaft sein. Insgesamt rechnet der Branchenverband der optischen Technologien Spectaris in diesem Jahr mit sieben Prozent Wachstum.

Ähnlich könnte auch Jenoptik zulegen. Im ersten Halbjahr kamen für 315 Millionen Euro neue Aufträge herein; elf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Auftragsbestand liegt mit 438 Millionen Euro sieben Prozent über Jahresanfang. Nach 600 Millionen Euro Umsatz 2013 kann Jenoptik in diesem Jahr an die 640 Millionen erzielen.

Die Gewinne sind stabil. Im ersten Halbjahr zog die Nettomarge (Reingewinn vom Umsatz) leicht an. Selbst wenn sie im Jahresverlauf gleich bleibt, ergäbe das an die 50 Millionen Euro Nettogewinn. Je Aktie wären das mehr als 80 Cent.

Jenoptik-Aktien haben damit eine gute Chance, sich bei Kursen zwischen 8 und 10 Euro zu stabilisieren. Dass Jenoptik mit einer Eigenkapitalquote von 56 Prozent solide finanziert ist, macht die Aktie erst recht zu einem Wende-Wert.

Aktientipp: YPF - Soros wittert ein neues Eldorado in Patagonien

Noch vor gut zwei Jahren nahm die argentinische Staatspräsidentin Cristina Fernández de Kirchner dem spanischen Ölkonzern Repsol per Federstrich mal eben dessen argentinische Tochter YPF weg. Die Enteignung könnte in der Rückschau der Höhepunkt einer fehlgeleiteten ausländer- und unternehmerfeindlichen Wirtschaftspolitik in Argentinien gewesen sein. Auch wenn es bei den hinter den Kulissen laufenden Reparaturarbeiten zur Verbesserung der Beziehungen zu internationalen Investoren knirscht, läuft die Börse Buenos Aires (siehe Seite 118). Das liegt auch daran, dass großen ausländischen Ölkonzernen bereits seit 2013 Steueranreize gewährt werden bei Investitionen von mehr als einer Milliarde Dollar.

Der US-Konzern Chevron schloss unmittelbar nach dem Beschluss ein Joint Venture mit YPF. Aufhorchen ließ unlängst George Soros. Die Investmentfirma des milliardenschweren Superinvestors kaufte im zweiten Quartal 8,47 Millionen YPF-Aktien. Soros Anteil am argentinischen Ölkonzern verdoppelte sich damit auf 3,5 Prozent. Aktueller Marktwert des Pakets: 450 Millionen Dollar. Ihre Positionen bei YPF ebenfalls aufgestockt haben die Hedgefonds Perry Capital (auf 1,9 Prozent) und Third Point (auf 1,6 Prozent). Die Investoren wittern in Argentinien ein neues Eldorado. Das Land verfügt über gigantische Vorkommen von Öl und Gas in seinen Schiefergesteinsformationen. Als technisch abbaubar gelten derzeit 27 Milliarden Barrel Öl und 802 Billionen Kubikfuß Erdgas. Das meiste davon lagert im Vaca-Muerta-Becken in Patagonien.

Anleihentipp: GlaxoSmithKline - In Dollar geimpft

Aller Voraussicht nach wird GlaxoSmithKline in wenigen Wochen mit der klinischen Erprobung eines Impfstoffes gegen den Ebola-Virus beginnen. Mit 13 Prozent Umsatzanteil sind Impfstoffe für Glaxo ein Kerngeschäft. Bis 2015 wird der britische Pharmakonzern voraussichtlich das Impfstoffgeschäft von Novartis übernehmen. Im Gegenzug gehen große Teile des Geschäfts mit Medikamenten gegen Krebs an die Schweizer. Die Sparte rezeptfreie Medikamente wird unter britischer Federführung in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Novartis ausgebaut.

Glaxo ist derzeit auf gutem Weg, sein Medikamentenportfolio zu erneuern. Das senkt die Anfälligkeit gegen günstige Nachahmerprodukte (Generika). So gehen zwar die Umsätze des Blockbusters Advair (gegen Asthma) zurück, doch neue Medikamente wie Breo oder Anoro legen langsam zu. Insgesamt stecken in der Forschungspipeline derzeit mehr als 40 neue Wirkstoffe oder Anwendungen in fortgeschrittener klinischer Entwicklung.

