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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Gilead stabilisiert den Gewinn, bei Pfeiffer Vacuum wird der Abwärtstrend unterbrochen und der Fahrzeugzulieferer SAF Holland gewinnt an Investment-Qualität. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Der Konzernsitz von Gilead Sciences in Foster City Quelle: AP

Aktientipp: Gilead Sciences - Wunderpillen für neue Kursrekorde

Mehr als 100 Millionen Menschen weltweit leiden an der gefährlichen Infektionskrankheit Hepatitis C. Jedes Jahr sterben 1,4 Millionen Menschen an einer Lebererkrankung, die sich in vielen Fällen als Folge von Hepatitis C einstellt. 2014 gelang dem amerikanischen Biotech- und Pharmakonzern Gilead Sciences mit seinen Medikamenten Sovaldi und Harvoni der Durchbruch, Hepatitis kann seitdem erfolgreich bekämpft werden. 50 000 bis 85 000 Euro, je nach Land, kostet eine dreimonatige Behandlung mit den neuen Medikamenten.

Aktientipp Gilead Sciences

49 Prozent Nettorendite (Reingewinn vom Umsatz) hat Gilead dank der neuen Hepatitis-Medikamente im vergangenen Jahr erzielt. Auch wenn die Krankenkassen mittlerweile Rabatte aushandeln und Konkurrent AbbVie mit einem ähnlichen Produkt für ein paar Tausender weniger auf dem Markt ist, wird der enorme Bedarf an solchen Medikamenten Gilead weiterhin hohe Gewinne bescheren. Das Risiko, dass die Erträge von Gilead nach der Verdreifachung 2014 nun wieder schrumpfen, ist ziemlich gering. Im Gegenteil: Da Gilead auch bei anderen schweren Krankheiten mit hohem Behandlungsbedarf führend ist, dürfte das Gewinnniveau stabil bleiben.

Große Hoffnungen ruhen vor allem auf Medikamenten gegen die Immunschwäche HIV. In den USA ist Truvada von Gilead das wichtigste Medikament zur Vorbeugung gegen die Krankheit. Darüber hinaus stecken derzeit acht neue Präparate oder Anwendungen in der marktnahen Phase drei.

Aktientipp: Pfeiffer Vacuum - Smarte Gewinne und mehr Dividende in Sicht

Nach drei rückläufigen Jahren, in denen Pfeiffer Vacuum unter schwächeren Bestellungen aus der Solarindustrie litt, zeichnet sich 2015 die Wende ab: Zum einen profitiert das High-Tech-Unternehmen vom Boom bei Smartphones und moderner Kommunikationstechnik. Zum anderen kommt Rückenwind vom schwächeren Euro. Pfeiffer Vacuum macht mehr als die Hälfte seines Geschäftsvolumens außerhalb Europas.

Pfeiffer ist Spezialist für High-Tech-Pumpen und Vakuumtechnologie. Eingesetzt werden Pfeiffer-Produkte bei der Herstellung von Halbleitern, in der optischen Industrie, im Flugzeug- und Fahrzeugbau, in Forschung und Analyse. Die ehemals starke Abhängigkeit von der Solarindustrie besteht nicht mehr.

Aktientipp Pfeiffer Vacuum

Um ein Fünftel stiegen die Neubestellungen im ersten Quartal. Nachdem sich schon in den letzten Monaten 2014 eine Besserung abzeichnete, dürfte das Unternehmen nun den Turnaround geschafft haben. Das Verhältnis von Aufträgen zu Umsatz hat sich im ersten Quartal von 1,02 auf 1,13 erhöht. Damit sollte es kein Problem sein, in diesem Jahr den Umsatz von 407 Millionen Euro in Richtung 440 Millionen zu erhöhen. Daran gemessen ist ein Börsenwert von 800 Millionen Euro für einen High-Tech-Spezialisten durchaus moderat. Die Margen sind stabil, außergewöhnliche Investitionen stehen nicht an. Nach dem Gewinnanstieg im bisherigen Jahresverlauf sollten 2015 unterm Strich dann mehr als 40 Millionen Euro bleiben.

Finanziell ist Pfeiffer eine der solidesten Adressen des deutschen Kurszettels: Das Eigenkapital macht 64 Prozent der Bilanzsumme aus, Schulden sind kein Thema. Nettocash hat das Unternehmen derzeit an die 90 Millionen Euro. Die Dividende (zuletzt 2,65 Euro je Aktie) könnte damit nächstes Jahr durchaus auf rund drei Euro klettern.

