Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Airbus wächst in China, bei Swiss Re kündigt sich ein Gewinnschub an und bei Toyota sollten sich Anleger nicht vom Imageschaden durch Rückrufaktionen verunsichern lassen.

Ein Drittel der Aufträge holt Airbus aus China – Tendenz steigend Quelle: AP

Aktientipp: Airbus - Schub durch schwachen Euro und China-Order

Ginge es nach dem Listenpreis, hätte der jüngste Großauftrag aus China einen Wert von 18 Milliarden Dollar. Doch auch wenn Airbus hier wahrscheinlich zweistellige Rabatte einräumt, ist die Bestellung von bis zu 75 Großraumflugzeugen A330 ein Meilenstein für das Unternehmen. China ist mittlerweile der größte Luftfahrtmarkt der Welt. Schon ein Drittel der Aufträge holt Airbus aus China – Tendenz steigend. Mit einem neuen Werk wird die Produktion vor Ort ausgebaut. Auf 955 Milliarden Euro ist das Auftragspolster von Airbus allein von Januar bis März dieses Jahres gewachsen, plus elf Prozent.

Bis Jahresende können es mehr als 1000 Milliarden werden. Der weltweite Luftverkehr ist ein Wachstumsmarkt. In den nächsten 20 Jahren, so rechnet der Branchenverband Iata hoch, wird sich die Zahl der Passagiere im Luftverkehr verdoppeln. Die Luftflotten könnten sogar noch stärker wachsen, da auch noch alte Maschinen ersetzt werden müssen. Dass Airbus in den vergangenen Wochen wichtige Bestellungen auch aus kleineren Ländern wie Ungarn und Südkorea bekommen hat, zeigt, wie nachhaltig dieser Trend ist. Im Aufwind ist auch wieder das Geschäft der Rüstungssparte von Airbus, die im ersten Quartal immerhin 15 Prozent der Konzernumsätze einflog.

Vor allem seit den Krisen in Russland und in Syrien steigen weltweit die Rüstungsausgaben. Ein weiterer Schub kommt vom schwächeren Euro. Airbus produziert überwiegend in Europa, das internationale Flugzeuggeschäft aber wird in Dollar abgewickelt.

Aktientipp Airbus

Aktientipp: Swiss Re - Branche mit ziemlich sicheren Aussichten

Solide Einnahmen aus Kapitalanlagen, das Ausbleiben teurer Naturkatastrophen und eine Stabilisierung bei den Prämien für Neuverträge dürften Swiss Re in diesem Jahr einen Gewinnschub bescheren. Nach plus 17 Prozent netto im ersten Quartal ist das Ziel realistisch, bis Jahresende zehn Prozent mehr zu verdienen. Je Aktie gerechnet, könnten das gut zehn Schweizer Franken werden.

Swiss-Re-Aktien sind nicht nur günstig bewertet; sie bieten auch die Aussicht auf über fünf Prozent Dividendenrendite. Erstaunlich negativ sind dagegen die Prognosen der Analysten. Sie rechnen damit, dass Swiss Re in diesem und im nächsten Jahr weniger verdient. Als Begründung verweisen Banker vor allem auf das schwierige Branchenumfeld, in dem klassische Rückversicherer derzeit unter der Konkurrenz von Hedgefonds leiden. Indes, eine Gefährdung des Geschäftsmodells sind Finanzinvestoren, die auf der Suche nach Rendite auch versicherungsähnliche Produkte anbieten, für Swiss Re auf Dauer nicht.

Aktientipp Swiss RE

Sowohl von der Kapitalkraft als auch von der Effizienz sind die Schweizer gut gerüstet: Der Börsenwert von 31 Milliarden Euro ist mit 35 Milliarden Euro Eigenmitteln unterlegt. Und das Verhältnis von Aufwendungen und Kosten zu Prämieneinnahmen liegt seit Jahren stabil um 85 Prozent. Es bleibt also reichlich Geld in der Kasse. Einen Schub bekommt Swiss Re durch die Sanierung des Lebensversicherungsgeschäfts, unrentable Verträge wurden in den vergangenen Jahren weitgehend abgestoßen.

Als Risiko für Swiss Re bleiben große Naturkatastrophen. Deren finanzielle Folgen können den Gewinn eines Jahres durchaus beeinträchtigen. Allerdings steigt in solchen Fällen in der Regel anschließend auch wieder die Nachfrage nach Versicherungen. Das wiederum stützt die Prämien und kommt Swiss Re langfristig zugute.

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