Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Campari weist stetiges Wachstum auf , Priceline.com stabilisiert den Gewinn und Apple bleibt fast so sicher wie eine Bundesanleihe. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Aperol Spritz Quelle: Fotolia

Aktientipp: Campari - Übernahmekandidat mit dem gewissen Etwas

3...2...1... Spritz! Drei Teile Prosecco, zwei Teile Aperol, ein Spritzer Soda – fertig ist der beliebte Aperitif aus Venetien, der seit Jahren auch hierzulande ein Kult- und Szenegetränk ist. Die Marke Aperol gehört seit 2003 zum Portfolio des italienischen Spirituosenkonzerns Campari. Das 1860 in Mailand gegründete Familienunternehmen hat sich im Laufe seiner traditionsreichen Geschichte zu einer internationalen Markenorganisation entwickelt, zu der neben der Stammmarke unter anderem die Marken Averna, Skyy Vodka, Cynar, Cinzano, Ouzo 12 und Sella & Mosca gehören.

Aktientipp Campari

Die Mehrheit des Aktienkapitals (51 Prozent) liegt bei der Holding Alicros der Familie Garavoglia. Das Paket, das an der Börse derzeit 2,1 Milliarden Euro wert ist, erbte sie 1982 von der letzten Erbin der Campari-Familie. Aktuell profitiert Campari von seiner vergleichsweise geringen Abhängigkeit von den Schwellenländern. Nur gut 20 Prozent des Umsatzes entfallen auf diese Regionen, auf die kriselnden Märkte in China, Russland und Brasilien zusammen gar nur fünf Prozent.

Nach sechs Monaten 2015 kletterte der Gruppenumsatz um 10,5 Prozent auf 759,9 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern verdiente Campari 138,7 Millionen Euro, 11,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Geschuldet war das Wachstum nicht nur positiven Wechselkurseffekten. Aus eigener Kraft wuchs die Gruppe um 2,7 Prozent. Die Aktie trotzte zuletzt den Börsenturbulenzen. Das könnte ein Hinweis sein, dass hinter den Kulissen eine Übernahme von Campari vorbereitet wird.

Aktientipp: Priceline.com - Wo sich Urlaub noch richtig lohnt

Der amerikanische Online-Buchungskonzern Priceline.com ist ein starkes Wachstumsunternehmen. Selbst in den Jahren der Finanzkrise 2008 und 2009 legten Umsatz und Gewinn zweistellig zu. Innerhalb von zehn Jahren hat Priceline sein Geschäftsvolumen um 860 Prozent erhöht. Aus jedem Dollar Jahresumsatz holen die Amerikaner mittlerweile mehr als 30 Cent Reingewinn.

Fast 60 Milliarden Dollar an Buchungen dürften in diesem Jahr hereinkommen. Priceline ist damit die Nummer eins der Online-Reisebürobranche. Seine einzelnen Internetplattformen bieten ein komplettes Spektrum der touristischen Nachfrage: vom Hotel bis zum Flugticket, vom Restaurant bis zum Mietwagen. Tourismus ist ein Wachstumsmarkt, der in den vergangenen zehn Jahren etwa um die Hälfte zugelegt hat.

Aktientipp Priceline.com

Noch stärker, im Durchschnitt um acht Prozent pro Jahr, wächst dabei das Geschäft mit Buchungen übers Internet. Und hier wiederum wird die Nachfrage seit einigen Jahren durch den Boom der Smartphones zusätzlich beflügelt. Dass Kunden über mobile Geräte ihren Urlaub in der Regel spontaner buchen als im klassischen Reisebüro, führt vor allem bei kurzfristigen Last-Minute-Geschäften zu einem deutlichen Plus.

Dank hoher Einnahmen aus dem laufenden Geschäft kann sich Priceline regelmäßig durch Zukäufe verstärken. 2005 kam das niederländische Hotelbuchungsportal Booking dazu, 2013 der Reisesuchdienst Kayak, 2014 die Restaurantbuchungsmaschine Open Table. Jüngste Übernahme ist die australische AS Digital. Damit baut Priceline seine Position im wichtigen asiatisch-pazifischen Markt aus und erweitert zugleich die Sparte Onlinereservierungen und -bewertungen. Bei 50 Prozent Eigenkapitalquote in der Bilanz ist absehbar, dass dies nicht der letzte Zukauf gewesen sein dürfte.

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