Anleihe- und Fondstipp

Anleihetipp: SAF-Holland - Renditechance durch Waren und Wohlstand

In ihrer Studie über die Welt im Jahr 2030 identifizieren die amerikanischen Datenexperten des geheimdienstnahen NIC das Wachstum kaufkräftiger Mittelschichten als Megatrend. Während in den Industrieländern vor allem die ältere, wohlhabende Bevölkerung zunimmt, kommen in den Schwellenländern durch den Aufschwung immer mehr Menschen überhaupt erst zu materiellem Wohlstand und dementsprechendem Konsum.

Ein Gewinner dieses großen Trends ist der unterfränkische Fahrzeugzulieferer SAF Holland. Er profitiert davon, dass mit der Kaufkraft auch der Konsum steigt und der Warentransport zunimmt – was wiederum den Bedarf an Lastwagen, Anhängern und Ersatzteilen beflügelt. SAF stellt Achsen, Kupplungen, Federungen und Verschleißteile für Anhänger, Lastzüge und Lkws her.

Kurs111,25 Prozent
Rendite2,75 Prozent
Kupon:
7,00 Prozent
Laufzeit bis26.4.2018
WährungEuro
ISINDE000A1HA979
Stand: 16.07.2015

Für Anleihen von SAF ist der globale Konsumaufschwung ein Segen. Er trägt dazu bei, dass SAF weniger stark von kurzfristigen Konjunkturschwankungen abhängt und damit als Schuldner weniger riskant ist. In der Tat ist der Geschäftsverlauf von SAF seit der Neuausrichtung und Sanierung vor fünf Jahren stabiler geworden. In diesem Jahr dürften, nach dem guten Geschäftsverlauf in den vergangenen Monaten, erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz und an die 100 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation bleiben. Daran gemessen machen die Nettoschulden (146 Millionen Euro) nur das 1,5-Fache aus. Die Eigenkapitalquote liegt bei 38 Prozent, im Branchenvergleich ein guter Wert. Die auf kleine und mittelgroße Unternehmen spezialisierte Ratingagentur Euler Hermes bewertet SAF mit der Note BBB. Das ist sogar noch Investment-Qualität.

Mit fast drei Prozent Jahresrendite und einer Laufzeit bis ins Jahr 2018 sind SAF-Papiere ein interessanter Spezialwert für ein gut gemischtes Anleihedepot.


Fondstipp: Generali Europ. Recovery - Athen bietet tiefe Preise und hohe Dividenden

François Gobron ist der größte Fondsinvestor in Griechenland. Rund 80 Millionen Euro des 630 Millionen schweren Generali-Aktienfonds hat der Fondsmanager an der Börse Athen investiert. Doch die ist seit zweieinhalb Wochen geschlossen. Nur für die einzige Bank im Fonds, die National Bank of Greece, gibt es Kurse. Sie ist in New York notiert und verlor in den zweieinhalb Wochen rund 20 Prozent. Der Kurs des in Brüssel gehandelten griechischen Rohstoffunternehmens Viohalco hingegen, das Gobron nicht im Fonds hält, entwickelte sich seitwärts. Aktionäre warten gespannt auf eine mögliche Börsenöffnung am Montag. Gobron hofft, dass Athen merkt, dass es ausländische Investoren braucht. Für die böten sich jetzt auf längere Sicht gute Chancen, glaubt er.

Fondstipp Generali Europ. Recovery

Der Aktienfonds des Versicherers Generali kam vor zwei Jahren auf den Markt. Er sollte durch Aktien aus Italien, Spanien, Portugal und eben Griechenland von der wirtschaftlichen Erholung und finanziellen Gesundung der Euro-Staaten profitieren. Die Erwartungen des Schnäppchenjägers sind in drei Staaten aufgegangen, in Griechenland nicht. Ein Dutzend dort beheimatete Unternehmen hält Gobron im Fonds, und die sind seiner Meinung nach zu Unrecht unter die Räder gekommen. Etwa Motor Oil, der Raffinerie- und Tankstellenbetreiber, der allein 20 Prozent des griechischen Exports stemmt und vom Heimatmarkt nicht abhängig ist. Er hätte auch mit der Wiedereinführung der Drachme überleben können, sagt Gobron. Anleger zahlen nur etwa das Fünffache der für 2015 erwarteten Gewinne und kommen auf etwa fünf Prozent Dividendenrendite. Ähnlich günstig ist Mytilineos mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von sieben und 3,4 Prozent Dividendenrendite. Der Mischkonzern ist im Kraftwerks-, Infrastruktur-, Gas- und Alugeschäft aktiv und orientiert sich erfolgreich nach Afrika und in den Nahen Osten. Diesen Weg geht auch Titan Cement, die über 80 Prozent ihres Zements exportieren und vom niedrigen Euro profitieren.

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