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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Warum Goldförderung in Lateinamerika für Anleger äußerst lukrativ sein kann oder sich schwäbische Anleihen lohnen. Aktien, Anleihen, Zertifikate und Fonds für die private Geldanlage.

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Goldförderung bei Yamana Gold Quelle: Presse

Aktientipp - Yamana Gold: Weiter chancenreich im Bullenmarkt für Gold

Seit Gründung im Juli 2003 arbeitete sich das kanadische Bergbauunternehmen in die vorderste Reihe der internationalen Goldproduzenten vor. Nach zwei Quartalen 2012 förderte Yamana Gold 477.223 Unzen Gold und 4,5 Millionen Unzen Silber. Drückt man das Silber im Verhältnis 50 zu 1 in Gold aus, errechnet sich eine Gesamtproduktion von 567 530 Unzen Goldäquivalent. Die Förderkosten in den inzwischen sieben eigenen Minen in Argentinien (1), Brasilien (3) und Chile (2) und Mexiko (1) lagen im Schnitt bei 265 Dollar pro Unze und gehören branchenweit zu den tiefsten. Dafür sorgen der Gewinnbeitrag aus dem Kapitalanteil (12,5 Prozent) an der argentinischen Kupfer- und Goldmine Bajo de la Alumbrera sowie die mit den Förderkosten verrechneten Gewinnbeiträge aus dem Erlös von Beiprodukten der Goldproduktion, etwa Kupfer.

Kursverlauf der Yamana-Gold-Aktie

Für 2012 peilen die Kanadier eine Jahresfördermenge zwischen 1,18 und 1,31 Millionen Unzen Goldäquivalent an. Bis 2014 soll die Produktion in weiteren Bergwerken in Lateinamerika anlaufen und die Fördermenge auf über 1,75 Millionen Unzen steigen. Ende 2011 wies Yamana wirtschaftlich abbaubare Reserven von 18,1 Millionen Unzen Goldäquivalent aus. Kalkuliert wurde konservativ mit Goldpreisen weit unterhalb des Marktpreises. Das Gros der Reserven liegt zudem in bergbaufreundlichen Ländern Lateinamerikas.

Was Sie über Gold wissen sollten

Seit Erstempfehlung legte der Kurs in Euro gerechnet um knapp 500 Prozent zu. Weil das Wachstumsprofil stimmt, bietet die Minenaktie weiter gute Chancen in einem intakten Goldbullenmarkt.

Aktientipp - Carrefour: Großaktionär will die Wende – und mehr Geld

Nach mehr als 25 Milliarden Euro Börsenwertverlust binnen fünf Jahren startet der französische Einzelhandelskonzern Carrefour den Turnaround. Richten soll es Georges Plassat, mit 64 Jahren ein alter Fahrensmann, der das Einzelhandelsgeschäft von der Pike auf gelernt hat und dem der Ruf eines harten Sanierers vorauseilt.

Carrefour, mit 9500 Handels- und Supermärkten der zweitgrößte Einzelhandelskonzern der Welt, kann eine Grundüberholung gut gebrauchen. Im Kernmarkt Frankreich, in dem Carrefour mehr als 40 Prozent seines Umsatzes macht, ging die Strategie schief, das Sortiment zu erweitern – etwa mit Möbeln. International wollte Carrefour bisher in vielen Ländern mitspielen, das kostete aber mehr, als es einbrachte.

Kursverlauf der Carrefour-Aktie

Plassat will sich nun auf zwei Schwerpunkte konzentrieren: auf das Kerngeschäft in Frankreich, in dem überflüssige Angebote gestrichen werden und die Kosten sinken sollen; und auf große Schwellenländer, vor allem Brasilien und China, in denen Carrefour schon jetzt zum Teil zweistellig zulegt. Aus Griechenland und wahrscheinlich auch aus Indonesien und Polen zieht sich Carrefour zurück. In der Hauptverwaltung dürfte jede zehnte der insgesamt 7000 Stellen gestrichen werden. Die Nettoschulden, die 2011 von acht auf knapp sieben Milliarden Euro zurückgingen, sollen weiter gesenkt werden – etwa durch Erlöse aus Beteiligungsverkäufen.