Vergleichsweise stabil ist die Sparte allgemeinverkäufliche Pflegemittel, die ein Fünftel zum Umsatz beisteuert. Glaxo hat Bestseller wie Odol-Mundwasser oder Sensodyne-Zahncreme im Programm.

Anleihetipp:GlaxoSmithKline
Kurs (%)99,49
Kupon (%)2,85
Rendite (%)2,95
Laufzeit bis08. Mai 20221
WährungDollar
ISINUS377373AD71

Währungsnachteile durch das starke Pfund Sterling und der Verkauf von Randgeschäftsbereichen dürften dazu führen, dass Glaxo in diesem Jahr mit knapp 24 Milliarden Pfund Umsatz etwa zehn Prozent unter Vorjahresniveau landet. Von 2015 an sollten dann steigende Verkäufe neuer Medikamente sowie die Rochade mit Novartis wieder zu rund 25 Milliarden Pfund (31,6 Milliarden Euro) Umsatz führen. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation könnten nach dem schwächeren zweiten Quartal 2014 insgesamt rund 7,5 Milliarden Pfund bleiben; im nächsten Jahr sind bei stabilen Margen an die acht Milliarden Pfund möglich. Daran gemessen sollten die Nettoschulden (14,4 Milliarden Pfund) weniger als das Doppelte ausmachen. Die Eigenkapitalquote ist mit 18 Prozent zwar mager, dürfte aber durch stabile Einnahmen aus dem laufenden Geschäft (in diesem Jahr rund 3,5 Milliarden Pfund) aufgebessert werden.

Die Ratingagentur Moody’s bewertet Anleihen von Glaxo mit A1, das ist stabiler Investmentbereich. In Dollar notierte Papiere mit Laufzeit bis 2022 bringen derzeit 2,9 Prozent Jahresrendite. Bei einem gesamten Nennwert von zwei Milliarden Dollar handelt es sich hier um einen großen Unternehmensbond. An deutschen Börsen handelbar ist er ab einer Mindeststückelung von 2000 Dollar.

Fondstipp: Charlemagne Magna Mena - Nahost-Aktien trotzen den Kriegen

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) enthauptet Journalisten im Irak, im benachbarten Syrien tobt der Bürgerkrieg, und in Gaza schwelt der Konflikt zwischen Israel und der Hamas. Doch die Kriege lassen die Aktienmärkte in der Region weitgehend kalt. Der S&P Pan Arab Composite, der elf Börsen der Region umfasst, legte seit Jahresbeginn um rund ein Viertel zu. Nahezu doppelt so stark wie sein Vergleichsindex stieg der Aktienfonds Magna Mena (Middle East and North Africa) der britischen Fondsgesellschaft Charlemagne.

Fondsmanager Akhilesh Baveja schaffte mit seiner Aktienauswahl 46 Prozent plus. Er konzentriert sich auf Titel aus den ölreichen Golfstaaten. Etwa 90 Prozent des rund 40 Millionen Euro schweren Fondsvolumens sind in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) angelegt. „Diese Staaten sind gegen eine Ansteckung durch die Konflikte weitgehend immun“, glaubt Baveja. Das liege einerseits an den strengen Einwanderungsgesetzen. Andererseits verstünden es die Herrscherfamilien, durch soziale Wohltaten die Bevölkerung bei Laune zu halten. Zu den größten Fondspositionen zählen die Immobilienentwickler Emaar Properties und Damac Properties, die in Dubai Luxusbauten hochziehen.

Ein risikoreiches Geschäft: Erst im Juni hatte beim Immobilienkonzern Arabtec ein staatlicher Investor Anteile auf den Markt geworfen. Das setzte den Kurs der Aktie und die gesamte Börse Dubai unter Druck. Auch die beiden Fondspositionen litten deutlich. Inzwischen haben sich die Kurse wieder erholt. Die Probleme der Vergangenheit seien überwunden, meint Baveja. So hat Dubai etwa die Grunderwerbsteuer auf vier Prozent verdoppelt, um spekulative Immobilienblasen zu verhindern. Das Platzen einer solchen Blase hatte 2008 noch zu großen Turbulenzen geführt.

Börse



Außerhalb der Golfstaaten kaufte Baveja an der Börse Kairo jüngst Aktien von Arabian Cement (ACC). Der ägyptische Zementkonzern sollte vom geplanten Bau einer zweiten Wasserstraße entlang des Suezkanals profitieren. Wichtigster Vorteil von ACC: Der Konzern kann seine Zementwerke mit Kohle betreiben. Und die sei günstiger als Gas.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%