Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Der Gewinn des hessischen Generikaspezialist Stada sollte spätestens 2016 deutlich steigen, der Hamburger Büroimmobilienkonzern Alstria Office wird zum Kandidaten für den MDax. Aktien, Anleihen und Fonds für die Geldanlage.

Zwei Hände voller Pillen. Quelle: dpa

Aktientipp: Stada - Ein höherer Preis ist nur eine Frage der Zeit

Für 40,5 Milliarden Dollar will der Arzneimittelkonzern Teva das Generikageschäft des Konkurrenten Allergan kaufen. Das wären sechs Dollar für jeden Dollar jährliches Geschäftsvolumen, das Allergan mit Generika macht. Dieser Preis ist fast doppelt so hoch wie die 3,3-fache Umsatzbewertung, die große Generikakonzerne (Teva, Mylan, Perrigo) an der Börse im Durchschnitt kosten. Teva bezahlt so viel, weil Nachahmermedikamente ein großer Wachstumsmarkt sind.

Aktientipp Stada

Für nur 1,05 Euro je Euro jährliches Geschäftsvolumen gibt es an der Börse den hessischen Generikaspezialisten Stada. Der ist so günstig, weil er bei seiner Expansion schwere Rückschläge hinnehmen musste, erst in Serbien und dann in Russland. Doch genau hier zeichnet sich nun eine Erholung ab. In Serbien legte Stada im ersten Halbjahr um fünf Prozent zu, Währungsverluste sogar eingerechnet. Und in Russland, wo Stada mehr als 15 Prozent seines Umsatzes macht und unter der Krise des Landes schwer leidet, hat sich die organische Umsatzentwicklung im zweiten Quartal stabilisiert. Und auch der Rubel hat die Chance, nach der Halbierung binnen zwei Jahren nun auf niedrigem Niveau langsam wieder Halt zu finden.

Mit zwei Prozent Umsatzplus im ersten Halbjahr deutet sich bei Stada die Wende an. Die Konzentration auf Märkte mit hohem Anteil an Selbstzahlern und der weitere Ausbau der eigenen Marken mit hohen Margen sollten spätestens 2016 dann die Gewinne wieder deutlicher steigen lassen.

Aktientipp: Alstria Office - Mieteinnahmen als Krisenversicherung

Unter Führung der Hamburger Alstria Office entsteht derzeit der größte deutsche Büroimmobilienkonzern. Bis Ende des Jahres soll die Übernahme des kleineren Konkurrenten Deutsche Office abgeschlossen sein. Dann verfügt die fusionierte Alstria über ein Portfolio aus 125 Bürogebäuden in den Ballungsräumen Berlin, Hamburg, Rhein-Ruhr, Rhein-Main und Stuttgart. Der Verkehrswert der Immobilien liegt bei 3,4 Milliarden Euro. Bei 1,6 Milliarden Eigenmitteln ergibt das eine Eigenkapitalquote von 47 Prozent, ein guter Wert.

Aktientipp Alstria Office

Die neue Größe hat mehrere Vorteile. Aus zwei regional verankerten Bürovermietern entsteht nun eine deutschlandweite Nummer eins. Durch die steigende Marktmacht dürften vor allem die Finanzierungskosten sinken. Alstria will hier langfristig 15 Millionen Euro pro Jahr weniger ausgeben. In der Verwaltung könnten Doppelbesetzungen entfallen. Mit einem vereinten Börsenwert von 1,8 Milliarden Euro ist die Aktie ein Kandidat für den MDax, dem Barometer mittelgroßer deutscher Werte.

Nach dem bisher stabilen Geschäftsverlauf beider Gesellschaften dürften die gemeinsamen Mieteinnahmen in diesem Jahr an die 205 Millionen Euro erreichen. Der operative Gewinn (Funds from Operations, FFO) soll von 0,62 Euro auf 0,75 Euro je Aktie klettern. Damit dürfte mindestens wieder die bisherige Dividende von 50 Cent je Aktie möglich sein, etwa vier Prozent Rendite.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Immobilienaktien wie Alstria Office profitieren vom niedrigen Zinsniveau, weil dies die in der Branche üblichen kreditfinanzierten Transaktionen günstig macht. Die Krise in Griechenland, hohe Staatsschulden in Italien und eine wacklige Wirtschaft in Frankreich werden dazu beitragen, dass die Zinsen in Europa auf absehbare Zeit niedrig bleiben – und das Umfeld für Immobilienaktien freundlich.


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