10 Tipps für Börseneinsteiger

Nachdem Carrefour im zweiten Quartal mit 21,7 Milliarden Euro Umsatz (minus 0,3 Prozent) besser als erwartet abgeschnitten hat, sind bis Jahresende mehr als 80 Milliarden Euro Geschäftsvolumen realistisch. Vor Zinsen und Steuern sollten gut zwei Milliarden Euro bleiben. Netto könnten das etwa 900 Millionen Euro werden, rund 1,30 Euro je Aktie. Die letztjährige Dividende (52 Cent je Aktie) dürfte damit gesichert sein. Kommt der Turnaround wie geplant voran, sollte die Ausschüttung (wie in guten Jahren üblich) dann wieder auf über einen Euro je Aktie klettern. Darauf dürften nicht zuletzt die mächtigen Carrefour-Großaktionäre drängen, allen voran Multimilliardär Bernard Arnault, der zusammen mit dem befreundeten US-Investor Colony 16 Prozent der Carrefour-Aktien besitzt.

Zertifikattipp - Exchange Traded Commodity: Platin

Es gibt wenige Rohstoffe, deren globales Angebot so abhängig ist von der Produktion in einem einzigen Land wie Platin. Drei Viertel des weltweit geförderten Platins von zuletzt 6,48 Millionen Unzen kommt aus südafrikanischen Minen. Die große Abhängigkeit von der Förderung am Kap wird immer mehr zu einem Risiko für die weltweite Versorgung mit dem korrosionsbeständigen Edelmetall.

Das Wachstum der südafrikanischen Platinförderung stockt seit Jahren wegen steigender Förderkosten, immer wiederkehrender Engpässe bei der Stromversorgung und hoher Lohninflation. Temporäre Förderunterbrechungen einzelner Minen durch Streiks von Minenarbeitern sind in Südafrika an der Tagesordnung. Doch zuletzt eskalierte die Lage. Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen konkurrierenden Gewerkschaften und der Polizei ruht die Produktion in immer mehr Minen.

Platin

Der mit Abstand wichtigste Einsatzbereich von Platin ist der Katalysatorenbau für die Autoindustrie. Allerdings kommen mit Platin ausgerüstete Katalysatoren überwiegend in Dieselfahrzeugen zum Einsatz. Diesel sind aber vor allem in Europa verbreitet. Und dort stockt derzeit die Nachfrage. Das ist der Grund, warum der Platinpreis noch nicht stärker auf die Produktionsausfälle am Kap reagiert hat. Doch der für 2012 erwartete Angebotsüberschuss steht inzwischen auf der Kippe. Sollten die Gewerkschaften mit ihren hohen Lohnforderungen durchkommen, müssten die Minen, um weiter kostendeckend produzieren zu können, von ihren Abnehmern einen höheren Preis einfordern oder alternativ, sollte die Nachfrage weiter nachlassen, Kapazitäten stilllegen, um so den Preis zu stützen.

Ein mit physischen Platinbarren besicherter Exchange Traded Commodity (ETC) wäre eine mögliche Variante, um an einem steigenden Platinpreis zu verdienen. Anleger müssen aber wissen, dass sie mit dem Kauf das physische Platinangebot zusätzlich verknappen. Die Bestände aller mit physischem Material besicherten Wertpapiere erreichen inzwischen rund 1,5 Millionen Unzen.

Anleihetipp - Andritz: Schub aus Schwaben

Der österreichische Industriekonzern Andritz steht kurz vor einer wichtigen Ausweitung seines Geschäfts. Für 530 Millionen Euro hat sich das Grazer Unternehmen knapp 90 Prozent des SDax-Werts Schuler gesichert. Schuler ist mit seinen hydraulischen Metallpressen Weltmarktführer auf dem Gebiet Umformtechnik. Die Kunden stammen überwiegend aus der Autoindustrie. Dank eines stark gewachsenen Auftragspolsters kann Schuler im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende September) 1,2 Milliarden Euro Rekordumsatz erzielen und 2013 weiter zulegen. Zugute kommen dürfte das dann dem neuen Großaktionär Andritz, der zusammen mit dem schwäbischen Unternehmen auf deutlich mehr als sechs Milliarden Euro Jahresumsatz käme.

Die Österreicher wollen mit Schuler ihre Sparte Metallverarbeitung (bisher sieben Prozent Umsatzanteil) ausbauen. Da es keine Überschneidungen mit dem bisherigen Geschäft gibt, dürfte die Zustimmung der Kartellbehörden kein Problem sein. Ebenfalls kein Hindernis sind die zehn Prozent Schuler-Aktien, die sich der Hedgefonds Elliott gesichert hat, um auf ein höheres Abfindungsangebot zu spekulieren. Da sich Andritz an keine Mindestübernahmequote gebunden hat und Schuler-Aktien an der Börse lässt, ist kein höheres Angebot als die bisher gebotenen 20 Euro je Aktie notwendig.

Anleihe-Info
Kurs (in Prozent)103,95
Kupon (in Prozent)3,875
Rendite (in Prozent)3,22
Laufzeit bis9. Juli 2019
WährungEuro
ISINAT0000A0VLS5

Schuler hat für Andritz noch einen weiteren Vorteil. Bisher dominieren die zwei Geschäftsbereiche Wassertechnik und Anlagen für die Papier- und Zellstoffindustrie. Mit Schuler käme ein dritter großer Bereich dazu, der sich davon weitgehend unabhängig entwickelt. Das schafft neues Gewinnpotenzial und senkt gleichzeitig das Gesamtrisiko im Andritz-Konzern.

Auch auf ihren angestammten Feldern kommen die Österreicher voran. In der Wassertechnik profitiert Andritz von der Nachfrage nach Turbinen, Generatoren für Wasserkraftwerke oder Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Zäher verläuft das Geschäft mit der Papierindustrie, die über sinkende Nachfrage klagt. Gute Aufträge von Faserherstellern dürften das aber ausgleichen. Insgesamt sollten die Österreicher in diesem Jahr rund 250 Millionen Euro Reingewinn erreichen.

Anleihen von Andritz bieten etwa drei Prozent Rendite, haben aber kein Rating einer großen Agentur. Ein Kaufhindernis ist das nicht. Das Unternehmen besteht seit 1852 und verspricht eine nachhaltige Entwicklung; und bei einem Netto-Cash-Bestand von 1,2 Milliarden Euro könnte Andritz die Schuler-Übernahme sogar aus der Haushaltskasse finanzieren.

Fondstipp - Acatis Gané Value Event: Hybridanleihen bei Turbulenzen gekauft

Die Herren aus Aschaffenburg blieben ihren Prinzipien treu: Uwe Rathausky und Henrik Muhle von der Investmentgesellschaft Gané kaufen keine Anleihen aus den Euro-Schuldenstaaten Portugal, Irland, Griechenland oder Spanien für den Mischfonds Acatis Gané Value Event. Sie folgten nicht dem Geldstrom, der die Anleihekurse in der vergangenen Woche steigen ließ, weil Investoren die Euro-Krise plötzlich nicht mehr so pessimistisch einschätzen. Sie halten sich lieber an den Rat „stay out of trouble“ von Charles Munger, Co-Chef der US-Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Die Performance des Fonds hat unter der Abstinenz nicht gelitten. „Wir hatten uns auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank und des Bundesverfassungsgerichts eingestellt“, sagt Rathausky. Mit ihnen stiegen auch die Aktienkurse sowie andere Investments aus dem Finanzsektor. 47 Prozent des Fondsvermögens entfallen auf Aktien.

Acatis Gané Value Event

Der Kurs der Bank JP Morgan gewann fünf Prozent. Auch die Kurse spezieller Anleihen von Commerzbank, BayernLB und Postbank zogen deutlich an. Gané hat mit den Papieren ein Segment ausgegraben, in dem hohe Renditen möglich sind, das vielen Fondsmanagern aber zu komplex ist oder an dem sie sich in der Finanzkrise die Finger verbrannt haben. Die sogenannten Hybrid- oder Nachranganleihen sind ein Zwitter zwischen Anleihe und Eigenkapital, das für Verluste haftet. 6,4 Prozent Zinsen zahlt die Commerzbank für eine Anleihe, die bis 2019 läuft und nur im Fall der Insolvenz nicht bedient würde.

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Das hält Rathausky für unwahrscheinlich, weil die Commerzbank zu den systemrelevanten Banken gehört, bilanziell saniert wurde und eine starke Kundenbasis habe. Seit August gehören Anleihen der gebeutelten Bayern- LB zum Fonds. Damals sprach die EU-Kommission ein Bedienungsverbot für Hybridkapital aus. „Das hat der Markt falsch interpretiert, und wir haben bei einem Kurs von 32 Prozent zugegriffen“, sagt Rathausky. Da die Bank Gewinn mache, werde sie Zinsen zahlen und das werde den Kurs erhöhen, so die Erwartung. Zudem rechnet er mit einem Anleihe-Rückkauf. Auf ähnliche Gelegenheiten wartet er auch bei Aktien und hat noch 30 Prozent liquide in der Kasse.

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